11. Sep. 08, 16:46
bi-der oranje, die buren und das kap der stürme
Von dort ging es südwärts zum Oranjefluss, der die Grenze zwischen Süd-Afrika und Namibia bildet.---
Im 17. Jahrhundert siedelten am Oranje die ersten Buren (niederl.= Bauern), von denen ich in der Freischar gehört hatte, und die ich damals als Junge ob ihrer Neugier und ihres Wagemuts bewunderte.
Es waren die jungen Söhne und Töchter auf den Bauernhöfen in Holland, Ostfriesland und Flandern, die hinaus mussten in die Ferne, denn nur der Älteste konnte den Hof erben, und es gab noch keinen Kunstdünger für größere Ernten, und auch noch keine Industrie mit viel Arbeitsplätzen, kein freies Land mehr, - auch Hugenotten, die aus dem katholischen Frankreich flohen.
In dem einfachen natürlichen Leben damals wurden mehr Kinder geboren als in unserem heutigen Wellness-Paradies. Und da sie nahe am Meer wohnten, bestiegen sie die Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Compagnie, und fanden beim Zwischenstopp in Südafrika neues Land.
Der Oranje-Freistaat wurde zwar erst fast 200 Jahre später errichtet, aber 1652 gründete Jan van Riebeek Kapstadt als Versorgungs-Station für Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Compagnie.
Im westlichen Kapland lebten damals einige wenige Nama (Hottentotten) und Buschmänner. Weiße und Bantu erreichten etwa zur gleichen Zeit den Kernraum der heutigen Republik Südafrika. Die weißen Siedler (Buren) brachten Sklaven aus anderen Teilen Afrikas und aus Niederländisch-Indien mit.
An den Grenzen stießen die Weißen zunächst vor allem mit Xhosa, seit 1779 in mehreren "Kaffern-Kriegen", zusammen.
Davor hatten in den "Zulu-Kriegen" die schwarzen Volksstämme sich häufig selbst dezimiert.-
Die burischen Siedlungen im Kapland blieben bis 1795 unter der Verwaltung der Niederländisch-Ostindischen Compagnie, waren dann selbstständig.
Nach Bekanntwerden der Gold- und Diamantenfunde im Kapland kamen immer mehr Einwanderer aus Großbritannien, das auch kleine Militäreinheiten zum Schutz ihrer Landsleute schickte.
1806 wurde die Kapprovinz britische Kolonie, 1827 Englisch alleinige Amtssprache und 1834 von Großbritannien die Sklaven-Befreiung verfügt.
Dadurch wurde der landwirtschaftlichen Lebensweise der Buren die Grundlage entzogen. Denn bei Ackerbau und Viehzucht hatten sie Sklaven, wie es ja früher in Europa Leibeigene gab und später Knechte auf den Bauernhöfen. Im Großen Treck 1835-38 zogen die meisten Buren ins östliche und nördliche Hinterland (Natal und Transvaal). Kleine kriegerische Auseinandersetzungen fanden in der Kapprovinz immer wieder statt, zuerst zwischen Weißen und schwarzen Volksstämmen (Bantu), dann aber vor allem in den "Burenkriegen" 1880/81, 1899-1902 und 1910 zwischen Buren und Briten.
Cecil Rhodes wollte in Afrika ein zusammenhängendes britisches Kolonialreich zwischen Kapstadt und Kairo schaffen und eroberte auch Rhodesien, das heutige Simbabwe, und Botswana.
1886 wurden in Transvaal die Gold-Bergwerke am Witwatersrand eröffnet und Johannesburg gegründet.
Erst 1925 wurde die Burensprache „Afrikaans“ , ein holländischer Burendialekt, als zweite Amtssprache eingeführt.
Das Anwachsen der schwarzafrikanischen Bevölkerung in der Kapprovinz zerstörte die dort vorhandenen Ansätze zu einer politischen Gleichberechtigung der Rassen:
1887 verloren die meisten schwarzafrikanischen Landbesitzer das Wahlrecht.
Erst als die britische Regierung am 31.5.1910 die Südafrikanische Union als Dominiums des Britischen Reiches zusammenschloss, erlangte diese völlige innere Autonomie.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten in Südafrika etwa gleichviel Buren und Briten, in den ländlichen Regionen mehr Buren, in den Städten mehr Briten.
