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bi_1977

Published on Saturday, 24. November 2007, 21:12.
About: bi biographie, reise, kinder, italien, polen
In den Osterferien 1977 fuhr ich mit unseren drei Jungen im hellblauen Variant nach Italien.

Über Kufstein, Innsbruck und den Brennerpass ging es zuerst nach Meran, wo ich vor 50 Jahren schon einmal mit meinen Eltern war.
Bei schönstem Frühlingswetter wanderten wir durch den Kurort und zum Schloss Tirol.
In Österreich und Italien gab es damals noch keine Autobahnen und so fuhren wir weiter auf den Landstraßen über Bozen am Gardasee entlang nach Mailand.
Dann nach Genua und an der Levante-Küste über Livorno nach Rom.
Damals gab es viel dreirädrige Lieferwagen auf den Straßen.
In Rom besichtigten wir viele der Sehenswürdigkeiten und auch die Katakomben.
Kurz davor parkten wir unser Auto am Straßenrand und liefern zum Eingang. Nach 30 m hörten wir ein Klirren und sahen noch, wie ein Mann das hintere Fenster an der Straßenseite unseres Autos eingeschlagen hatte. Wir rannten zurück, aber der Dieb war mit Michaels Fotoapparat, der auf dem Sitz lag, schon spurlos verschwunden.
5 Minuten später kam jemand vorbei und gab uns die Adresse einer Autoglas-Reparaturerkstatt.
Erst nach einer Viertelstunde erschien ein Polizist, um unsere Anzeige aufzunehmen.
Dann fuhren wir zu der Werkstatt, um eine neue Scheibe einsetzen zu lassen.
Weiter fuhren wir an der Küste entlang nach Neapel.
Wir sahen uns die Stadt an, kletterten aber nicht auf den Vesuv.
Auf der Küstenstraße ging die Fahrt weiter südwärts über Salerno nach Messina.
Allerdings fuhren wir nicht mit der Autofähre über die Straße von Messina, sondern parkten unser Auto im Hafen von Reggio Di Calabria und fuhren morgens mit der Personenfähre nach Messina, sahen uns tagsüber die Stadt an, und abends wieder zurück.
Der Fährpreis fürs Auto war viel höher als der für 4 Personen und außerdem wollten wir sowieso nicht nach Sizilien fahren, sondern um den Stiefel Italiens herum.
Also ging die Fahrt weiter auf der Küstenstraße zum Capo Spartivento, dann nach Crotone und weiter am Golf entlang nach Taranto, zum Capo Sta. Maria di Leca, danach wieder nordwärts nach Brindisi. Weiter an der Adria Küstenstraße entlang über Bari um die Gargano Halbinsel nach Pescara und Ancona.

Die drei Jungens waren bei den Pfadfindern -Stephen,14, führte eine Wölflingsgruppe- und wenn wir gegen Abend einen schönen Rastplatz fanden, bauten sie am Auto das Zelt auf und bereiteten auf einem kleinen Petroleumkocher das Abendessen. Morgens gab es heißen Kaffee oder Tee zum Frühstück und tagsüber Marsch-Verpflegung.-

Da wir in den Osterferien noch vier Tage Zeit hatten, fuhren wir über Rimini und Ravenna noch nach Venedig , wo wir unser Auto auf dem großen Parkplatz am Bahnhof stehen ließen und einen Tag lang durch die Stadt wanderten.

Auf den Bergen der Alpen wurden wir dann in den letzten Apriltagen noch von frischem Schneefall überrascht.

In den Pfingstferien fuhr ich mit Christian und Susanne wieder zur Fliederblüte nach Polen.
Nach Besuch meiner alten Heimat an der Korridorgrenze und Marias in Ostpreußen fuhren wir durch die masurische Seen-Platte über Suwalki Richtung polnisch-russische Grenze auf der Straße nach Kowno.
1 km vor der Grenze stand ein großes Schild:
Weiterfahrt ohne Sonderausweis verboten.
Weit und breit war kein Mensch oder Fahrzeug zu sehen und ich wollte unbedingt ein Foto von der Grenzstation machen.
Also fuhr ich noch weiter ran bis ich gut knipsen konnte und drehte dann um.
Im nächsten größeren Ort hielt uns ein Grenzpolizist an und brachte uns zur Polizeiwache.
Dort wurde ich wegen Grenzverletzung als verhaftet erklärt.

Fotoapparat und Filme wurden mir abgenommen, unsere Ausweise überprüft und das ganze Auto gründlich durchsucht.
Nach drei Stunden bekam ich meinen Fotoapparat zurück und wir durften weiterfahren Richtung Polen. Wahrscheinlich wurde ich mit den kleinen Kindern und meinen treuen Blick nicht als Spion eingestuft. Nur die Filme waren natürlich weg.

Ansonsten landeten wir am Ferienende wohlbehalten zuhause.---

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