In Neu Bentschen
besuchte ich dann die Vorstufe des Realgymnasiums Schwiebus, die in der dortigen Volksschule untergebracht war. Drei Jahre in der Quinta, Quarta und Untertertia, danach als Fahrschüler zwei Jahre lang das Realgymnasium in Schwiebus, Obertertia und Untersekunda. Das war ein großes altes dreistöckiges Gebäude, mit anderen Schulen in einem Park nahe dem Stadtzentrum gelegen. Von unseren Lehrern dort habe ich besonders Studienrat Dr. Posseldt in Erinnerung. Er gab meine Lieblingsfächer Erdkunde und Geschichte, auch Latein wobei mir sogar Cäsar interessant wurde.
Durch die täglich über zwei Stunden Reiseweg (mehrere km Fußweg und 2x22 km Bummelzugfahrt) wurde mein Lerneifer wohl nicht besonders angeregt und mein Vater fürchtete, dass ich das Abitur nicht schaffen würde. So absolvierte ich die letzten beiden Schuljahre (Obersekunda und Prima) in der Schulgemeinde Wickersdorf bei Saalfeld/Saale in Thüringen. Sorry, dass ich zu bequem bin, unsere alten Klassennamen in die heutigen umzurechnen.
Die fünf Lebensjahre in Neu Bentschen (11 bis 15) habe ich in wunderbarer Erinnerung. Das sind wohl auch die Jahre in denen man am meisten in seiner menschlichen Entwicklung lernt.
Ich hatte ja auch Glück, dass mein Vater ein wohlhabender Geschäftsmann war.
Obwohl die Erträge seiner Firma in Danzig wohl
um einiges höher waren, hatte er immer noch ein überdurchschnittliches Einkommen.
Er hat mir die Grundsätze eines ehrbaren Kaufmanns beigebracht, die heute wohl meist als veraltet gelten.
Die letzte Buchhalterin meines Vaters, die jetzt in Berlin wohnt und mit meiner Schwester gut befreundet war, sagte mir vor einiger Zeit, dass zwar ein Bankkredit aufgenommen wurde, wenn eine neue Maschine notwendig und nicht genug Bargeld in der Kasse war, dass dieses Darlehen möglichst kurzfristig, aber spätestens innerhalb von 1 1/2 Jahren zurückgezahlt wurde. Mein Vater steckte 1930 sein ganzes Barvermögen in den Aufbau des neuen Werkes.Das mehrere Hektar große Grundstück bekam er auf Erbpacht von einem benachbarten Gutsbesitzer.
Er kaufte oder baute auch kein eigenes Haus, sondern wir wohnten im großen Wohnhaus des Malermeisters Lehmann im ersten Stock.
Neu Bentschen war eine auf dem Reißbrett geplante Siedlung. Es waren meist kleine Reihenhäuser mit großen Gärten dahinter in unterschiedlicher Anordnung. So waren zwischen den Häuserreihen große Gartenflächen und die geraden parallel geführten Straßen verhältnismäßig weit auseinander. Der Ortsmittelpunkt war ein großer rechteckiger Platz, von Wohnstraßen umgeben, mit Rasenflächen, Bänken, Blumenbeeten, Bäumen und Sträuchern. An der Ostseite des Platzes stand das große zweistöckige Schulgebäude, in dem die Volksschule, unsere Gymnasialvorstufe und eine große Turnhalle untergebracht waren. Bahn, Post und Zoll hatten ihre eigenen Wohnstraßen, die Bahnbeamten natürlich in großer Mehrheit. Der Ort bildet ein großes Dreieck, mit Bahnhof, Lokomotivschuppen, ausgedehnten Gleisanlagen und anderen Gebäuden direkt an die lange Tangentenstraße angrenzend.
Das Sägewerk
lag an der Nordostecke des Ortes dicht neben den Gleisanlagen. Die Büro-Baracke stand im Mittelpunkt der Anlage, neben dem Lokomobilen-Haus und der Gatterhalle. Hinter dem riesigen hölzernen Bretterschuppen stand die gemauerte Hobelmaschinen-Halle. Durch beide Hallen führte das Eisenbahn- Anschlussgleis. Davor war der Rundholz- Platz mit der großen Krananlage, deren Ende auch über das Eisenbahn Gleis führte, so dass man mit dem in Kran die Baumstämme von den Güterwaggons abladen konnte. Neben der Gatterhalle wurde auch bald eine große Trocken- Kammer für Bretter gebaut. Das ganze Werksgelände war mit kleinen Bahngleisen durchzogen. Darauf konnte man auf kleinen Loren Bretterlandungen auf den Stapel-Platz im Freigelände und zwischen den Hallen hin und her schieben. Eine herrliche Spielbahn für uns Kinder, aber leider streng verboten(eigentlich).