Währenddessen wuchs die schwarze Bevölkerung auf ein Vielfaches der Weißen, wodurch diese ihre sieben Gegensätze vergaßen und sich politisch einten.
Ab 1911 setzte vor allem durch die Buren die rassistische Apartheits- Politik ein, gegen die der ANC (Mandelas Partei der Schwarzafrikaner) erbitterten, seit 1960 auch bewaffneten Widerstand leistete.
1939 erklärte der burische Ministerpräsident Smuts im Gefolge der Briten Deutschland auch den Krieg.
1989 begann eine Politik der Versöhnung, die 1993 zur Verabschiedung einer neuen Verfassung und zur Abschaffung der Rassendiskriminierung führte.
In Südafrika gibt es zwei autonome konstitutionelle Monarchien mit schwarzer Bevölkerung, in denen sie schon immer volle Bürgerrechte genießen: im 19. Jahrhundert entstand das Königreich der Basotho (im südöstlichen Berghochland, mit 6 Gipfeln, 3100 bis 3500 meter hoch, fast quadratisch, von Südafrika umschlossen, beinahe so groß wie Baden-Württemberg.
Es wurde nach der britischer Kolonialherrschaft 1966 mit dem Namen Lesotho konstitutionelle Monarchie im Commonwealth, ebenso das nur gut halb so große in Südafrika an der Grenze zu Mosambik liegende Swasiland, das seit Mitte des 18. Jahrhunderts vom Bantu-Volk der Swasi besiedelt worden war, bevor 1868 die ersten Buren und ab 1877 die Engländer ins Land kamen.
Das 1907 zum britischen Protektorat ernannte Swasiland wurde 1968 zur konstitutionellen Monarchie im Commmonwealth. Damit erhielten alle Einwohner in beiden Staaten das volle Bürgerrecht wie in Südafrika erst 1993, gleich ob schwarz oder weiß.
Schon seit vielen Jahrhunderten waren dunkelhäutige Menschen vereinzelt in kleinen Gruppen aus der Mitte Afrikas in dieses Gebiet gezogen und wanderten hier als Nomaden umher. Fast erst zur gleichen Zeit als weiße Einwanderer auf Schiffen aus Europa in Südfafrika landeten, kamen größere Bantu sprechende Völker von Norden in dieses Gebiet.--------------------------------
Der Oranje ist der größte Fluss Südafrikas.
Er entspringt in Lesotho an der Nordostgrenze an dem 3299 m hohen Berg Mont aux Sources, fließt durch das Gebirgsland südwärts bis fast zur Südostgrenze Lesothos, dann nach Westen über die Grenze nach Südafrika und durchquert das ganze Land in großen Bögen bis zu seiner Mündung im Atlantik, besonders im Hochland durch viele Nebenflüße gespeist.
An der Grenze zu Namibia durchfließt er tiefe Schluchten, aber auch, weite Täler mit fruchtbaren Ackerflächen, ebenso an der Mündung.
Meine Straße nach Kapstadt bog bald wieder ab aufs hohe Ufer durch vegetationslose Ebenen, dann aber wieder hinunter in die Küstenebene mit fruchtbarem Bauernland.
In Kapstadt machte ich mit meinem Auto zuerst eine Stadtrundfahrt, auch durch das große Schwarzenviertel. Damals herrschte zwar noch Apartheid, aber es herrschte schon ein Klima der Versöhnung und alle Schwarzafrikaner begegneten mir sehr freundlich.-
Am nächsten Morgen fuhr ich mit der Seilbahn auf die Tafelberg, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf die Stadt, das Meer und die weite Landschaft im Nordosten hat. Über die vielen Wanderwege auf dem weiten Bergplateau lief ich stundenlang herum.
Da in dem ständigen Seewind nur sturmgekrümmte Zwergkiefern und Büsche wuchsen, hatte man nach allen Richtungen eine weite Fernsicht.
-Während meiner ganzen Reise war meist wunderschönes Sonnenwetter.-
Von Kapstadt führt eine Autostraße zum Kap der Guten Hoffnung, die in einen großen Parkplatz mündet, dann noch einige Treppen zu Fuß zum großen Aussichtspunkt über den Südatlantik.
Der portugiesische Seefahrer Bartholomeu Diaz hatte im Sommer 1487 dieses Kap umsegelt und es Kap der Stürme genannt nach dem Wetter, das er dort vorfand.
