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gk.gone west

Spiegel Nr. 42/08. S. 158. Serengeti in Montana.--- USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch nun ist das Ende erreicht, bye bye paradise.-
Im Jahr 1800 hat Napoleon Louisiana, das ursprünglich von den Franzosen kolonisierte Gebiet am unteren Mississippi von den Spaniern, die von Mexiko aus eher am Pazifik entlang nach Kalifornien vordrangen, zurückerworben, um es drei Jahre später an die Vereinigten Staaten zu verkaufen, da er Geld für seine Kriege in Europa brauchte. Die Grenzen im Westen Nordamerikas waren damals noch nicht festgelegt und mit dem Erwerb Louisianas stand der weite Nordwesten den schnell Zugreifenden offen.
Zwei Hauptleute des amerikanischen Militärs starteten 1804 die nach ihnen benannte Lewis-and-Clark-Expedition vom Mississippi zum Pazifik.
Über 6000 km wurden mit anderen Freiwilligen und ihren Familien in dem berühmten Pferdewagenzug zurückgelegt und das Gebiet des Missouri, des Yellowstone und des Columbia Flusses bis zum Pazifik erkundet und wertvolle Beobachtungen über Geographie, Fauna, Flora und Einwohner des Gebietes gesammelt.
Die Kunde von der Lewis-and-Clark-Expedition und dem wilden Westen begeisterte viele junge Leute aus Siedler Familien in den Oststaaten und mit Pferd und Wagen verwirklichten sie das Motto "Go West".
Das gesamte Gebiet im Nordwesten, viel größer als die bisherigen Oststaaten, wurde zum Staatsbesitz erklärt, es war von wenigen Indianerstämmen nur dünn besiedelt. Die neuen Siedler bekamen Ackerland kostenlos zugeteilt. Die Wälder, eingeteilt in Quadratmeilen, wurden den Eisenbahngesellschaften für den Bau neuer Bahnlinien in den weiten Westen übereignet.—
Vor gut 200 Jahren begann mit der Nutzung der Steinkohle in Europa, zuerst in England, das Industriezeitalter.
Das Paradies der fossilen irdischen Energievorräte war eröffnet.
Vor gut 100 Jahren begann dann das Erdölparadies, oft verbunden mit Erdgas-Produktion, das zuerst durch die beiden Weltkriege zwar behindert, aber zugleich angefeuert wurde (Moltke: der Krieg ist der Vater aller Dinge).
Mit der Erfindung des Verbrennungsmotors und der dann durch die einmalige, noch nie dagewesene Mobilität für Verkehr und Transport, die auch unsere heutige globale Wirtschaft erst ermöglichte, entstand der Wohlstand und der hohe Lebensstandard (unser Luxus-Paradies), in dem wir in Deutschland fast alle leben.
In USA begann die Pkw-Massenfertigung am laufenden Band (Ford Modell T: egal welche Farbe, Hauptsache sie ist schwarz). Das Flugzeug wurde dort zum wichtigsten Verkehrsmittel. Im in Zweiten Weltkrieg wurden auch LKWs in Massenproduktion (zuerst für die russische Armee) gefertigt. Nach dem Krieg wurde die deutsche Autoproduktion Weltspitze. Doch nun leidet schon die amerikanische Wirtschaft, der größte Sprit-Verbraucher (und -Vergeuder) der Welt unter der Verteuerung des Erdölpreises. Denn letztendlich geht auch die Immobilienkrise (Kreditkrise) darauf zurück. Seit Bretton Woods war der Dollar nicht mehr an die Goldwährung gebunden, man konnte Greenbacks nach Belieben drucken und weltweit dafür einkaufen, sozusagen mit zinslosem Kredit. Zugleich blühte vor allem in USA die Kreditkarten-Wirtschäft, die nach weitere Abschreibungen nach sich ziehen wird.---
Als im Laufe der Industrialisierung im 19.Jahrhundert Kapitalgesellschaften eingeführt wurden, Handelsgesellschaften, die als juristische Person rechtsfähig sind, während bei Personalgesellschaften jeder Teilhaber persönlich voll haftbar ist, wurde im Sinne des Liberalismus in der Wirtschaft die persönliche Haftung der teilnehmenden Personen auf ihre Kapitaleinlagen beschränkt.
In USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Richtung zur freien Finanzwirtschaft im deregulierten Börsenhandel vorgegeben. Zwar war in vorhergegangenen Jahrhunderten auch in der Kamera- listik stets ein Gewinnstreben vorgesehen, doch vor allem als ethisches Ziel körperlicher und geistiger Arbeit, als Selbsterhaltungtrieb zur Sicherung des eigenen Daseins und das der Gemeinschaft. Leider wurde der Gemeinschaftssinn schon in der Weimarer Republik im industriellen Kapitalismus und dann auch im Grundgesetz der Bundesrepublik im Sinne der Volksgemeinschaft - wie maßlos übertrieben während der Nazizeit und zu Beginn der beiden Weltkriege - nicht mehr propagiert.--- Erst mit der Nutzung der fossilen Energievorräte begann mit der Industrialisierung in der Finanzwirtschaft das grenzenlose Profitstreben.
Doch mit der Verknappung und Verteuerung des Erdöls bricht diese Fantasie-Finanzwirtschaft nun zusammen.-
Mit dem Barrel-Preis steigt und sinkt -umgekehrt- die Wertschöpfung der menschlichen Arbeitsstunde in den Industrieländern, d.h. wir müssen jetzt länger arbeiten, der Stundenlohn wird sinken.-
Leider wird die globale Rezession besonders in den Auto-Ländern USA und Deutschland weiteres Unheil anrichten.
In USA wirkt sich die Verteuerung der Flugpreise schon wirtschaftshemmend aus und natürlich auch sinkende Verkaufszahlen in der Autoindustrie. Um neue Arbeitsplätze zu schaffen, werden neue Betriebe z.B. in der Bekleidungs- und Schuhindustrie geschaffen werden, die vorher wegen billiger Einfuhren aus China stillgelegt wurden. Daher wird auch das chinesische Wirtschaftswachstum zurückgehen. In der Wirtschaftszone Guangzu klagen schon jetzt kleine Schuhfabriken über schwindende Aufträge aus den USA.
Die USA sind noch immer ein großes reiches Land mit viel Ressourcen und werden die Rezession besser verkraften als Deutschland. Auch die Bevölkerungsdichte ist nicht so hoch wie in Deutschland bzw. Europa.-- Wenn die Rezession in Deutschland vor allem bei der Autoindustrie, die ca. 40 % unseres BIP generiert, voll zu Buche schlägt, werden wir unseren heutigen Armutsbegriff weit herunterschrauben und außer den Managergehältern auch die Beamten- und Tarif-Einkommen infrage stellen und unsere Sozialleistungen kürzen müssen. So lange das deutsche Lohnniveau nicht an das der anderen Euro-Länder, vor allem der neuen Ostländer angepasst ist, wird die Arbeitslosigkeit in Deutschland stark zunehmen. –

