--Im Rest des Jahres ging ich nicht mehr auf Reisen.
In Haus und Hof und im Garten gab immer etwas zu tun und auch beim Brennholz sägen konnte ich mich körperlich betätigen. Die Besorgungen, auch in Erlangen, machte ich meist mit dem Fahrrad.
Am 4. Dezember fuhr ich mittags nach Sinzing, Babsi und Walter mit ihren beiden kleinen Buben
zu besuchen, übernachtete in ihrer kleinen Wohnung auf dem Sofa im Wohnzimmer und fuhr am nächsten Morgen weiter nach München zur Hauptversammlung der Münchener Rück AG, danach am Abend wieder nachhause.-
Am 18.. Dezember vormittags fuhr ich mit dem Auto zu einer Magenspiegelung beim Internisten Dr. von Fritsch in Erlangen.
Befund: ein leichtes Zwölffingerdarm-Geschwür, das er mit Säureblockertabletten behandelte.-
Pünktlich zu Weihnachten fiel am zweiundzwanzigsten Dezember Schnee und ich konnte mehrere tagelang Schneeschippen.
Am Heiligen Abend hatten wir mit den Kindern Bescherung. Am ersten Weihnachtstag gab es Pute und ich konnte vorher mehr mal Mal in diesem Jahr meinen Skilanglauf um den großen Hangberg zwischen Bubenreuth und Bräunigshof bei genügend Neuschnee zur Appetitanregung machen.—
Am Montag, den 10. November, startete die für unsere Reisegruppe vorgesehene mehrtägige Radtour.
Zuerst fuhr uns ein Bus zu einem kleinen Ort etwa 25 Kilometer außerhalb des Stadtgebietes. Dort wurden die Fahrräder in einer Reparatur-und Verleih-Station an uns verteilt, einfache chinesische Rennräder.
Weiter ging es in westlicher Richtung auf der Landstraße in der großen Ebene südlich des Jangtse Flusses zu einem kleinen Ort an einem See, die Radl auf einen großen Anhänger am Bus geladen.
Dort wurden wir in einem kleinen Hotel am See einquartiert und machten nach dem Mittagessen eine 18 km Probefahrt auf unseren Rädern.
Fast alle Teilnehmer unsere Reisegruppe waren jünger und kräftiger als ich, aber wenn ich mal etwas zurück blieb, warteten sie und versuchten auch, mir durch "Schiebung" zu helfen.
Ich machte dann auch nochmal eine kleine Solofahrt, um mich an mein Radl zu gewöhnen.
Die meisten Straßen in China, die ich damals kennen lernte, waren gut asphaltiert, allerdings so schmal, dass höchstens zwei kleine Pkw aneinander vorbeikommen konnten, und die meisten Verkehrsteilnehmer außer Fußgängern waren Radfahrer, nur wenige Lastwagen, selten mal eine Funktionärs-Limousine mit verdunkelten Seitenscheiben.-
Nach dem Abendbrot konnte ich in der Badestube des Hotels noch ein heißes Bad nehmen.-
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück machten wir eine Dampferfahrt zu einer Felseninsel im See.
Wir wanderten auf dem Strand am Steilufer entlang zu einem Pharo-Tempel, stiegen dann die Treppen hinauf auf einen Aussichtspunkt auf der höchsten Felsspitze.
Dann fuhren wir im Dampfer zur Hafenstadt Jiaying, wo unser Bus mit Radlanhänger schon wartete, uns in die Stadt Suzhou transportierte und wir in einem Restaurant Mittag aßen.
Danach besichtigten wir eine Tonfiguren-Werkstatt und wanderten durch den großen Stein- Garten weiter in die Innenstadt, wo wir in einem Kaufhaus Seidenstoffe kaufen konnten, umgerechnet viel billiger als in Deutschland.
In einem großen Fahrrad-Geschäft konnten wir unsere Räder umtauschen, wenn wir wollten.
Aber ich hatte mich an meins gewöhnt und behielt es. Dann fuhr uns der Bus in ein Gästehaus, ähnlich einer Jugendherberge.
Am Mittwoch, den 12. November, nach dem Frühstück fuhr uns der Bus etwa 20 Kilometer weit, dann luden wir unsere Räder aus dem Hänger und starteten zu unserer ersten 42 km Gruppentour.
Alles klappte beinahe planmäßig (die Geschwindigkeit richtet sich nach dem langsamsten Gefährt des Konvois, aber da wurde durch Schiebung kräftig nachgeholfen) und wir erreichten um 12:30 Uhr das Gästehaus in Yixing.
Um 13:30 Uhr gabs Mittag und um 15:00 Uhr fuhr uns der Bus in eine Töpfereistadt, wo wir die große Ausstellung besichtigten, ebenso den Hafen und den Markt der Stadt. Um 19:00 Uhr fuhr uns der Bus zurück in unser Gästehaus.
Am Donnerstag, den 13. November, regnete es morgens und so fuhr uns der Bus gleich in unser nächstes Gästehaus in Changzhou. Als am Vormittag der Regen aufhörte, radelte ich alleine zu einem Kaufhaus, um mir einen gepolsterten Sattel-Überzug zu besorgen.
Mit Zeichensprache und Englisch Kauderwelsch ging das ganz gut.
Nach dem Mittagessen fuhr uns der Bus zu einem alten Krankenhaus, in dem die Patienten nach der traditionellen chinesischen Medizin behandelt wurden, wo wir in kleinen Gruppen durch die Krankensäle und Behandlungszimmer geführt wurden, was hochinteressant war.
Dann wanderten wir durch einen großen Markt-Platz mit vielen Verkaufsständen und zu einer alten Brücke am Kaiser-Kanal.
Nach dem Abendessen im Gästehaus spielten wir dort ein altes chinesisches Figurenspiel.
Am Freitag, den 14. November, fuhr uns unser Bus mit Fahrradanhänger gleich morgens nach Zhenjiang, wo wir um 10:00 Uhr im Jianshen-Hotel einquartiert wurden.
Nach dem Mittagessen fuhr uns der Bus zum Hafen.
Dort per Motorboot zur Jinshan-Insel, wo wir Turm, Fort und Tempel besichtigten.