Erst später wurde es vom portugiesischen König in Kap der Guten Hoffnung umbenannt.
Auf kleinen Straßen fuhr ich dann zurück am Ostufer der schmalen Halbinsel, um die Valsbaai-Bucht herum und weiter am Ufer der Kapprovinz entlang Richtung Osten.
Nach knapp 200 km erreichte ich dann den südlichsten Punkt Afrikas am Kap Agulhas, der nur durch den großen Gedenkstein an einer weiten Uferrundung und ein verrostetes Schiffswrack, dessen Bug auf den Strand aufgelaufen lag, gekennzeichnet war.
Die meist weiten fruchtbaren Ebenen der Kapprovinz am indischen Ozean produzieren auf wohlhabenden Farmen Südfrüchte und Getreide.
Weingüter sind für ihre ausgezeichneten Weine bekannt, wo ich auch einige Male kleine Kostproben genoß.
Nach einigen kreuz-und-quer-Fahrten erreichte ich Port Elisabeth, die große Hafenstadt mit viel Industrie und britischem Charakter, ebenso wie danach East London. Dann fuhr ich wieder landeinwärts und durch das Königreich Lesotho auf einer der dort seltenen schmalen Autostraßen.
Öfter saßen da alte Frauen am Straßenrand und hielten ihre wenigen Feldfrüchte feil. Einmal hielt ich an und tauschte gegen ein Brot zwei große Ananas ein. Dort war Tauschhandel üblich.
Da es im Königreich fast keine Jobs gab, gingen die jungen Männer nach Südafrika in den Gold- und Diamanten-Minen arbeiten und kamen nur ein bis zwei Mal im Monat, um das Geld zum Unterhalt ihrer Familien nachhause zu bringen.-
Das pro-Kopf-Einkommen in Lesotho ist eines der niedrigsten in ganz Afrika.-
Von den hohen Bergen fuhr ich über Pietermaritzburg wieder hinunter an den indischen Ozean nach Durban, der größten Hafenstadt Südafrikas am indischen Ozean.
Ich wanderte durch die Hafenanlagen und fuhr dann zu den großen Badestrandanlagen im Nordteil der Stadt.
Ich lief auf der kilometerlangen Promenade entlang, auch über die kleine Brücke wo vor einigen Jahren ein deutscher Tourist erstochen wurde.
Gleich daneben saßen "Mamas" (alte Negerfrauen) im Schneidersitz auf ihren großen Decken und boten darauf den Passanten ihre Souveniers an, meist selbst geschnitzten und bemalte Holzfiguren.
Ich kaufte einen schönen Ledergürtel, in den kleine Elefanten-Figuren eingraviert von waren.
Ich badete auch abends und morgens im Meer und hatte nicht im geringsten ein bedrohliches Gefühl.
Weiter ging es auf der Küstenstraße bis Tugela.
Dort bog die Straße nach Westen ins Inland Richtung Johannesburg ab.
Also fuhr ich wieder ins Hochland der Natal Provinz. Dort war die Vegetation deutlich magerer als auf den fruchtbaren Küstenebenen des Landes.
In dem 1000 m hoch gelegenen Ort Ladysmith wurde die fällige Inspektion meines Autos in der Avis-Filiale schnell und ordentlich durchgeführt.
Bergspitzen mit über 2000 m Höhe ragten nicht weit von der Straße empor. Ich fuhr langsam äääääääääääääääääääääund gemütlich durch die Gegend, in der es nicht viel Autoverkehr, kleine Bauernhöfe, wenig Industrie und viel Ödland gab.
In den Ballungsgebieten von Transvaal nahm der Straßenverkehr wieder deutlich zu.
Auf einem Stück vierspurige Autostraße hatte ich ein Verkehrszeichen übersehen und wurde von einer Polizeistreife angehalten.
Als sie meinen deutschen Führerschein kontrollierten, erklärten sie diesen für ungültig und nahmen mich mit zur Polizeistation.
Nach langem Palawer und drei Stunden Wartezeit durfte ich aber weiterfahren.
In der Hauptstadt Pretoria wanderte ich durch die großen Parkanlagen, vorbei an den prachtvollen Regierungsbauten und weiter durch das luxuriöse Botschafter- und Beamten Viertel. Danach noch eine Stadtrundfahrt, die ich in die große Geschäftsstadt Johannesburg fuhr.