Den Schweinezyklus wird es auch global nicht geben, da Erdöl -wenn überhaupt- erst nach vielen Jahrtausenden neu sprudeln kann.---


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Religionsfreiheit für den Islam in Deutschland, kann es nur geben, wenn er in seiner gesamten Religionsausübung Offenheit zeigt, d.h. die Landessprache deutsch spricht, genauso wie die katholische Kirche, die in Deutschland überall Deutsch spricht, nicht lateinisch oder italienisch.---

bi_bei den polnischen freunden

Am nächsten Morgen, Sonntag, den 31.8., verabschiedete ich mich nach dem Frühstück und fuhr über Trebnitz zu meinen Freunden nach Krotoschin.
Ich hatte sie vor zwei Jahren kennen gelernt, als ich von Breslau zu meinem Vetter Gunter in Michale fuhr. Gleich hinter Trebnitz stand ein junger Mann am Straßenrand und winkte mit dem Daumen.
Er war Student in Oppeln und wollte seine Eltern in Krotoschin besuchen. Der Vater, zwei Jahre jünger als ich, nach dem Krieg als Heimatvertriebener aus Lemberg hierher gekommen. Als polnischer Student erhielt er ein staatliche Beihilfe für sein Wirtschaftsstudium, währenddessen er auch ein halbjähriges Praktikum in USA absolvierte, und er spricht auch etwas Englisch. Seine Frau lernte er hier kennen.
Sie lebte auf einem polnischen Gutshof, der dann im Warthegau an deutsche Rücksiedler aus Russland übergeben wurde und sie arbeitete dort als Haushälterin weiter und lernte Deutsch.
Nach dem Studienabschluss wurde der Mann Offizier in der polnischen Armee und bekam nach seiner Entlassung einen Zuschuß für einen Hausbau, als er Leiter der staatlichen Wurst-Fabrik in Krotoschin geworden war.
Sie heirateten und bauten das zweistöckige Wohnhaus für sich und ihre zwei Kinder.
Die ältere Tochter hatte in Breslau deutsch studiert, und arbeitete dort als Englisch-Dozentin an der Uni. Sie hat inzwischen einen Arzt geheiratet, der nun als Oberarzt an einer großen Klinik in Militsch, 30 km von Krotoschin entfernt, angestellt ist. Sie haben zwei kleine Söhne und wohnen in einem Einfamilienhaus mit Garten neben der Klinik. Die Mutter war bis zu ihrer Pensionierung Laborantin in der Fabrik ihres Mannes.--