Zurück in der Stadt liefen wir durch die Alte Gasse, ins Museum (Burdish-Haus).
Im Hotel ein heißes Bad und nach dem Abendessen machte ich allein einen Spaziergang über die Stadtpromenade.
Am Sonnabend Vormittag Fahrt im Bus zur großen Pagode im Park. Danach wieder eine 2 stündige Radtour der ganzen Gruppe bis zu einer Radfähre über den Fluss und weiter radeln nach Yangzhou.
Kurz vor der Stadt hätte ich den Anschluss an unsere Gruppe verloren, aber dank einer guten Skizze, die wir am morgigen erhalten hatten, fand ich schnell unser Hotel und war rechtzeitig im Speisesaal um 18:15 Uhr zum Abendessen mit den anderen.
Am Sonntag, den 16. November, war herrlicher Sonnenschein und ich genoss die letzte 50 km Etappe unserer Tour de China. Irgedwann hatte ich auch unseren Trupp verloren und radelte mein eigenes Tempo auf der Straße nach Nanking durch die weite Ebene mit Feldern und Wiesen, kleine Ortschaften und Häuser am Straßenrand oder in der flachen Landschaft mit Hecken und Sträuchern aber wenig Bäumen.
Ich begegnete Menschen, meist in der einfachen Mao Kleidung mit chinesischen Sonnen- hüten, denen ich zuwinkte, aber mich nicht mit ihnen unterhalten konnte.
Einmal fuhr ich an einer kleinen Scheune am Straßenrand vorbei, vor der ein großer Strohhaufen lag.
Darunter guckte am Rande eine menschliche Hand hervor. Ich traute mich nicht, anzuhalten und nach-
zusehen, da ich glaubte, sie gehörte zu einem Toten. Später hörte ich, dass sich alte Leute oft zum Schlafen unter einen Strohhaufen legen.-
Wir hatten uns verabredet, uns an der großen Brücke am Stadteingang zu treffen. Ich war Erster und so wartete ich ein Weilchen, bis auch alle anderen eintrafen, die unterwegs Picknick gemacht hatten.
Dann fuhren wir zu unserem Hotel und nach einem guten Abendessen und einem heißen Bad schlief ich den Schlaf des Gerechten.-
Am nächsten Morgen beklagten einige von uns, dass unsere Radfahrerstunden durch zwei Regentage zu kurz gekommen sind. Daraufhin wurden uns noch zwei Radtouren angeboten, eine 28 km und die andere 37 km lang. Ich entschied mich für die kürzere, auf der ich besser mein Bummeltempo und den Zeitplan einhalten konnte. Danach gabs im Hotel Mittagessen und nachmittags fuhren wir im Bus aufs Land zur Besichtigung einer großen Teeplantage und anschließend zu einer Seidenraupenzucht, danach zurück ins Hotel.
Am nächsten Morgen, Dienstag den 18. November, fuhr uns der Bus zum Hauptbahnhof und mit der Bahn ging es zurück nach Shanghai. Dort fuhren wir per Bus in ein Restaurant zum Mittagessen und danach ins Hotel.
Von dort gingen wir am Bund spazieren und ich ließ mir bei einem Friseur die Haare schneiden, was zum heutigen Kurs umgerechnet knapp zwei Euro kostete, ganz schön billig für diese Weltstadt.
Aber auch chinesische Seide war preislich sehr günstig und nach einem Spaziergang durch die Altstadt besorgte ich mehrere Meter Kleider-Stoff als Mitbringsel für meine Damen. Nach dem Abendessen im Hotel sahen wir noch eine Theatervorstellung des Bettelstudenten.
Am nächsten Morgen Besuch eines Krankenhauses und eines Kindergartens. Um 12:00 Uhr Mittagessen in einem Restaurant. Danach Bus zum Flughafen und um 15:45 Uhr Abflug in einem Airbus 310 , um 18:00 Uhr Landung in Kanton. Nach dem Essen in einem Restaurant Einquartierung im Dong Fang Hotel.
Am Donnerstag den 20. November morgens Bus zum Ahnen-Tempel , dann zum historischen White Swan Hotel und zum Freimarkt, wo es auf vielen hundert Ständen tausende von exotischen chinesischen Nahrungs- und Heilmitteln, Meerestiere und -Früchte zu kaufen gab.
Nach kleinem Imbiss in einem Markt-Restaurant Bus zum Hafen, wo wir nach der Zollkontrolle in einem Personenhydrofoilboot (Wassergleitboot mit Luftpropellervortrieb)
um 14:00 Uhr durch die Perl River Mündung nach Hongkong fuhren. 17:30 Uhr Ankünft in Kowloon Hafen. Bus zum Bismarck Fang Hotel. Um 20:00 Uhr fuhr ich alleine mit der Star Ferry hinüber auf die Insel Kowloon, wo ich mit dem Doppeldeckerbus ganz vorne auf dem Oberdeck gleich hinter der großen Aussichtsscheibe die ganze Strecke bis Sau Ki Wan und zurück zum Fährhafen fuhr.
Auf meinen beiden vorherigen Chinareisen war ich ja schon in Hongkong, also "ortskundig" und das war meine Lieblings-Tour dort.
Mit der Fähre zurück ins Hotel nach Kowloon, noch schnell zur Pizzeria und um 23:00 Uhr ins Bett.-
Am nächsten Morgen eine Sampoonfahrt nach Aberdeen und um die ganze Insel Hongkong zurück nach Kowloon. Mittagessen im Hotel.
Dann fuhr ich wieder solo mit Tram und Fähre auf die Insel Lantau, wo damals schon die ersten Bauarbeiten für den neuen Großflughafen nebst einem Autodamm durch die Meerenge nach Hongkong begannen, wo aber noch nicht viel von diesem Riesen-Vorhaben zu sehen war.
Also schnell zurück ins Hotel, denn um 17:30 Uhr ging der Bus zum Flughafen, wo wir nach der Zollkontrolle 19:30 Uhr mit einer TG 607 abflogen nach Bangkok.
