BI. Unsere Haushaltshilfe hieß Lokadia, eine fleißige freundliche junge Frau. Wahrscheinlich war sie, wie evtl.auch Günter Grass und viele andere damalige deutschsprachige Danziger Bürger, auch einige meiner Freunde, kaschubischer Herkunft. Sie wohnte in einem Mansardenzimmer in unserem Haus. Die Kaschuben waren ein alter Volksstamm (mit den Masuren verwandt)
der in der Kaschubei siedelte, dem nördlichsten Zipfel des späteren Westpreußens zwischen Hinterpom geschlafen mern,der Ostsee und Danziger Bucht.- Meine Eltern machten von Danzig aus zwei lange Seereisen: die erste nach Madeira und zu den Kanarischen Inseln; dabei lernten sie Friedel Stützner geb.Märklin, mit der meine Mutter dann lange befreundet war,kennen. Natürlich bekam ich später auch eine Märklin-Eisenbahn. Die zweite Seereise, zwei Jahre später, ging zum Nordkapp. Wir beiden kleinen Kinder wurden jedes mal zuhause von unserer Schwester Bertha und Lokadia betreut.
Im Sommer 1925 bekam ich einen Holländer. Das war ein 4-Rad–Fahrzeug aus Holz und bestand aus einem großen langen Brett als Sitz für zwei Kinder. Die Vorder- Achse konnte der Fahrer mit den Füßen lenken. Darüber ragte eine etwa 60 cm lange Stange mit zwei waagerechten Griffen aus einem Loch im Brett. Der Fahrer konnte die Stange um etwa 45° nach vorn drücken und dann mit aller Kraft nach hinten ziehen um etwa 90°, wodurch mit einem Gestänge unter dem Sitzbrett die Hinterachse angetrieben wurde.(Vgl.eine hand - betriebene Eisenbahn-Draisine.)
An der Straßenseite unseres Hauses war ein kleiner eingezäunter Vorgarten. Auf der Rückseite war am Haus entlang ein etwa 60 m langer Steinplattenweg bis zum Nebeneingang an der Querstraße vor dem Krankenhaus. Dort trainierte ich den ganzen Sommer über als Holländer Selbstfahrer. Falls sie nicht zu sehr schrie, durfte meine kleine Schwester auf dem Rücksitz sogar mitfahren.
Im Frühjahr 1925 fuhr die ganze Familie einschließlich Schwester Bertha nach Meran. Dort wohnten wir in einer vornehmen Pension. Ilse und ich bekamen von einer älteren Dame eine wunderschöne Teepuppe mit einem gelben seidenen Kleid geschenkt weil wir in „so artig“ waren. Ostern 1926 bekam ich mein erstes Fahrrad.
An dem sonnigen Sonntag morgen machten wir einen Spaziergang mit der ganzen Familie zu der Grundschule Zigankenberg, wo ich auch zwei Wochen später eingeschult wurde. Dahinter begann ein fester Feldweg. Ich setzte mich stolz auf mein neues Radl und mein Vater hielt mich hinter meinem Rücken am Sattel fest. Ich trat in die Pedale, immer schneller, bis ich merkte, daß mein Vater längst nicht mehr hinter mir war. Drei Jahre lang besuchte ich dann die Volksschule Zigankenberg. Zu Ostern 1929 sollte ich in die Sexta des Gymnasiums wechseln können. Leider zogen wir dann nach Berlin und da in der Freien Stadt Danzig die Schulgesetze wohl nicht so streng waren, musste ich in Berlin auch noch das vierte Jahr die Volksschule besuchen. In Danzig hatte mein Vater immer ein großes Auto mit einem Chauffeur. Die Garage war an der rechten Seite des Hauses mit der Ausfahrt zur Delbrück- allee. Nach einem Mercedes hatte er ein großes offenes Auto, ich glaube es war ein Packard, und in der Garage war ein Kran an den Decke, mit dem der Chauffeur bei Regen oder im Winter ein großes Oberteil auf die offene Karosse montieren konnte so dass daraus eine Limousine entstand. Einmal nahmen wir an einer ADAC Sternfahrt zu dem Kurort Cadinen an der Frischen Nehrung teil. Auf der nicht asphaltierten Straße entstand hinter unserem Auto eine große Staubwolke. Da bemerkte mein Vater hinter uns das Auto eines bekannten älteren Herren, in der alleine fuhr. Er bat den Chauffeur das Auto überholen zu lassen, damit dieser nicht in der Staubwolke fahren musste. In Cadinen sah ich einen jungen Mann, der im Rollstuhl fuhr. Man sagte mir, dass er an Kinderlähmung leide. Er trug einen eleganten Anzug und schien sehr lebenslustig zu sein, was mir sehr imponierte.