Obwohl ich wie immer unangemeldet kam, wurde ich freudig begrüßt und zum sonntäglichen Mittagessen eingeladen.
Nach dem Kaffeetrinken sagte ich wieder Adieu und fuhr über Gostyn und Wollstein in meine alte Heimat zu meinen Freunden Dominik und Alex und ihren Familien nach Groß Dammer und Klastawe.
Ich blieb dort aber nur über Nacht, da am Montag den 1. September für die Kinder Schulbeginn und viel zu tun war. Die Sommerferien in Polen dauern zweieinhalb Monate, und natürlich gibt es weniger andere Ferien.
Nach dem Frühstück fuhr ich also weiter über Posen und Bromberg zu meinen Freunden nach Susz (Rosenberg), wo ich wieder herzlich empfangen wurde und übernachten konnte.
Am nächsten Vormittag spazierte ich durch die Stadt zur nur knapp erstellt Badeanstalt am großen See, um dort zu schwimmen, und lief dann weiter am See entlang, durch den Park, in dem man noch die Verteidigungsgräben der deutschen Soldaten beim Rückzug vor den Russen sehen konnte, hinauf zum großen Backsteindom am Marktplatz, der früher evangelisch war und nun mit polnischen Priestern katholisch ist.
Nach dem Mittagessen fuhr ich dann über kleine Landstraßen etwa 30 km südwärts zur Enkelin Barbara und ihrem Mann Edek, die auf einem Gutshof bei einem kleinen Dorf in einem alten zweistöckigen Steinhaus mit großem Garten und ausgedehnten Stallgebäuden leben.
Der Hof liegt 3 km vom Ort entfernt, nur über einen schmalen Feldweg zu erreichen. Er gehört schon seit mehreren Generationen der Familie Jegowski, die als großbürgerliche Sippe in Thorn (Torun) zuhause ist.
300 Morgen hügeliges Land rund um den Hof gehören zu dem Anwesen, nur ein wenig Wald, sandiger Boden, auf dem qualitativ sehr gute Kartoffeln gedeihen. In den Ställen mästete Edek mit einem Knecht, der eine kleine Wohnung in den Stallgebäuden hatte, Schweine und Kälber mit seinem Getreide und Kartoffeln, bis sie verkaufsbereit waren. Zur Erntezeit hatte er meist ein oder zwei weitere Knechte auf dem Hof.-
Barbara hatte das alte deutsche Gymnasium in Deutsch- Eylau besucht, das nun polnisch war, aber Deutsch als erste Fremdsprache lehrte. Schon als Kind hatte sie von Mutter und Großmutter deutsch gelernt, kann also gut Deutsch sprechen, allerdings viel deutsche Worte vergessen. Edek spricht überhaupt nicht Deutsch.-
Sie haben zwei Söhne, Arthur und Tomek, die jeden Tag 4 km mit dem Auto zur Dorfschule gebracht werden mussten.-
Barbara wollte im Dachgeschoss ihres Hauses drei oder vier Schlafzimmer und einen gemütlichen Aufenthaltsraum für einen Erholungs-Aufenthalt deutscher Feriengäste in Natur und Einsamkeit einrichten, doch ich konnte ihr dazu keine fachkundige und ermutigende Beurteilung geben. Und wegen der schlechten Verkehrs Anbindung wurde ihr Projekt nie realisiert.
Ich durfte in einer gemütlichen kleinen Schlafkammer im Dachgeschoss übernachten und wurde eingeladen, noch einen Tag Sommerfrische bei der Familie zu genießen.
Ich sah ein wenig bei der Feld- und Stallarbeit zu und wanderte bei schönem Wetter auf dem kleinen Feldweg, der dann kaum noch für Pferdegespanne zu befahren war und irgendwo am Horizont zu einem anderen Dorf führte, weiter in eine kleine Senke bis zu einem See, aber kehrte dann zum Hof zurück. Weit und breit war kein anderes Haus zu sehen, nur am Feldweg in der anderen Richtung lag in einem Waldstück noch ein kleiner Bauernhof, der von einem Ehepaar mit zwei kleinen Kindern bewohnt war.-

