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bi_im Winter 1986...

--Im Rest des Jahres ging ich nicht mehr auf Reisen.
In Haus und Hof und im Garten gab immer etwas zu tun und auch beim Brennholz sägen konnte ich mich körperlich betätigen. Die Besorgungen, auch in Erlangen, machte ich meist mit dem Fahrrad.
Am 4. Dezember fuhr ich mittags nach Sinzing, Babsi und Walter mit ihren beiden kleinen Buben
zu besuchen, übernachtete in ihrer kleinen Wohnung auf dem Sofa im Wohnzimmer und fuhr am nächsten Morgen weiter nach München zur Hauptversammlung der Münchener Rück AG, danach am Abend wieder nachhause.-

Am 18.. Dezember vormittags fuhr ich mit dem Auto zu einer Magenspiegelung beim Internisten Dr. von Fritsch in Erlangen.
Befund: ein leichtes Zwölffingerdarm-Geschwür, das er mit Säureblockertabletten behandelte.-
Pünktlich zu Weihnachten fiel am zweiundzwanzigsten Dezember Schnee und ich konnte mehrere tagelang Schneeschippen.
Am Heiligen Abend hatten wir mit den Kindern Bescherung. Am ersten Weihnachtstag gab es Pute und ich konnte vorher mehr mal Mal in diesem Jahr meinen Skilanglauf um den großen Hangberg zwischen Bubenreuth und Bräunigshof bei genügend Neuschnee zur Appetitanregung machen.—

-G.K.-(Gemeinenschaftssinn und Politik)-

---(Gemeinenschaftssinn und Politik)--
Die öffentliche Begründung der in den letzten Jahren prozentual deutlich stärkeren Gehaltserhöhung bei den höheren als bei den niederen und mittleren Chargen (Dienstgrade) der Polizei mit der bei ihnen viel stärker gestiegenen Verantwortung ist eine ungewollte Klarstellung der materiellen Gier und des unterentwickelten Gerechtigkeitssinns unserer politischen - wie auch der wirtschaftlichen - Führungsschicht. In einer Familie (mit mindestens drei Kindern) wird der schon vererbte Gemeinschaftssinn geübt und verstärkt. Natürlich gibt es auch in einer echten Gemeinschaft eine Hierarchie nach Alter, Erfahrung und Urteilsvermögen, aber ein jeder handelt (arbeitet) entsprechend seiner Fähigkeit nach bestem Wissen und Gewissen gleich verantwortlich wie alle Anderen - Leider gibt es in unserer Industriegesellschaft immer weniger große Familien, und daher leidet unsere Volksgemeinschaft immer mehr am Mangel eines Gemeinschaftssinns und auch durch die mehr kapitalistische als soziale Wirtschaftspolitik unserer Regierungen wird Egoismus und Profitsucht verstärkt.----

--BI.---

Im Juli 1985 flog ich hin wie jedes Jahr für 2 Wochen nach Portland/OR meine Schwester Ilse besuchen.
Ich hatte am Flughafen wie üblich ein Mietauto gebucht und wir machten damit ein paar größere Fahrten, nach Brookings, Vancouver B.C., zu Ilses Freunden an der Pazifikküste und in die Berge am Mount Hood.
Ich verlebte mit ihr nach ein paar schöne Sommertage auf ihrem großen Grundstück am Berghang, das ihr aber langsam zu gross wurde.
Sie wollte es verkaufen und in ein Altersheim ziehen.
So fuhr ich auch mit ihr verschiedene Heime, von denen es in der Umgebung genug gab, besichtigen.
Dann flog ich wieder nachhause.---

Im Herbst fuhr ich wieder nach Polen, um meine Freunde dort zu besuchen. Alleine, da Christian inzwischen auch seinen Führerschein gemacht hatte

Am 11.9. 86. wurde Barbaras zweiter Sohn Thilo geboren (Marias und mein zweites Enkelkind) in der Regensburger Klinik per Kaiserschnitt.

bi_großvater werden

In Neuseeland steuerten wir abends immer die nächste I.W.C.A. an, die es dort in fast jedem größeren Ort gab, wo Ilse in der Herberge und ich auf dem Parkplatz daneben im Auto schlief, weil das für mich bequemer und natürlich auch preisgünstiger war.