Dort Ankunft um 21:30 Uhr und Bus ins Narai Hotel.-
Am nächsten Morgen, Samstag , dem 22. November, ging es nach einem guten Büffet-Frühstück um 9:00 Uhr im Bus zum alten Stadtkern am Menam Fluss, der stellenweise noch von einer Mauer umgeben war, mit seinen großen Tempelanlagen, buddhistischen Klöstern, Regierungs- Palästen, Gärten, Pagoden und auch Hochhäusern. Wir schauten uns viele der prächtigen Gebäude von außen an und fuhren dann auch zum Sommerpalast des Königs im Norden der Stadt. Um 13:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zurück ins Hotel zum Mittagessen, danach auf den berühmten "schwimmenden Markt", zum Teil auf dem Menam. Nach dem Herumbummeln war es noch warm genug zu einem kurzen Schwimmbad im Fluß. Nach dem Abendessen im Hotel machte ich noch einen Spaziergang am Kanal und um 20:00 Uhr fuhr uns der Bus zum Flughafen.-
Um 22:45 Uhr ab Bangkok in einem Jumbo Jet Nachtflug nach Frankfurt/M.
Landung am Sonntag,d.23.11. um 8:20 Uhr. Um 8.45 Uhr Abschiednehmen unserer Reisegruppe. Um 9 Uhr Heimfahrt im Auto und um 11:00 Uhr war ich wieder zu Hause.-------
Am 17. September 1986 flog ich noch einmal für 2 Wochen nach USA, um Ilse und Bill zu besuchen.
Damals war Bill nach seinem Schlaganfall schon in einem Genesungsheim in der Nähe, wo wir ihn mit dem Ford Pinto fast jeden Tag besuchten.
Allerdings fuhren Ilse und ich während meines Aufenthaltes im Pinto auch für drei Tage nach Brookings und für vier Tage nach Vancouver B.C. , bevor ich wieder heim flog. --
Nach einer zwei- und einer dreitägigen Autofahrt durch Nord- und Westdeutschland zum Besuch von Freunden und Verwandten startete ich am Freitag, d. 31. Oktober 86 zu meiner 3. China-Reise;
vormittags um 8:10 Uhr mit einer 20köpfigen Touristengruppe von Meyers Weltreisen.
Diesmal flogen wir von Frankfurt über Paris, wo uns nach einem guten Mittagessen unsere deutsche Reiseleiterin, eine ältere Dame (Lehrerin) vorgestellt wurde und wir um 16:40 Uhr in einer Boeing 747 über Nacht 14 Stunden nonstop nach Neu Delhi weiterflogen.
Dort hatten wir einen Tag Zwischenaufenthalt zu einer Busrundfahrt durch die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten. Danach wurden wir in ein gutes Hotel gefahren, und nach dem Abendessen wurde uns noch ein Feuerwerk geboten . Am nächsten Morgen um 5:30 Uhr frühstücken, 6:30 Uhr Bus zum Flughafen und in einem Jumbo Jet direkt nach Peking.
Bei herrlichem Sonnenschein flogen wir parallel zum Himalaja Gebirge nach Osten und konnten am Horizont im Norden die schneebedeckten Sieben- und Acht-Tausender Gipfel klar erkennen.
Nach Ankunft in Peking am Nachmittag wurden wir gleich in ein Touristenhotel in einem Vorort gefahren, wo wir in unsere Doppelzimmer eingewiesen wurden, Geld wechseln konnten und Informationen von unseren örtlichen Reiseführern, meist Studenten, die gut Englisch sprachen , einige radebrechten auch ein wenig deutsch, über unser Besuchsprogramm in den nächsten Tagen erhielten, das ich in meinen beiden vorherigen Reisen schon ähnlich mitgemacht hatte.
Also am nächsten Morgen, Montag,d. 3. November, nach Himmelstempel , großer Platz des himmlischen Friedens, verbotene Stadt und so weiter.
Mittagessen in einem Restaurant, danach Busfahrt zur großen Mauer.
Vom Bus Parkplatz musste man noch ein Stück laufen.
Ein Chinese mit einem klobigen Motorrad mit Beiwagen , wie sie unsere Kradmelder im Krieg benutzten, grün lackiert, chinesische Produktion, lud mich mit ein paar englischen Brocken in seinen Beiwagen ein und fuhr mich direkt bis an die Mauer. Ein sehr netter Erlebnis für mich, da ich noch nie in einem Beiwagen gesessen hatte. Im Krieg wurden damit meist nur Offiziere herumgefahren. Und ein Beweis der chinesischen Gastfreundlichkeit.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fuhren wir im Bus zum Flughafen, wo wir erst einmal zwei Stunden warten müssen, da wegen starken Nebels den Flugzeugen keine Starterlaubnis erteilt wurde.
Dann ging es mit einem Tupulev Jet nach Xian.
Dort Mittagessen in einem Restaurant in der Stadt, dann Bus zum Hotel und im großen Haus der Partei eine chinesische Theater-Vorführung.-
Am nächsten Morgen, Mittwoch den 5. November, per Bus zur Besichtigung der berühmten Terrakotta-Armee in den Ausgrabungs-Hallen.
Mittagessen in einem Restaurant, dann Busfahrt zur Wildgans-Pagode.
Diese turmartigen Tempelbauten, meist aus Holz oder Stein, sieben bis 13 Stockwerke hoch, besuchte ich gern, vor allem da man von den oberen Stockwerken aus meist eine gute Fernsicht hat.
Nach einer Busrundfahrt durch die Stadt und zum Glockenturm.
Nachmittag-Flug in einer Propellermaschine nach Guilin. Die Stadt liegt am Kueikiang Fluss in einem weiten Tal mit subtropischer Vegetation, inmitten abenteuerlich geformter Turmkarstfelsen, viele 30-40 Meter hoch mit nur 5-10 m Durchmesser aus der flachen Landschaft hochragend.
Wir übernachteten in einem kleinen Hotel und machten am nächsten Morgen bei schönstem Sonnenschein eine mehrstündige Dampferfahrt im Fluss durch diese spektakuläre Landschaft mit vielen Seen, in denen sich die Felsentürme widerspiegelten.