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verabschiedete ich mich und fuhr nochmal in Rosenberg bei Eltern und Oma vorbei.
Dann weiter über Kwidzyn mit der alten Ordensburg zur Weichsel , wo eine kleine Autofähre (Prom),groß genug für drei Pkw oder zwei Lieferwagen, über den Fluß fährt, ohne Motor, nur an einem langen starken Drahtseil die Strömung als Antriebskraft ausnutzt. Zwei Fährmänner bugsieren die Stahlschlaufen mit denen die Fähre am Seil hängt, mit großen Hanteln das jeweilige Vorderende zum gegenüberliegenden Ufer in die Strömung, so dass diese mit dem lose hängenden Hinterteil die ganze Fähre am Seil entlang Richtung anderes Ufer drückt. Die Überfahrt ist kostenlos, da die ganze Anlage ein Staatsbetrieb ist.-

Meine Fahrt ging weiter über Tuchola, wo in der Tucheler Heide mein Vater seine kleinen Sägewerke hatte, nach Kujan, wo ich ein paar Monate meine Lehrzeit verbrachte. Dort parkte ich mein Auto neben der kleinen Badestelle, wohl nur ein paar Enten im See schwammen, die aber wegflogen, als ich dasselbe tat. Dann noch ein kurzes Sonnenbad und ein Spaziergang über die Dorfstraße zum Sägewerk, das aber nicht mehr in Betrieb zu sein schien.

Die Autoreise ging weiter über Flatow nach Pila (Schneidemühl), der alten Hauptstadt des Regierungsbezirks Grenzmark Posen Westpreußen, über Pniewy (Pinneberg) und Tirschtiegel nach Groß Dammer, wo ich rechtzeitig zum Abendbrot auf dem Hof von Dominik und Celina, seiner Frau, eintraf.
Am Freitag, den 5.9., machte Dominik dann in seiner Garage an meinem Auto den Motor-Ölwechsel und eine Kontrolluntersuchung wie jedes Jahr.
Ich schaute wie immer zu, um mehr über die Innereien meines Autos zu lernen.

Nach dem Mittagessen radelte ich durch Neu Bentschen zum Kaffeetrinken zu meinen Freunden nach Klastawe. Dort spazierte ich dann noch zur kleinen Holzkirche, um die Renovierung des Innenraum zu bewundern, und am Dorfteich und Schlösschen vorbei.
Nach dem Abendbrot per Rad wieder nach Groß Dammer, wo Dominik am Fernseher deutsche Programme einstellte die dort gut zu empfangen sind, und in der Familie fast alle gut Deutsch können. Ich schlief wieder auf der Couch im Wohnzimmer. Am nächsten Morgen radelte ich um halb 7:00 Uhr morgens auf dem Feldweg die anderthalb Kilometer zum Waldrand und kletterte dort auf den unbesetzten Hochzsitz der i Jäger, von wo aus man eine weite Fernsicht nach Osten über die Felder bis zum Dorf hat.
Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Auto über Klastawe, um auch Alex und seiner Familie Aufwiedersehen zu sagen nach Bomst (Babimost), 6 km südlich von Neu Bentschen. Dort wohnte noch die alte Schneiderin meiner Mutter, Frau Stefanowski, eine Deutsche, die mit einem Polen verheiratet war, an der Hauptstraße in einem der einstöckigen Doppelhäuser, wie sie dort in den kleinen Städten üblich waren. Er war aber schon gestorben. Diese Häuser waren natürlich nur sehr einfach mit winzigen Räumen gebaut. Sie freute sich sehr, wenn ich sie besuchen kam, da sie sich mit mir auf Deutsch über die alten Zeiten unterhalten konnte.
Nach zwei Stunden fuhr ich weiter über Neusalz (Nova Sol) nach Breslau zu meinen jungen Freunden. Dort wurde ich wieder herzlich empfangen und bewirtet, lud einige Dinge für die Mutter in mein Auto und startete am Sonntag, den 7.9., nach dem Mittag essen, zurück nach Deutschland, über die Autobahn nach Cottbus, Berliner Ring, nach Hannover, dann Landstraße über Nienburg nach Sulingen zu den Eltern.
Montag früh besuchte ich wieder die Schwimmhalle und nach einem guten Frühstück und herzlichem Adieu, ging es um 11:00 Uhr über die Landstraße nach Minden und die Autobahn über Paderborn-Kassel wieder heimwär. Als ich hinter der Ausfahrt Erlangen West am Dechsendorfer Weiher vorbeifuhr, war es erst 17:30 Uhr und noch sehr heiß und ich hatte im Auto geschwitzt, obwohl ich die Dachluke und alle Fenster offen hatte. Also ging ich an der Badeanstalt nochmal schwimmen, bevor ich die letzten 7 km nachhause fuhr.---