Im Frühjahr 1929 fuhren wir zu einem zweiwöchigen Winterurlaub nach Berwang in Tirol.
Dort lernte ich Ski laufen, fast genauso schnell wie das Rad fahren . Wir fuhren von dort aus auch mit der Seilbahn auf die Zugspitze, die ja früher gebaut wurde als die deutsche Seilbahn.- Ich kann mich auch noch an eine Fahrt im offenen Auto von Danzig nach Heidemühl erinneren, es muss wohl im Sommer 1925 gewesen sein, wo damals auch meine Großeltern wohnten. Mein Opa hatte einen großen Gaul auf dem ich reiten durfte während er es am Zügel führte. Wir fuhren auch in einem Boot auf den Mühlteich um zu fischen. Als ein Fisch an meiner Angel biß, zog ich so kräftig an der Leine,dass ich über den Bootsrand rücklings ins Wasser fiel. Außer einem kleinen Schreck ist mir aber nichts passiert da ich sofort von kräftigen Männerhänden wieder ins Boot gehievt wurde. Und es war warm genug, daß ich auch keinen Schnupfen kriegte.
Im Sommer fuhren wir oft an den Strand am Meer und badeten dort wenn das Wetter warm genug war. Mein Vater war Mitglied im Yacht Club und segelte oft, aber er hatte kein eigenes Boot.- Ich kann mich noch an einen ganz kalten Winter erinneren, als riesige Eisschollen wie ein Wall meterhoch an den Strand gespült waren, so das man gar nicht mehr das Wasser sehen konnte.-
der in der Kaschubei siedelte, dem nördlichsten Zipfel des späteren Westpreußens zwischen Hinterpom geschlafen mern,der Ostsee und Danziger Bucht.- Meine Eltern machten von Danzig aus zwei lange Seereisen: die erste nach Madeira und zu den Kanarischen Inseln; dabei lernten sie Friedel Stützner geb.Märklin, mit der meine Mutter dann lange befreundet war,kennen. Natürlich bekam ich später auch eine Märklin-Eisenbahn. Die zweite Seereise, zwei Jahre später, ging zum Nordkapp. Wir beiden kleinen Kinder wurden jedes mal zuhause von unserer Schwester Bertha und Lokadia betreut.
Im Sommer 1925 bekam ich einen Holländer. Das war ein 4-Rad–Fahrzeug aus Holz und bestand aus einem großen langen Brett als Sitz für zwei Kinder. Die Vorder- Achse konnte der Fahrer mit den Füßen lenken. Darüber ragte eine etwa 60 cm lange Stange mit zwei waagerechten Griffen aus einem Loch im Brett. Der Fahrer konnte die Stange um etwa 45° nach vorn drücken und dann mit aller Kraft nach hinten ziehen um etwa 90°, wodurch mit einem Gestänge unter dem Sitzbrett die Hinterachse angetrieben wurde.(Vgl.eine hand - betriebene Eisenbahn-Draisine.)
An der Straßenseite unseres Hauses war ein kleiner eingezäunter Vorgarten. Auf der Rückseite war am Haus entlang ein etwa 60 m langer Steinplattenweg bis zum Nebeneingang an der Querstraße vor dem Krankenhaus. Dort trainierte ich den ganzen Sommer über als Holländer Selbstfahrer. Falls sie nicht zu sehr schrie, durfte meine kleine Schwester auf dem Rücksitz sogar mitfahren.