Dann nach Besuch der großen Moschee und am Nachmittag Flug in einer zweimotorigen Propellermaschine nach Shanghai.
Dort Unterbringung in einem guten Hotel und am Freitag, den siebenten November, Besichtigung der Altstadt, chinesische Gärten und Spaziergang über den Bund.
Nach dem Mittagessen in einem modernen Katamaranpassagierschiff auf dem in der Stadt 400 bis 800 m breiten Huangpu bis hinaus auf die dort viele Kilometer breite Yangtse Mündung, wo durch das weit verzweigte Delta FrachtDampfer jeder Größe in den riesigen Überseehafen und weiter flussaufwärts bis nach Nanking fahren.
Durch ein Unwetter mit Regensturm und hohem Wellengang geriet unsere 3 ½ - stündige Fahrt zu einer richtigen Seereise.
Wieder an Land, ging es zum großen Freundschaftshaus, wo nach dem Abendessen eine Acrobatenschau gezeigt wurde.
Am Sonnabend, den 8. November, um 9:00 Uhr per Bus zum Jade Tempel. Dann zur Nanking Road und ins historische Konsular -Viertel der Westmächte. (Germans to the front-im Opiumskrieg 1840-42).-
Nach dem Mittagessen in einem Restaurant Besichtigung einer.Seiden-Spinnerei. Um 17:00 Uhr wurden wir ins Nan Liu Hotel gefahren. Dort um 18:00 Uhr Supper und um 21:00 Uhr ein schöner Spaziergang ums Carre.-
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück zum Garten der Verweilens, Besuch einer chinesischen Apotheke.
Nach dem Mittagessen ins Jademuseum, Besuch einer Seiden-Stickerei, einer Pagode und eines Buddha-Tempels.-
Am nächsten Morgen, Sonntag, den 31.8., verabschiedete ich mich nach dem Frühstück und fuhr über Trebnitz zu meinen Freunden nach Krotoschin.
Ich hatte sie vor zwei Jahren kennen gelernt, als ich von Breslau zu meinem Vetter Gunter in Michale fuhr. Gleich hinter Trebnitz stand ein junger Mann am Straßenrand und winkte mit dem Daumen.
Er war Student in Oppeln und wollte seine Eltern in Krotoschin besuchen. Der Vater, zwei Jahre jünger als ich, nach dem Krieg als Heimatvertriebener aus Lemberg hierher gekommen. Als polnischer Student erhielt er ein staatliche Beihilfe für sein Wirtschaftsstudium, währenddessen er auch ein halbjähriges Praktikum in USA absolvierte, und er spricht auch etwas Englisch. Seine Frau lernte er hier kennen.
Sie lebte auf einem polnischen Gutshof, der dann im Warthegau an deutsche Rücksiedler aus Russland übergeben wurde und sie arbeitete dort als Haushälterin weiter und lernte Deutsch.
Nach dem Studienabschluss wurde der Mann Offizier in der polnischen Armee und bekam nach seiner Entlassung einen Zuschuß für einen Hausbau, als er Leiter der staatlichen Wurst-Fabrik in Krotoschin geworden war.
Sie heirateten und bauten das zweistöckige Wohnhaus für sich und ihre zwei Kinder.
Die ältere Tochter hatte in Breslau deutsch studiert, und arbeitete dort als Englisch-Dozentin an der Uni. Sie hat inzwischen einen Arzt geheiratet, der nun als Oberarzt an einer großen Klinik in Militsch, 30 km von Krotoschin entfernt, angestellt ist. Sie haben zwei kleine Söhne und wohnen in einem Einfamilienhaus mit Garten neben der Klinik. Die Mutter war bis zu ihrer Pensionierung Laborantin in der Fabrik ihres Mannes.--
Obwohl ich wie immer unangemeldet kam, wurde ich freudig begrüßt und zum sonntäglichen Mittagessen eingeladen.
Nach dem Kaffeetrinken sagte ich wieder Adieu und fuhr über Gostyn und Wollstein in meine alte Heimat zu meinen Freunden Dominik und Alex und ihren Familien nach Groß Dammer und Klastawe.
Ich blieb dort aber nur über Nacht, da am Montag den 1. September für die Kinder Schulbeginn und viel zu tun war. Die Sommerferien in Polen dauern zweieinhalb Monate, und natürlich gibt es weniger andere Ferien.
Nach dem Frühstück fuhr ich also weiter über Posen und Bromberg zu meinen Freunden nach Susz (Rosenberg), wo ich wieder herzlich empfangen wurde und übernachten konnte.
Am nächsten Vormittag spazierte ich durch die Stadt zur nur knapp erstellt Badeanstalt am großen See, um dort zu schwimmen, und lief dann weiter am See entlang, durch den Park, in dem man noch die Verteidigungsgräben der deutschen Soldaten beim Rückzug vor den Russen sehen konnte, hinauf zum großen Backsteindom am Marktplatz, der früher evangelisch war und nun mit polnischen Priestern katholisch ist.
Nach dem Mittagessen fuhr ich dann über kleine Landstraßen etwa 30 km südwärts zur Enkelin Barbara und ihrem Mann Edek, die auf einem Gutshof bei einem kleinen Dorf in einem alten zweistöckigen Steinhaus mit großem Garten und ausgedehnten Stallgebäuden leben.
Der Hof liegt 3 km vom Ort entfernt, nur über einen schmalen Feldweg zu erreichen. Er gehört schon seit mehreren Generationen der Familie Jegowski, die als großbürgerliche Sippe in Thorn (Torun) zuhause ist.