gk_PS-starke Managerkarossen

Wenn der Sprit weiter teurer wird, leidet die deutsche Auto-Industrie darunter, die ca. 40 Prozent der deutschen Wirtschafts-Leistung generiert.
Die großen P.S.-starken Modelle, an denen am meisten verdient wird, werden immer weniger verkauft werden können .
Und die Regierung wird nach der sozialdemokratischen Neuorientierung
( Witzbild: Münte sitzt in einer Kirchenbank und vor ihm steht ein katholischer Priester, zu dem er bewundernd sagt, „wie haben Sie es nur geschafft, jahrhundertelang ohne Reformen auszukommen ?“ )
über kurz oder lang nicht umhin kommen,
die Steuerfreiheit für PS-starke Managerkarossen aufzuheben.
Natürlich wird es nie eine völlige Gleichheit aller Menschen in der Gesellschaft geben, und sozial- demokratische Politik kann nur versuchen, die größten Exzesse der Besitzstand-Entwicklung zwischen Arm und Reich vernünftig auszugleichen, wobei natürlich das Schrumpfen unseres durchschnittlichen Lebensstandard in Folge der Erdöl-Verknappung berücksichtigt werden muss.--

bi_ tour durch u.s.a. 1980

Nach der Pfingstferientour mit Christian nach Polen, wurde ich am 1. Juli 1980 von meiner Firma Rehau Plastics arbeitslos gemeldet.
Mein Chef sagte mir, ich könne ein Jahr lang stempeln gehen und Arbeitslosengeld beziehen.
Ich war nun 59 Jahre alt und konnte dann ab 60 Rente beantragen und sagte mir, eh wurscht, und dachte gar nicht daran, beim Arbeitsgericht zu klagen.

Für August plante ich mit Stephen (17) und Michael (15) eine vierwöchige Reise in die USA.
Beide sind deutsche und durch Geburt US Bürger.
Wir flogen von Frankfurt nach New York.
Einen Tag lang liefen wir durch den Central Park und Manhatten Park am Südufer mit Blick auf Liberty Island und die Freiheitsstatue.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach New Jersey und kauften bei einem Gebrauchtwagenhändler für 150 Dollar einen alten hellbraunen Zwölfzylinder Pontiac, mit dem wir sofort losfuhren Richtung Westen.