Im Frühjahr 1925 fuhr die ganze Familie einschließlich Schwester Bertha nach Meran. Dort wohnten wir in einer vornehmen Pension. Ilse und ich bekamen von einer älteren Dame eine wunderschöne Teepuppe mit einem gelben seidenen Kleid geschenkt weil wir in „so artig“ waren. Ostern 1926 bekam ich mein erstes Fahrrad.
An dem sonnigen Sonntag morgen machten wir einen Spaziergang mit der ganzen Familie zu der Grundschule Zigankenberg, wo ich auch zwei Wochen später eingeschult wurde. Dahinter begann ein fester Feldweg. Ich setzte mich stolz auf mein neues Radl und mein Vater hielt mich hinter meinem Rücken am Sattel fest. Ich trat in die Pedale, immer schneller, bis ich merkte, daß mein Vater längst nicht mehr hinter mir war. Drei Jahre lang besuchte ich dann die Volksschule Zigankenberg. Zu Ostern 1929 sollte ich in die Sexta des Gymnasiums wechseln können. Leider zogen wir dann nach Berlin und da in der Freien Stadt Danzig die Schulgesetze wohl nicht so streng waren, musste ich in Berlin auch noch das vierte Jahr die Volksschule besuchen. In Danzig hatte mein Vater immer ein großes Auto mit einem Chauffeur. Die Garage war an der rechten Seite des Hauses mit der Ausfahrt zur Delbrück- allee. Nach einem Mercedes hatte er ein großes offenes Auto, ich glaube es war ein Packard, und in der Garage war ein Kran an den Decke, mit dem der Chauffeur bei Regen oder im Winter ein großes Oberteil auf die offene Karosse montieren konnte so dass daraus eine Limousine entstand. Einmal nahmen wir an einer ADAC Sternfahrt zu dem Kurort Cadinen an der Frischen Nehrung teil. Auf der nicht asphaltierten Straße entstand hinter unserem Auto eine große Staubwolke. Da bemerkte mein Vater hinter uns das Auto eines bekannten älteren Herren, in der alleine fuhr. Er bat den Chauffeur das Auto überholen zu lassen, damit dieser nicht in der Staubwolke fahren musste. In Cadinen sah ich einen jungen Mann, der im Rollstuhl fuhr. Man sagte mir, dass er an Kinderlähmung leide. Er trug einen eleganten Anzug und schien sehr lebenslustig zu sein, was mir sehr imponierte.
Im Frühjahr 1929 fuhren wir zu einem zweiwöchigen Winterurlaub nach Berwang in Tirol.
Dort lernte ich Ski laufen, fast genauso schnell wie das Rad fahren . Wir fuhren von dort aus auch mit der Seilbahn auf die Zugspitze, die ja früher gebaut wurde als die deutsche Seilbahn.- Ich kann mich auch noch an eine Fahrt im offenen Auto von Danzig nach Heidemühl erinneren, es muss wohl im Sommer 1925 gewesen sein, wo damals auch meine Großeltern wohnten. Mein Opa hatte einen großen Gaul auf dem ich reiten durfte während er es am Zügel führte. Wir fuhren auch in einem Boot auf den Mühlteich um zu fischen. Als ein Fisch an meiner Angel biß, zog ich so kräftig an der Leine,dass ich über den Bootsrand rücklings ins Wasser fiel. Außer einem kleinen Schreck ist mir aber nichts passiert da ich sofort von kräftigen Männerhänden wieder ins Boot gehievt wurde. Und es war warm genug, daß ich auch keinen Schnupfen kriegte.
Im Sommer fuhren wir oft an den Strand am Meer und badeten dort wenn das Wetter warm genug war. Mein Vater war Mitglied im Yacht Club und segelte oft, aber er hatte kein eigenes Boot.- Ich kann mich noch an einen ganz kalten Winter erinneren, als riesige Eisschollen wie ein Wall meterhoch an den Strand gespült waren, so das man gar nicht mehr das Wasser sehen konnte.-