Nach drei Wochen war von dort einen Tag später auch mein Heimflug über Nairobi und Athen fällig.---
Im 17. Jahrhundert siedelten am Oranje die ersten Buren (niederl.= Bauern), von denen ich in der Freischar gehört hatte, und die ich damals als Junge ob ihrer Neugier und ihres Wagemuts bewunderte.
Es waren die jungen Söhne und Töchter auf den Bauernhöfen in Holland, Ostfriesland und Flandern, die hinaus mussten in die Ferne, denn nur der Älteste konnte den Hof erben, und es gab noch keinen Kunstdünger für größere Ernten, und auch noch keine Industrie mit viel Arbeitsplätzen, kein freies Land mehr, - auch Hugenotten, die aus dem katholischen Frankreich flohen.
In dem einfachen natürlichen Leben damals wurden mehr Kinder geboren als in unserem heutigen Wellness-Paradies. Und da sie nahe am Meer wohnten, bestiegen sie die Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Compagnie, und fanden beim Zwischenstopp in Südafrika neues Land.
Der Oranje-Freistaat wurde zwar erst fast 200 Jahre später errichtet, aber 1652 gründete Jan van Riebeek Kapstadt als Versorgungs-Station für Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Compagnie.
Im westlichen Kapland lebten damals einige wenige Nama (Hottentotten) und Buschmänner. Weiße und Bantu erreichten etwa zur gleichen Zeit den Kernraum der heutigen Republik Südafrika. Die weißen Siedler (Buren) brachten Sklaven aus anderen Teilen Afrikas und aus Niederländisch-Indien mit.
An den Grenzen stießen die Weißen zunächst vor allem mit Xhosa, seit 1779 in mehreren "Kaffern-Kriegen", zusammen.
Davor hatten in den "Zulu-Kriegen" die schwarzen Volksstämme sich häufig selbst dezimiert.-
Die burischen Siedlungen im Kapland blieben bis 1795 unter der Verwaltung der Niederländisch-Ostindischen Compagnie, waren dann selbstständig.
Nach Bekanntwerden der Gold- und Diamantenfunde im Kapland kamen immer mehr Einwanderer aus Großbritannien, das auch kleine Militäreinheiten zum Schutz ihrer Landsleute schickte.
1806 wurde die Kapprovinz britische Kolonie, 1827 Englisch alleinige Amtssprache und 1834 von Großbritannien die Sklaven-Befreiung verfügt.
Dadurch wurde der landwirtschaftlichen Lebensweise der Buren die Grundlage entzogen. Denn bei Ackerbau und Viehzucht hatten sie Sklaven, wie es ja früher in Europa Leibeigene gab und später Knechte auf den Bauernhöfen. Im Großen Treck 1835-38 zogen die meisten Buren ins östliche und nördliche Hinterland (Natal und Transvaal). Kleine kriegerische Auseinandersetzungen fanden in der Kapprovinz immer wieder statt, zuerst zwischen Weißen und schwarzen Volksstämmen (Bantu), dann aber vor allem in den "Burenkriegen" 1880/81, 1899-1902 und 1910 zwischen Buren und Briten.
Cecil Rhodes wollte in Afrika ein zusammenhängendes britisches Kolonialreich zwischen Kapstadt und Kairo schaffen und eroberte auch Rhodesien, das heutige Simbabwe, und Botswana.
1886 wurden in Transvaal die Gold-Bergwerke am Witwatersrand eröffnet und Johannesburg gegründet.
Erst 1925 wurde die Burensprache „Afrikaans“ , ein holländischer Burendialekt, als zweite Amtssprache eingeführt.
Das Anwachsen der schwarzafrikanischen Bevölkerung in der Kapprovinz zerstörte die dort vorhandenen Ansätze zu einer politischen Gleichberechtigung der Rassen:
1887 verloren die meisten schwarzafrikanischen Landbesitzer das Wahlrecht.
Erst als die britische Regierung am 31.5.1910 die Südafrikanische Union als Dominiums des Britischen Reiches zusammenschloss, erlangte diese völlige innere Autonomie.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten in Südafrika etwa gleichviel Buren und Briten, in den ländlichen Regionen mehr Buren, in den Städten mehr Briten.
Währenddessen wuchs die schwarze Bevölkerung auf ein Vielfaches der Weißen, wodurch diese ihre sieben Gegensätze vergaßen und sich politisch einten.