Zuerst durch Pennsylvania und New York State zu den Niagara Falls.
Dann am EerieSee entlang nach Ohio.
Über Cleveland und durch Indiana nach Chicago.
Dort einen Tag sightseeing dann weiter westwärts durch Iowa und Nebraska, die endlosen Mais- und Getreidefelder des Mittelwestens.
Über Denver und Salt Lake City dann zum und Yellowstone Park , wo wir außer den Geysiren auch einige Bären sahen. Durch die Rocky Mountains in Montana nach Idaho zum Snake River und weiter am Ufer des Columbia nach Portland/Oregon, wo meine Schwester Ilse und ihr Mann Bill uns schon erwarteten.
Dort verbrachten wir einige schöne Tage auf ihrem großen Anwesen auf dem steilen Hang der Randberge hoch über der breiten Talebene am Zusammenfluß des Willamette in den Columbia River mit Blick auf die großen Vulkanberge Mount Adams und St.Helens am Horizont.
Sie fuhren uns in Bills neuem Auto zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und in der näheren und weiteren Umgebung.
Nach einer Woche nahmen wir Abschied, um über die Straße an der Oregon Coast nach Brookings zu fahren.
Dort besuchten wir meinen alten Freund Mike Page und seine Frau.
Auf seinem großen Grundstück bauten die Jungens ihr Zelt auf und Mike fuhr mit uns in seinem Auto zu dem Haus in dem wir 9 Jahre gewohnt hatten, dass vom neuen Besitzer inzwischen erweitert wurde; zum Sperrholzwerk, dass längst nicht mehr Genossenschaftsbetrieb ist und von der Konkurrenzfirma übernommen wurde, zum Fischerhafen, zu unserem Badeplatz 9 km flussaufwärts am Chetco River, wo das Wasser im Sommer immer viel wärmer ist als am Meeresstrand, und zu vielen anderen Stellen, die wir von damals noch kannten.
In der kleinen Werkstatt eines guten Freundes wurden die altersmüden Bremsen unseres Pontiac repariert.
Dann fuhren wir weiter Richtung Kalifornien, auch wenn 4 Zylinder des Motors nach wie vor nur sporadisch arbeiteten. Aber die 8 anderen reichten vollkommen für unser gemütliches Tempo und Sprit war damals noch spottbillig.

Südlich von Brookings erstreckt sich eine flache über 50 Kilometer lange und 10 bis 20 km breite Ebene zwischen Küstengebirge und Pazifik etwa 20 m überm Meeresspiegel mit Lehmboden gut für Ackerbau und Viehzucht.
Dort gab es viele Bauern, die sich auf die Zucht von Lilienzwiebeln spezialisiert hatten (Lilly Fields).
Wir holten uns früher dort bei einem Milchbauern alle drei Tage unsere Milch in Gallon(=gut dreieinhalb Liter)-Kanistern.-

Nun fuhren wir aber weiter nach Kalifornien, an der Küstenstentraße entlang, durch Sonoma County mit seinen Weingütern und über die Golden Gate Bridge nach San Franzisko.
Nach zwei Tagen weiter über Palo Alto und San Jose ins San Joaquin Valley mit seinen Weinbergen, durch Fresno und Bakersfield nach Los Angeles, Disney Land und Long Beach, San Diego und das große stählerne Grenztor nach Mexiko.
Da durften wir aber mit unserem alten Pontiac nicht durch und fuhren weiter auf dem Freeway (Autobahn) entlang der mexikanischen Grenze nach Osten.
Bald stoppte uns aber eine Grenzpolizeistreife und kontrollierte unsere Papiere und Auto.
Wir drei hatten braun gebrannte Gesichter und besonders Michael trug damals schulterlange dunkle Haare.
Für die Cops waren wir in Phoenix Arizona und weit weg von der mexikanischen Grenze.
Weiter fuhren wir über Tucson nach New Mexiko.
Wir überquerten den Rio Grande und waren dann bald in Texas und wieder dicht an der mexikanischen Grenze.
Auf dem Freeway hinter El Paso verpasste uns eine Polizeistreife, wie vor fast 20 Jahren, wieder eine Verwarnung über 10 $, weil wir etwas zu schnell gefahren waren.
Da die Öl-Barone im reichen Texas sich eine große Polizeitruppe halten, um ihre lange Grenze gegen mexikanische Einwanderer zu schützen, mußte sich diese auch rentieren.-

bi_on the road

Jedes Jahr ließ sich Maria ihr learners
permit erneuern und fuhr so überall mit mir Auto.
Erst nach unserer Rückkehr nach Deutschland hat sich Maria hier ihren eigenen Führerschein besorgt.
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Im Frühjahr 1960 machte ich mit Maria im Käfer zwei Wochen lang eine große Rundreise durch die Staaten.

Wir fuhren durch Kalifornien nach Las Vegas und zum Hoover Dam , dann in den Grand Canyon National Park und wieder südwärts durch Arizona nach Phoenix und Tucson.