Das Haus des Malermeister`s Lehmann lag auf der anderen Seite der Siedlung, etwa anderthalb Kilometer vom Sägewerk entfernt. Mein Vater fuhr täglich mit dem Fahrrad zum Werk, Sommer und Winter, bei jedem Wetter. Zunächst hatten wir in Neu Bentschen kein Auto und natürlich auch keinen Chauffeur. Bald kaufte mein Vater aber eine DKW Meisterklasse.
besuchte ich dann die Vorstufe des Realgymnasiums Schwiebus, die in der dortigen Volksschule untergebracht war. Drei Jahre in der Quinta, Quarta und Untertertia, danach als Fahrschüler zwei Jahre lang das Realgymnasium in Schwiebus, Obertertia und Untersekunda. Das war ein großes altes dreistöckiges Gebäude, mit anderen Schulen in einem Park nahe dem Stadtzentrum gelegen. Von unseren Lehrern dort habe ich besonders Studienrat Dr. Posseldt in Erinnerung. Er gab meine Lieblingsfächer Erdkunde und Geschichte, auch Latein wobei mir sogar Cäsar interessant wurde.
Durch die täglich über zwei Stunden Reiseweg (mehrere km Fußweg und 2x22 km Bummelzugfahrt) wurde mein Lerneifer wohl nicht besonders angeregt und mein Vater fürchtete, dass ich das Abitur nicht schaffen würde. So absolvierte ich die letzten beiden Schuljahre (Obersekunda und Prima) in der Schulgemeinde Wickersdorf bei Saalfeld/Saale in Thüringen. Sorry, dass ich zu bequem bin, unsere alten Klassennamen in die heutigen umzurechnen.
Die fünf Lebensjahre in Neu Bentschen (11 bis 15) habe ich in wunderbarer Erinnerung. Das sind wohl auch die Jahre in denen man am meisten in seiner menschlichen Entwicklung lernt.
Ich hatte ja auch Glück, dass mein Vater ein wohlhabender Geschäftsmann war.
Obwohl die Erträge seiner Firma in Danzig wohl
um einiges höher waren, hatte er immer noch ein überdurchschnittliches Einkommen.
Er hat mir die Grundsätze eines ehrbaren Kaufmanns beigebracht, die heute wohl meist als veraltet gelten.
Die letzte Buchhalterin meines Vaters, die jetzt in Berlin wohnt und mit meiner Schwester gut befreundet war, sagte mir vor einiger Zeit, dass zwar ein Bankkredit aufgenommen wurde, wenn eine neue Maschine notwendig und nicht genug Bargeld in der Kasse war, dass dieses Darlehen möglichst kurzfristig, aber spätestens innerhalb von 1 1/2 Jahren zurückgezahlt wurde. Mein Vater steckte 1930 sein ganzes Barvermögen in den Aufbau des neuen Werkes.Das mehrere Hektar große Grundstück bekam er auf Erbpacht von einem benachbarten Gutsbesitzer.
Er kaufte oder baute auch kein eigenes Haus, sondern wir wohnten im großen Wohnhaus des Malermeisters Lehmann im ersten Stock.
Neu Bentschen war eine auf dem Reißbrett geplante Siedlung. Es waren meist kleine Reihenhäuser mit großen Gärten dahinter in unterschiedlicher Anordnung. So waren zwischen den Häuserreihen große Gartenflächen und die geraden parallel geführten Straßen verhältnismäßig weit auseinander. Der Ortsmittelpunkt war ein großer rechteckiger Platz, von Wohnstraßen umgeben, mit Rasenflächen, Bänken, Blumenbeeten, Bäumen und Sträuchern. An der Ostseite des Platzes stand das große zweistöckige Schulgebäude, in dem die Volksschule, unsere Gymnasialvorstufe und eine große Turnhalle untergebracht waren. Bahn, Post und Zoll hatten ihre eigenen Wohnstraßen, die Bahnbeamten natürlich in großer Mehrheit. Der Ort bildet ein großes Dreieck, mit Bahnhof, Lokomotivschuppen, ausgedehnten Gleisanlagen und anderen Gebäuden direkt an die lange Tangentenstraße angrenzend.
Das Sägewerk
lag an der Nordostecke des Ortes dicht neben den Gleisanlagen. Die Büro-Baracke stand im Mittelpunkt der Anlage, neben dem Lokomobilen-Haus und der Gatterhalle. Hinter dem riesigen hölzernen Bretterschuppen stand die gemauerte Hobelmaschinen-Halle. Durch beide Hallen führte das Eisenbahn- Anschlussgleis. Davor war der Rundholz- Platz mit der großen Krananlage, deren Ende auch über das Eisenbahn Gleis führte, so dass man mit dem in Kran die Baumstämme von den Güterwaggons abladen konnte. Neben der Gatterhalle wurde auch bald eine große Trocken- Kammer für Bretter gebaut. Das ganze Werksgelände war mit kleinen Bahngleisen durchzogen. Darauf konnte man auf kleinen Loren Bretterlandungen auf den Stapel-Platz im Freigelände und zwischen den Hallen hin und her schieben. Eine herrliche Spielbahn für uns Kinder, aber leider streng verboten(eigentlich).Das Haus des Malermeister`s Lehmann lag auf der anderen Seite der Siedlung, etwa anderthalb Kilometer vom Sägewerk entfernt. Mein Vater fuhr täglich mit dem Fahrrad zum Werk, Sommer und Winter, bei jedem Wetter. Zunächst hatten wir in Neu Bentschen kein Auto und natürlich auch keinen Chauffeur. Bald kaufte mein Vater aber eine DKW Meisterklasse.