Ab 1911 setzte vor allem durch die Buren die rassistische Apartheits- Politik ein, gegen die der ANC (Mandelas Partei der Schwarzafrikaner) erbitterten, seit 1960 auch bewaffneten Widerstand leistete.
1939 erklärte der burische Ministerpräsident Smuts im Gefolge der Briten Deutschland auch den Krieg.
1989 begann eine Politik der Versöhnung, die 1993 zur Verabschiedung einer neuen Verfassung und zur Abschaffung der Rassendiskriminierung führte.
In Südafrika gibt es zwei autonome konstitutionelle Monarchien mit schwarzer Bevölkerung, in denen sie schon immer volle Bürgerrechte genießen: im 19. Jahrhundert entstand das Königreich der Basotho (im südöstlichen Berghochland, mit 6 Gipfeln, 3100 bis 3500 meter hoch, fast quadratisch, von Südafrika umschlossen, beinahe so groß wie Baden-Württemberg.
Es wurde nach der britischer Kolonialherrschaft 1966 mit dem Namen Lesotho konstitutionelle Monarchie im Commonwealth, ebenso das nur gut halb so große in Südafrika an der Grenze zu Mosambik liegende Swasiland, das seit Mitte des 18. Jahrhunderts vom Bantu-Volk der Swasi besiedelt worden war, bevor 1868 die ersten Buren und ab 1877 die Engländer ins Land kamen.
Das 1907 zum britischen Protektorat ernannte Swasiland wurde 1968 zur konstitutionellen Monarchie im Commmonwealth. Damit erhielten alle Einwohner in beiden Staaten das volle Bürgerrecht wie in Südafrika erst 1993, gleich ob schwarz oder weiß.
Schon seit vielen Jahrhunderten waren dunkelhäutige Menschen vereinzelt in kleinen Gruppen aus der Mitte Afrikas in dieses Gebiet gezogen und wanderten hier als Nomaden umher. Fast erst zur gleichen Zeit als weiße Einwanderer auf Schiffen aus Europa in Südfafrika landeten, kamen größere Bantu sprechende Völker von Norden in dieses Gebiet.--------------------------------
Der Oranje ist der größte Fluss Südafrikas.
Er entspringt in Lesotho an der Nordostgrenze an dem 3299 m hohen Berg Mont aux Sources, fließt durch das Gebirgsland südwärts bis fast zur Südostgrenze Lesothos, dann nach Westen über die Grenze nach Südafrika und durchquert das ganze Land in großen Bögen bis zu seiner Mündung im Atlantik, besonders im Hochland durch viele Nebenflüße gespeist.
An der Grenze zu Namibia durchfließt er tiefe Schluchten, aber auch, weite Täler mit fruchtbaren Ackerflächen, ebenso an der Mündung.
Meine Straße nach Kapstadt bog bald wieder ab aufs hohe Ufer durch vegetationslose Ebenen, dann aber wieder hinunter in die Küstenebene mit fruchtbarem Bauernland.
In Kapstadt machte ich mit meinem Auto zuerst eine Stadtrundfahrt, auch durch das große Schwarzenviertel. Damals herrschte zwar noch Apartheid, aber es herrschte schon ein Klima der Versöhnung und alle Schwarzafrikaner begegneten mir sehr freundlich.-
Am nächsten Morgen fuhr ich mit der Seilbahn auf die Tafelberg, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf die Stadt, das Meer und die weite Landschaft im Nordosten hat. Über die vielen Wanderwege auf dem weiten Bergplateau lief ich stundenlang herum.
Da in dem ständigen Seewind nur sturmgekrümmte Zwergkiefern und Büsche wuchsen, hatte man nach allen Richtungen eine weite Fernsicht.
-Während meiner ganzen Reise war meist wunderschönes Sonnenwetter.-
Von Kapstadt führt eine Autostraße zum Kap der Guten Hoffnung, die in einen großen Parkplatz mündet, dann noch einige Treppen zu Fuß zum großen Aussichtspunkt über den Südatlantik.
Der portugiesische Seefahrer Bartholomeu Diaz hatte im Sommer 1487 dieses Kap umsegelt und es Kap der Stürme genannt nach dem Wetter, das er dort vorfand.
Erst später wurde es vom portugiesischen König in Kap der Guten Hoffnung umbenannt.