In diesen beiden Großstädten bestehen viele Stadtteile aus gepflegten Gartengrundstücken, die für Reise-Mobile jeder Größe komfortabel eingerichtet sind, mit allen notwendigen Anschlüssen und Parkplätzen kurz- oder langfristig gepachtet werden können.
Dazu gehören auch große Parks mit Schwimmbädern, Golf-und anderen Sportanlagen, die oft auch ganzjährig von Senioren aus den Nordstaaten belegt sind, wegen des angenehmen Höhenklimas in den südlichen Ausläufer in der Rocky Mountains und der subtropischen Vegetation.

Weiter ging unsere Fahrt durch New Mexiko nach El Paso, der alten Cowboy Stadt in Texas am Rio Grande, der aus den Rocky Mountains kommend in seinem schluchtenreichen Verlauf von da ab bis zu seiner Mündung in den Golf von Mexiko, die Grenze zwischen dem bergigen mexikanischen Bauernland und dem Paradies der Sehnsucht ihrer armen Menschen bildet.

Und in diesem Paradies wurden wir auch sofort auf den harten Boden der Wirklichkeit zurückgerufen, als auf dem Freeway (=Autobahn) eine Polizeistreife uns einen Straf-Zettel wegen Geschwindigkeits-Überschreitung verpasste. Fast überall in USA gilt 60 Meilen pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit (= 96 km/h).
Nur im wilden Westen, wozu das reiche Öl-Land Texas heute nicht mehr gehört, nimmt man das nicht so genau. -

Unsere Reise ging weiter über San Angelo, Fort Worth und Dallas nach Shreveport in Louisiana und von dort nach Baton Rouge und New Orleans, wo wir die Altstadt noch im historischen französischen Flair bewundern konnten.
Und natürlich schliefen wir in einer der alten einfachen Herbergen aus der Postkutschenzeit.

Auf der Küstenstraße am Golf von Mexiko fuhren wir weiter durch die Zipfel der Staaten Mississippi, Alabama und Florida zu dem Haus von Marias Vetter in Albany/Georgia.

Dort wurden wir herzlich aufgenommen und nach drei Ruhetagen in ihrem Haus und großem Garten fuhren wir nun weiter Richtung Norden. Die beiden Söhne waren damals noch nicht geboren. Sie leben heute mit ihren Familien noch in Georgia, der eine als Arzt, der andere als Rechtsanwalt, die Mutter noch im Haus in Albany. Vetter Volkmar ist vor kurzem gestorben.-

Unsere Fahrt ging weiter über Savannah an der Atlantikküste entlang, durch die Staaten South und North Carolina und Virginia nach Washington D.C., wo wir alle Sehenswürdigkeiten und auch den Helden Friedhof in Arlington besuchten.

Dann nach Nordwesten zu den Niagara Fällen.

Weiter am Erie See entlang durch die Staaten Pennsylvania, Ohio, Indianapolis, nach St.Louis/Missouri, wo wir uns die Stadt mit dem 310 m hohen Gateway Arch anguckten.

Durch die Mid West Staaten Iowa und Nebraska mit ihren endlosen Getreide- und Maisfeldern fuhren wir nach Denver in Colorado, wo Ilse zuerst gearbeitet hatte, damals aber vorübergehend zur Durchführung einer Operation in Deutschland weilte.

Weiter ging's zur Mormonen Stadt Salt Lake City und den Großen Salz See und nach Wyoming zum Yellowstone National Park mit seinen weltberühmten Geysiren und Bären.

Dann durch Montana und Idaho, wo wir zum ersten Mal auf unserer Reise Schnee sahen, und obwohl die Straßen auch ohne Schneeketten gut befahrbar waren, einen minimalkleinen Unfall bauten.
Gegen einen Straßen-Begrenzungs- Pfosten gerutscht, kleine Beule am rechten vorderen Kotflügel.