300 Morgen hügeliges Land rund um den Hof gehören zu dem Anwesen, nur ein wenig Wald, sandiger Boden, auf dem qualitativ sehr gute Kartoffeln gedeihen. In den Ställen mästete Edek mit einem Knecht, der eine kleine Wohnung in den Stallgebäuden hatte, Schweine und Kälber mit seinem Getreide und Kartoffeln, bis sie verkaufsbereit waren. Zur Erntezeit hatte er meist ein oder zwei weitere Knechte auf dem Hof.-
Barbara hatte das alte deutsche Gymnasium in Deutsch- Eylau besucht, das nun polnisch war, aber Deutsch als erste Fremdsprache lehrte. Schon als Kind hatte sie von Mutter und Großmutter deutsch gelernt, kann also gut Deutsch sprechen, allerdings viel deutsche Worte vergessen. Edek spricht überhaupt nicht Deutsch.-
Sie haben zwei Söhne, Arthur und Tomek, die jeden Tag 4 km mit dem Auto zur Dorfschule gebracht werden mussten.-
Barbara wollte im Dachgeschoss ihres Hauses drei oder vier Schlafzimmer und einen gemütlichen Aufenthaltsraum für einen Erholungs-Aufenthalt deutscher Feriengäste in Natur und Einsamkeit einrichten, doch ich konnte ihr dazu keine fachkundige und ermutigende Beurteilung geben. Und wegen der schlechten Verkehrs Anbindung wurde ihr Projekt nie realisiert.
Ich durfte in einer gemütlichen kleinen Schlafkammer im Dachgeschoss übernachten und wurde eingeladen, noch einen Tag Sommerfrische bei der Familie zu genießen.
Ich sah ein wenig bei der Feld- und Stallarbeit zu und wanderte bei schönem Wetter auf dem kleinen Feldweg, der dann kaum noch für Pferdegespanne zu befahren war und irgendwo am Horizont zu einem anderen Dorf führte, weiter in eine kleine Senke bis zu einem See, aber kehrte dann zum Hof zurück. Weit und breit war kein anderes Haus zu sehen, nur am Feldweg in der anderen Richtung lag in einem Waldstück noch ein kleiner Bauernhof, der von einem Ehepaar mit zwei kleinen Kindern bewohnt war.-
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verabschiedete ich mich und fuhr nochmal in Rosenberg bei Eltern und Oma vorbei.
Dann weiter über Kwidzyn mit der alten Ordensburg zur Weichsel , wo eine kleine Autofähre (Prom),groß genug für drei Pkw oder zwei Lieferwagen, über den Fluß fährt, ohne Motor, nur an einem langen starken Drahtseil die Strömung als Antriebskraft ausnutzt. Zwei Fährmänner bugsieren die Stahlschlaufen mit denen die Fähre am Seil hängt, mit großen Hanteln das jeweilige Vorderende zum gegenüberliegenden Ufer in die Strömung, so dass diese mit dem lose hängenden Hinterteil die ganze Fähre am Seil entlang Richtung anderes Ufer drückt. Die Überfahrt ist kostenlos, da die ganze Anlage ein Staatsbetrieb ist.-
Meine Fahrt ging weiter über Tuchola, wo in der Tucheler Heide mein Vater seine kleinen Sägewerke hatte, nach Kujan, wo ich ein paar Monate meine Lehrzeit verbrachte. Dort parkte ich mein Auto neben der kleinen Badestelle, wohl nur ein paar Enten im See schwammen, die aber wegflogen, als ich dasselbe tat. Dann noch ein kurzes Sonnenbad und ein Spaziergang über die Dorfstraße zum Sägewerk, das aber nicht mehr in Betrieb zu sein schien.
Die Autoreise ging weiter über Flatow nach Pila (Schneidemühl), der alten Hauptstadt des Regierungsbezirks Grenzmark Posen Westpreußen, über Pniewy (Pinneberg) und Tirschtiegel nach Groß Dammer, wo ich rechtzeitig zum Abendbrot auf dem Hof von Dominik und Celina, seiner Frau, eintraf.
Am Freitag, den 5.9., machte Dominik dann in seiner Garage an meinem Auto den Motor-Ölwechsel und eine Kontrolluntersuchung wie jedes Jahr.
Ich schaute wie immer zu, um mehr über die Innereien meines Autos zu lernen.
Nach dem Mittagessen radelte ich durch Neu Bentschen zum Kaffeetrinken zu meinen Freunden nach Klastawe. Dort spazierte ich dann noch zur kleinen Holzkirche, um die Renovierung des Innenraum zu bewundern, und am Dorfteich und Schlösschen vorbei.
Nach dem Abendbrot per Rad wieder nach Groß Dammer, wo Dominik am Fernseher deutsche Programme einstellte die dort gut zu empfangen sind, und in der Familie fast alle gut Deutsch können. Ich schlief wieder auf der Couch im Wohnzimmer. Am nächsten Morgen radelte ich um halb 7:00 Uhr morgens auf dem Feldweg die anderthalb Kilometer zum Waldrand und kletterte dort auf den unbesetzten Hochzsitz der i Jäger, von wo aus man eine weite Fernsicht nach Osten über die Felder bis zum Dorf hat.
Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Auto über Klastawe, um auch Alex und seiner Familie Aufwiedersehen zu sagen nach Bomst (Babimost), 6 km südlich von Neu Bentschen. Dort wohnte noch die alte Schneiderin meiner Mutter, Frau Stefanowski, eine Deutsche, die mit einem Polen verheiratet war, an der Hauptstraße in einem der einstöckigen Doppelhäuser, wie sie dort in den kleinen Städten üblich waren. Er war aber schon gestorben. Diese Häuser waren natürlich nur sehr einfach mit winzigen Räumen gebaut. Sie freute sich sehr, wenn ich sie besuchen kam, da sie sich mit mir auf Deutsch über die alten Zeiten unterhalten konnte.
Nach zwei Stunden fuhr ich weiter über Neusalz (Nova Sol) nach Breslau zu meinen jungen Freunden. Dort wurde ich wieder herzlich empfangen und bewirtet, lud einige Dinge für die Mutter in mein Auto und startete am Sonntag, den 7.9., nach dem Mittag essen, zurück nach Deutschland, über die Autobahn nach Cottbus, Berliner Ring, nach Hannover, dann Landstraße über Nienburg nach Sulingen zu den Eltern.