Auf kleinen Straßen fuhr ich dann zurück am Ostufer der schmalen Halbinsel, um die Valsbaai-Bucht herum und weiter am Ufer der Kapprovinz entlang Richtung Osten.
Nach knapp 200 km erreichte ich dann den südlichsten Punkt Afrikas am Kap Agulhas, der nur durch den großen Gedenkstein an einer weiten Uferrundung und ein verrostetes Schiffswrack, dessen Bug auf den Strand aufgelaufen lag, gekennzeichnet war.
Die meist weiten fruchtbaren Ebenen der Kapprovinz am indischen Ozean produzieren auf wohlhabenden Farmen Südfrüchte und Getreide.
Weingüter sind für ihre ausgezeichneten Weine bekannt, wo ich auch einige Male kleine Kostproben genoß.
Nach einigen kreuz-und-quer-Fahrten erreichte ich Port Elisabeth, die große Hafenstadt mit viel Industrie und britischem Charakter, ebenso wie danach East London. Dann fuhr ich wieder landeinwärts und durch das Königreich Lesotho auf einer der dort seltenen schmalen Autostraßen.
Öfter saßen da alte Frauen am Straßenrand und hielten ihre wenigen Feldfrüchte feil. Einmal hielt ich an und tauschte gegen ein Brot zwei große Ananas ein. Dort war Tauschhandel üblich.
Da es im Königreich fast keine Jobs gab, gingen die jungen Männer nach Südafrika in den Gold- und Diamanten-Minen arbeiten und kamen nur ein bis zwei Mal im Monat, um das Geld zum Unterhalt ihrer Familien nachhause zu bringen.-
Das pro-Kopf-Einkommen in Lesotho ist eines der niedrigsten in ganz Afrika.-
Von den hohen Bergen fuhr ich über Pietermaritzburg wieder hinunter an den indischen Ozean nach Durban, der größten Hafenstadt Südafrikas am indischen Ozean.
Ich wanderte durch die Hafenanlagen und fuhr dann zu den großen Badestrandanlagen im Nordteil der Stadt.
Ich lief auf der kilometerlangen Promenade entlang, auch über die kleine Brücke wo vor einigen Jahren ein deutscher Tourist erstochen wurde.
Gleich daneben saßen "Mamas" (alte Negerfrauen) im Schneidersitz auf ihren großen Decken und boten darauf den Passanten ihre Souveniers an, meist selbst geschnitzten und bemalte Holzfiguren.
Ich kaufte einen schönen Ledergürtel, in den kleine Elefanten-Figuren eingraviert von waren.
Ich badete auch abends und morgens im Meer und hatte nicht im geringsten ein bedrohliches Gefühl.
Weiter ging es auf der Küstenstraße bis Tugela.
Dort bog die Straße nach Westen ins Inland Richtung Johannesburg ab.
Also fuhr ich wieder ins Hochland der Natal Provinz. Dort war die Vegetation deutlich magerer als auf den fruchtbaren Küstenebenen des Landes.
In dem 1000 m hoch gelegenen Ort Ladysmith wurde die fällige Inspektion meines Autos in der Avis-Filiale schnell und ordentlich durchgeführt.
Bergspitzen mit über 2000 m Höhe ragten nicht weit von der Straße empor. Ich fuhr langsam äääääääääääääääääääääund gemütlich durch die Gegend, in der es nicht viel Autoverkehr, kleine Bauernhöfe, wenig Industrie und viel Ödland gab.
In den Ballungsgebieten von Transvaal nahm der Straßenverkehr wieder deutlich zu.
Auf einem Stück vierspurige Autostraße hatte ich ein Verkehrszeichen übersehen und wurde von einer Polizeistreife angehalten.
Als sie meinen deutschen Führerschein kontrollierten, erklärten sie diesen für ungültig und nahmen mich mit zur Polizeistation.
Nach langem Palawer und drei Stunden Wartezeit durfte ich aber weiterfahren.
In der Hauptstadt Pretoria wanderte ich durch die großen Parkanlagen, vorbei an den prachtvollen Regierungsbauten und weiter durch das luxuriöse Botschafter- und Beamten Viertel. Danach noch eine Stadtrundfahrt, die ich in die große Geschäftsstadt Johannesburg fuhr.
Nach drei Wochen war von dort einen Tag später auch mein Heimflug über Nairobi und Athen fällig.---