- Spokane, die Handels- und Verkehrs-Metropole im Osten des Staates Washington war ursprünglich Zentrum des großen Hart(Trocken)-Weizen Anbaugebietes auf dem Rinder-Farmland im Columbiafluss-Becken, das seine Bewässerung nur durch den Nebel-Niederschlag der vom Pazifik über das Kaskadengebirge darüber ziehenden Wolken, die sich dort schon abgeregnet haben, erhält. Strom vom Coulee-Damm hat dort auch Aluminium-, Holz-und andere Industrien angesiedelt. -

Durch die Schluchten des Snake River und die Dürregebiete des östlichen Oregon mit seinen Pinienwäldern fuhren wir heim nach Brookings.-----

bi_refugee (relief act)

Im März 1953 wurde der Refugee Relief Act
(Flüchtlings Hilfs Gesetz) in den U.S. Kongress eingebracht, mit dem eine halbe Million Heimatvertriebene aus den deutschen, von Polen annektierten, Ostgebieten ohne Bürgen und ohne Quoten in die U. S. A. einwandern könnten, terminiert bis zum 31. März 1957.
Es dauerte aber bis Oktober 1956 ehe der R.R.A. (parlamentsüblich) Gesetz wurde.
In Westdeutschland, wo wir Heimatvertriebenen einen speziellen grünen Ausweis (ähnlich dem Personalausweis) besaßen, hatten sich 500.000 meist junge Menschen gemeldet und waren nach Befragung durch ein U.S. Konsulat akzeptiert worden, darunter auch meine Schwester Ilse und ich.
Also konnte man die Überfahrt nach U. S. A. erst im Oktober organisieren.
Da es damals noch keine Jets gab, die im Shuttle-Flug diese Transportleistung innerhalb von fünf Monaten leisten konnten, hat man einen längst eingemotteten Truppen- Transporter aus dem Krieg wieder eingesetzt.
Meine Schwester ist im Januar 1957 mit dem Schiff 10 Tagelang von Bremen nach New York unterwegs gewesen, meist bei hohem Seegang mit vielen Familien und kleinen Kindern in Hängematten unter Deck, viele see-
krank.

Ich hatte mehr Glück und flog Anfang Februar mit einem Turbo-Jet von Hamburg mit Zwischenlandung in Island und Neufunfland nach New York, schneller und bequemer als Ilse.
-Später behauptete ich jemand, bis zum 31. März 1957 seien nur gut 350.000 Einwanderer unter dem R.R.A. in die USA gelangt.-
Die U. S. Behörden hatten auch keine Organisation, um so vielen Leuten schnell Wohnung und Arbeit zu besorgen.
So wurden wir zu Kirchengemeinden in Gegenden gesandt, in denen man uns beruflich schnell vermitteln konnte.

Ilse kam nach Denver und ich, als gelernter „ Holzwurm“, nach Longview im Staat Washington an der nordwestlichen Küste.
In den Wäldern des Kaskadengebirges ist dort eines der wichtigsten Holzindustriegebiete der USA.
Der Vorsteher der dortigen lutherischen (evangelischen) Kirchengemeinde war zugleich Personalchef des großen Holzwerkes der Firma Weyerhäuser, einer der drei größten Holz-Firmen der U. S. A..Wally Pettersen und seine Frau waren schwedischer Herkunft, und nahmen mich in ihrem großen Einfamilienhaus in der Nähe des Werkes auf wie einen guten Freund.
Ich durfte im Zimmer des ältesten Sohnes, der im Osten studierte, schlafen und wurde in den ersten Tagen auch bei ihnen verköstigt.
Wally half mir bei allen nötigen Anmeldungen und besorgte mir einen Job als Zeichner im Forstamt der Firma, das im Headquarters Camp mitten im bergigen Waldgebiet in der Nähe des Mount St.Helens lag, etwa 25 km von Longview entfernt.
Dort schlief ich im Waldarbeiterschlafsaal und aß in der Kantine.
Im Forstamtbüro auf dem Camp hatte ich ein Zimmer mit einem großen Zeichentisch.
Mit dem Förstern und dem Oberförster verstand ich mich gut, einige von ihnen waren deutscher Herkunft und einer sprach sogar noch ein wenig Deutsch.
Sie wohnten alle in schönen Einfamilienhäusern in Longview und Kelso, und fuhren jeden Tag mit ihren Geländewagen ins Camp.
Die Arbeit machte mir Spaß, da ich gerne zeichne und auch oft mit den Förstern in den Wald fuhr, um Baum-Flächen in den Square Miles zu vermessen.
Am Wochenende war ich wieder bei Pettersens eingeladen, und Wally verkaufte mir das alte braune Chevy Coupe seines Sohnes für 100 $.
Mein erstes eigenes Auto und ich war motorisiert.