Montag früh besuchte ich wieder die Schwimmhalle und nach einem guten Frühstück und herzlichem Adieu, ging es um 11:00 Uhr über die Landstraße nach Minden und die Autobahn über Paderborn-Kassel wieder heimwär. Als ich hinter der Ausfahrt Erlangen West am Dechsendorfer Weiher vorbeifuhr, war es erst 17:30 Uhr und noch sehr heiß und ich hatte im Auto geschwitzt, obwohl ich die Dachluke und alle Fenster offen hatte. Also ging ich an der Badeanstalt nochmal schwimmen, bevor ich die letzten 7 km nachhause fuhr.---
Wenn ich zuhause war, radelte ich im Sommer bei schönem Wetter häufig zum Oberndorfer Weiher, einem der wenigen im Regnitztal noch übrig gebliebenen Fischzuchtteiche, von denen es früher dort sehr viele gab. Neben einer Wiese war eine kleine Badestelle. Ich schwamm 15 bis 20 Minuten im Teich herum und radelte dann wieder nachhause.---
Am Donnerstag, dem 28. August, fuhr ich mittags mit meinem Auto nach Sulingen.
Dort wohnte noch die 65jährige Rentnerin, Frau Jana, die meine Tante Gretel in ihrer Wohnung bis zu deren Tod ein Jahr lang gepflegt hatte.
Sie selber war Deutsche, in Breslau mit einem Polen verheiratet gewesen, und konnte deswegen nach dem Krieg dort bleiben. Sie hatten zwei Töchter und einen Sohn. Nachdem ihr Mann gestorben war, heiratete sie in Breslau einen Italiener und beide kamen vor einigen Jahren zu ihrer Schwester nach Sulingen.
Die älteste Tochter war in Breslau mit einem Feldwebel verheiratet. Sie hatten zwei Kinder und wohnten in einem mehrstöckigen Haus direkt neben seiner Kaserne. Ihre geräumige Wohnung lag im zweiten Stock und vom Balkon aus konnte man den ganzen Kasernenhof überschauen.
Ich durfte immer bei ihnen übernachten, wenn ich in Breslau war, sah dann gerne zu, wenn im Hof Übungen stattfanden, was mich an meine Rekrutenzeit erinnerte.
Der jüngste Sohn war noch ledig, die zweite Tochter verheiratet, mit zwei kleinen Kindern.
Diese Familie hatte ich vor einem Jahr auf Wunsch der Mutter als Umsiedler nach Sulingen gebracht. Aber die Frau bekam Heimweh (und zuletzt Weinkrämpfe), sodass ich die Familie nun wieder nach Breslau zurückholte.-
Am Abend radelte ich in Sulingen noch zum Friedhof, wo meine Oma und Tante Gretel in einem Grab beerdigt waren. Am nächsten Morgen ging ich im städtischen Hallenbad schwimmen, wo die Frühaufsteher zwischen 6:30 Uhr und 7:30 Uhr das ganze Bad für sich alleine hatten, bevor die Schulkinder es stürmten.
Nach dem Frühstück noch einige Besorgungen und nach dem Mittagessen fuhren wir los über Nienburg zur Autobahn nach Hannover, über beide DDR Grenzübergänge (von der Berliner Autobahn Süd-Schleife Richtung Cottbus-Breslau) und waren abends im alten Zuhause der Familie, das von den Geschwistern schon vorbereitet worden war. Am Sonnabend blieb ich dann in Breslau, wo ich in den Familien großartig bewirtet und zum sightseeing in der erstklassig renovierten Innenstadt herumgeführt wurde.
Am Donnerstag, den 14. August 86, fuhr ich auf der A 9 nach der Grenzkontrolle von 6.30 bis 16:45 Uhr weiter Richtung Berlin.-
Ich hatte gerade mein Sechs-Tagevisum für eine private Individual-Reise durch die DDR, was erst jetzt von Honecker genehmigt worden war, bekommen.
Um es möglichst voll ausnutzen zu können, war ich schon am Abend vorher zum Rasthof Hirschberg gefahren und hatte dort auf dem Parkplatz im Auto geschlafen.
In Schleiz verließ ich die Autobahn und fuhr auf der Landstraße nach Zeulenroda, wo ich erstmal auftankte, da Diesel in der DDR billiger war als in Westdeutschland.
Dann weiter über Ronneburg und Altenburg nach Naunhof, wo meine Eltern und meine Schwester, wie sie es mir erzählt hatte, nach ihrer Flucht aus Neu Bentschen Ende Januar 45 fast ein halbes Jahr in einem kleinen Bürohäuschen auf dem Sägewerksplatz eines Geschäftsfreundes gewohnt hatten. Zwar waren Sägewerksplatz und Bürohäuschen verschwunden, aber auf einem nahe gelegenen Baggerteich konnte ich bei schönem Sommer-Wetter eine erholsame Schwimm-Pause einlegen. Meine Fahrt ging weiter über Wurzen nach Torgau über die Elbe nach Herzberg, Luckau und Lübben.
Am Schwieloch See machte ich um 6:00 Uhr abends wieder eine Schwimm-Pause, dann weiter über Beeskow nach Fürstenwalde, wo ich meinen Vetter Rainer und seine Frau Hella mit Sohn und Tochter besuchte. Sie wohnten dort seit Kriegsende in einem kleinen Häuschen mit Nebengebäude und einem großen Garten, das sie von Rainers Mutter geerbt hatten. Wir hatten uns lange nicht gesehen, und es gab viel zu erzählen, aßen im Garten Abendbrot und dann konnte ich im Nebengebäude in einem schönen Gästezimmer übernachten. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fuhr ich mit meinem Klapprad das ich immer im Auto mit hatte, zur Staatsbank, um die vorgeschriebenen 15 Westmark pro Tag eins zu eins in Ostmark zu tauschen. Der Schwarzmarktkurs war damals sieben zu eins. Auch mußte ich mich bei der Polizei anmelden, da ich länger als 24 Stunden in Fürstenwalde blieb.
Rainer arbeitete jeden Tag als Installateur in der staatlichen Autoreifenfabrik. Hella hatte einen Job als Friseuse in einem Staatsladen und schnitt mir dort für eine Ostmark die Haare. Die beiden Kinder gingen noch zur Schule.
Nachmittags fuhr ich auf meinem Klapprad zum Scharmützel See baden.
Abends saßen wir wieder zusammen im Garten, erzählten und aßen Abendbrot.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verabschiedete ich mich und fuhr in meinem Auto nach Müncheberg und Seelow, um mir dort die russischen Gedenkstätten an die schweren Kämpfe auf den Oderbruch-Höhen vor der Eroberung Berlins anzuschauen.
In Neuhardenberg besuchte ich das Grab meiner Tante Emma, die dort schon nach dem Ersten Weltkrieg den Müllermeister Hermann Kreuschner geheiratet hatte, sie hatte keine eigenen Kinder, und auch nach dem Krieg noch bis zu ihrem Tod bei ihrer Stieftochter, der Familie Mallon, lebte. Er war schon vor dem letzten Krieg gestorben.-
Auch meine Tante Lydia, Emmas Schwester, war schon Ende des Krieges, bevor die Russen nach Himmelsstädt kamen, nach Neuhardenberg geflohen und wurden nach ihrem Tod dort begraben.--
Nachmittags fuhr ich noch zu Oder-Brücke bei Küstrin, wo die Grenze nach Polen mitten durch den Fluss verläuft. Da die Stadt aber auf dem östlichen Ufer liegt und ich kein polnisches Visum hatte, durfte ich am Grenzposten nicht weiter über die Brücke fahren.
Dafür konnte ich mit einem russischen Wachsoldaten, der ein wenig Deutsch konnte, ein Weilchen unterhalten.
Er erklärte mir, dass er Deutschland sehr schön findet, aber sich nach seiner Familie und dem kleinen Dorf über 1000 km von Küstrin entfernt hinter dem Ural sehnt. Während seiner mehrjährigen Dienstzeit bekommt er nur einmal Heimaturlaub.-
Dann fuhr ich nach Frankfurt/Oder zu einer kleinen Stadtrundfahrt und war rechtzeitig zum Abendbrot im Garten meines Vetters.-
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen und Abschied von der Familie fuhr ich nochmal zum Schwimmen im städtischen Freibad (Eintritt 20 Ostpfennig) und dann weiter über Fürstenberg nach Rheinsberg, wo ich mir das Schloss anschaute und einen langen Spaziergang am Seeufer machte. Auf meiner ganzen DDR-Tour hatte ich schönes Sommerwetter.-
Weiter ging es über Neu Ruppin, wo ich an den alten Panzerkasernen, in denen ich den Winter 1942/43 in der warmen Schreibstube verbracht hatte, vorbeifuhr, über die Autobahn nach Potsdam.
Dort zuerst nach Sanssouci, wo ich mein Auto auf einem kleinen Parkplatz hinter dem Schloss abstellte. Ich lief hinauf zum Schloss, über den großen Vorhof und genoß die weite Aussicht von dort über die Rosen-Terrassen. Da es ein Montag war und erst wenig West-Touristen hierherkamen, gab es hier oben nur wenige Besucher.
Ich holte mein Klapprad aus dem Auto und radelte durch Schlosspark und Innenstadt, wo ich im Info-Büro einen Stadtplan bekam und in einem HO-Laden Brot und Milch als Marschverpflegung kaufte, dann weiter am Havel Ufer zur Glienicker Brücke, aber nicht hinüber über die Grenze nach West-Berlin, denn mein Visum war wohl nur für eine einmalige Einreise in die DDR gültig.
Also radelte ich weiter am Jungfern See entlang nach Cecilienhof, schlenderte dort durch die schönen Gartenanlagen, dann wieder zurück am Heiligensee entlang und kreuz und quer durch Park Charlottenhof und Park Sanssouci bis in den späten Abend.
Erst als es dunkel war, radelte ich zurück zu meinem kleinen ruhigen Parkplatz und schlief dort in der warmen Sommernacht im Auto. Um 6:00 Uhr am nächsten Morgen machte ich nochmal eine Radtour durch die schönen Parkanlagen, unterhielt mich mit ein paar Gärtnern, die gerade zur Arbeit kamen, und fuhr dann mit meinem Auto über Brandenburg und Genthin nach Tangermünde, wo ich am Elbhafen entlang spazierte.
Dann über Stendal und Gardelegen nach Magdeburg, wo ich den großen Dom besichtigte, in dem mein Schwiegervater nach dem Krieg eine Zeit lang als Pfarrer gepredigt hatte.
In einem großen HO-Laden kaufte ich Brot und Marmelade für meinen Haushaltsvorrat, um meinen Ostmark aus dem Zwangsumtausch für mein Visum los zu werden, schlenderte noch durch einen Intershop und fuhr dann weiter über Oschersleben, Halberstadt und Blankenburg durch den Harz nach Nordhausen und über Bad Langensalza nach Eisenach. Dort eine kleine Stadtrundfahrt und dann hinauf zum Parkplatz vor der Wartburg.
Dann über den Fußweg, Treppen und die Zugbrücke in Luthers feste Burg, die ich vor 46 Jahren schon einmal besucht hatte.
Bei Besuchsschluss in der Abenddämmerung zurück zu meinem Auto, und über die Autobahn rechtzeitig zum Ablauf meines Visums über die Grenze nach Herleshausen, wo ich mich auf dem Rasthof in meinem Auto zum schlafen legte.
Da man im Dunkeln nichts von der Landschaft sehen kann, fuhr ich erst bei Tageslicht am nächsten Morgen nachhause und trudelte dort um 9:30 Uhr ein. ---
Am Donnerstag , den 26. Juni 86, fuhr ich mit meinem Auto in der Frühe nach Mannheim, um an der Hauptversammlung der B.A.S.F. im Feierabendhaus teilzunehmen. Es war wie jedes Jahr ein interessantes und unterhaltsames Aktionärstreffen. Abends fuhr ich wieder nachhause. –
Am Montag, den 28. Juli, hatte ich einen Untersuchungstermin bei dem bekannten Nervenarzt und Psychiater in Erlangen, Dr. Hennig.
Mit einer Gehirn-Untersuchung wollte er eine eventuelle Ursache meines Muskelschwunds herausfinden; aber ohne Befund. ---
Während meines nun schon sechsjährigen Rentnerdaseins hatte ich immer genug Beschäftigung und Abwechlung und nie die geringste Langeweile. Ich radelte viel durch die nähere und weitere Umgebung. Auch im Garten gab es genug Arbeit. Im Sommer fuhr ich auch häufig mit dem Fahrrad zu den umliegenden Weihern und Baggerseen schwimmen.--- Da unsere Kinder nun fast alle volljährig waren, unternahm ich auch immer öfter längere Reisen.-
Am Samstag, dem 31. Mai 86, flog ich früh mit der KLM/United Airlines vom Flughafen Nürnberg, wohin mich Stephen mit dem Auto brachte, über Frankfurt, Amsterdam und Seattle nach Portland, wo ich vom Flughafen mit Ilse telefonierte und sie mich mit dem Auto abholte.
Ilse und Bill hatten damals einen kleinen Pinto Station Wagon.
Am Sonntag fuhren wir in den Rosengarten zu einer großen Aufführung im Freiluftheater und danach ins Hallen-Schwimmbad ihres Fitnes-Vereins. Vor und nach dem Schwimmen gabs eine heiße Dusche.
Bill hatte vor kurzem einen Schlaganfall gehabt und war deshalb noch in einem nahe gelegenen Erholungsheim, wo er ein eigenes Zimmer bewohnte.
Am Montag morgen fuhren Ilse und ich auf dem Freeway 99 über Salem und Albany nach Corvallis, wo wir eine ihrer Freundinnen besuchten, und nach dem Mittagessen weiter zur Küsten Straße 101 am Sea Lions Cave, wo wir vom Aussichtspunkt am Touristen Kiosk weit aufs Meer und tief unten in ihrer kleinen Felsenbucht den jungen Seelöwen beim Spielen zuschauen konnten.
Dann weiter über Coos Bay und Gold Beach nach Brookings, wo wir unsere Freunde Mike Page und seine Frau Frances besuchten. Wir wurden herzlich eingeladen zum Essen und Übernachten.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit Mike zum kleinen Fischerhafen am Chetco Fluß, wo Mike früher sein eigenes Boot liegen hatte, zur Chetco Kredit Union, der örtlichen Sparkasse, zu Dave Fortier, unserm alten Rechtsanwalt, der auch ein wenig Deutsch sprechen konnte;
auch zu unserem alten Haus an der kleinen Steilküstenbucht und zum langen Badestrand vor den hohen Felswänden am Camping-Park nördlich des Ortes.
Der eine dunkle Sand dort lädt zwar zum Sonnenbaden und Strandlaufen ein, aber weniger zu einem Bad im Meer, da das Wasser meist ziemlich kühl ist wegen des kalten Polar Stromes, der dicht an der Küste nach Süden zieht.
Zum Dinner luden wir Frances und Mike in ein großes Restaurant an der Hauptstraße ein.
Nachmittags besuchten wir ihren Sohn Tom, der sich mit seiner Frau Gloria ein modernes Haus an der anderen Ecke des großen Familien-Grundstücks gebaut hatte.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns und fuhren zurück auf der Küstenstraße 101 gen Norden.
Zuerst in einen großen privaten Campingplatz, den dort ein Bekannter, der früher in Polen eine Metzgerei hatte, vor einigen Jahren gegründet hätte.
Das Honey Bear Camping waren gut besucht, vor allem wegen der erstklassigen Küche in seinem Camprestaurant. Dort aßen wir zu Mittag und kauften ein großes Stück geräucherten Naturlachs (an der Oregon Coast gibt es noch keine künstliche Lachszucht wie in den norwegischen Fjorden).
Wir fuhren weiter zu den Oregon Dunes, einem etwa 20 Kilometer langen und zwei bis 3 km breiten Naturschutzgebiet mit hohen Sandhügeln, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch den Meeres Wind hinter dem Stand gebildet haben und die auch weiter ständig ihre Form und Höhe durch den Wind verändern.
Am Wachhaus kann man auch vierrädrige Motor-Buggies mieten, mit denen man auf den Dünen und am Strand herumkurven kann, wie man sie auch auf unseren Straßen jetzt manchmal sieht.
Ilse machte einen langen Spaziergang auf dem Strand und ich einen kürzeren, meinen Möglichkeiten entsprechend. Wir machten noch an Otters Rock und anderen Aussichtspunkten auf der Küstenstraße halt, in Depot Bay nochmal einen Strandspaziergang und waren dann am späten Abend wieder an Ilses Haus.-
Einen Tag später lagen im Portlander Hafen 1 US-Zerstörer und 2 Corvetten, die man kostenlos besichtigen konnte.
So gab es in der großen Stadt immer etwa zu sehen und zu erforschen.
-Fast jeden Tag besuchten wir auch Bill in seinem Genesungsheim.-
Ende der Woche fuhren wir für zwei Tage nach Vancouver B.C. in Canada, um dort eine Ausstellung zu besuchen, und danach schlenderten wir noch durch China Town.-
Um Ilse während Bills Krankheit nicht zu sehr bei seiner Pflege zu stören, buchte ich meine Flüge nach Portland immer nur für zwei Wochen und so ging mein Flieger dann bald wieder nachhause.
Am 22. Mai 86, meinem fünfundsechzigsten Geburtstag, fuhr ich frühmorgens nach Stuttgart zu Hauptversammlung der Deutschen Bank in der Liederhalle.
Der damalige Vorstandschef Alfred Herrhausen hielt eine hochinteressante Rede.
M.E. war er einer der besten Firmen-Chefs, die ich kenne. Leider wurde er später von der R.A.F. ermordet.
Nach der Versammlung fuhr ich abends wieder nachhause.-
Am 13. Mai fuhr ich über Mainz auf der Hunsrück-Autobahn über Köln nach Haan, um wieder bei Schwester Hedwig zu übernachten, und am nächsten Vormittag zu einer kleinen Hauptversammlung nach Düsseldorf.
Nachmittags weiter auf der Autobahn nach Bremen, um meinen Vetter Willi Liebe und seine Frau Lotti in Wachendorf zu besuchen.
Dort wurde ich wieder herzlich zum Abendessen, Übernachten und Frühstück eingeladen und fuhr am nächsten Morgen zu einer Hauptversammlung in Minden.
Von dort nachmittags dann wieder nachhause.-