Meine Schwester Ilse blieb noch zwei weitere Wochen bei einem Physical-Therapist-Kollegen, mit dem sie lange Zeit in einer Portlander Klinik zusammengearbeitet hatte und gut befreundet war, in seinem komfortablen Eigenheim, das er mit Frau und drei Kindern bewohnte, in einem Auckländer Vorort auf einem Hügel von wo aus man eine weite Rundumfernsicht über die Landzunge und odie Meere auf beiden Seiten hat. Er hatte vor einigen Jahren in einer Auckländer Klinik einen guten Job und mit seiner Familie einen einzigartigen Wohnort gefunden.
Dann flog Ilse mit einem Zwischenstopp auf den Fidschi Inseln wieder nachhause.--


---Am 23. Februar 1985 wurde in einer Regensburger Klinik Barbaras ältester Sohn Fabian (Maria und mein erstes Enkelkind) per Kaiserschnitt geboren. Ich sandte von Melbourne aus ein Glückwunsch-Telegramm.-

bi_mens sana

Stand 15.1. 08. Seite 61.--Bi.
---Im Herbst 1983 flog ich mit Christian und seinem zwei Jahre älteren Freund Gerald aus seiner Pfadfindergruppe, der schon einen Führerschein besaß und mich beim Fahren ablösen konnte, nach Seattle/WA, wo wir auch einen Mietwagen am Flughafen gebucht werden.
Auf unserer zweiwöchigen Fahrt entlang der US Westküste besuchten wir zuerst meine Schwester Ilse in Portland/OR, die damals noch in ihrem Haus auf dem großen Grundstück im Vorort St.Johns am Berghang westlich des Willamette River wohnte.
-? eine Seite weg!
Neu diktieren!!!-

N.S. Spruch: Nur in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist.
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1984 heirateten am siebenten Juli unsere älteste Tochter Barbara und ihr Verlobter Walter Frank in der kleinen katholischen Kirche an der Bubenreuther Hauptstraße nach Bräuningshof.
Nach dem Hochzeitsgottesdienst standen am Ausgang Walters Kameraden des Alterlanger Schießvereins in ihrer Tracht Spalier und gratulierten lauthals.
Dann feierten wir mit einem großen Gartenfest auf unserem Grundstück mit vielen Gästen bei schönstem Sommerwetter.
Walter war als Zeitsoldat Sanitäts-Unteroffizier in der großen Infanterie-Kaserne in Regensburg, Barbara arbeitete dort als Hotelfachfrau-Azubi in dem großen Restaurant direkt am Dom.
Barbara ist etwas kleiner als ich, Walter ist zwei Jahre älter und einen Kopf größer als sie. Beide hatten schon seit mehreren Monaten in einer Mansarden-Wohnung am Stadtrand von Regensburg nördlich der Donau zusammen gewohnt.

gk_Gemeinschaft einmendeln

Kanzlerin Merkel hat auf dem CDU Parteitag in Hamburg gesagt:
".... soziale Marktwirtschaft ist immer auch eine Wirtschaft und eine Gesellschaft, in der die Menschen
zusammengehören. Wenn das nicht mehr funktioniert, fliegt uns der ganze Laden auseinander, um das einmal ganz einfach zu sagen."
Noch einfacher könnte man sagen:
unsere Volksgemeinschaft krankt am Materialismus.-

Und leider kommt uns auch der Gemeinschaftssinn abhanden, der nur in großen Familien (mindestens drei Kinder) sich bilden kann und eingemendelt wird.

Und die Familie, Vater und Mutter, sollte zusammenbleiben, bis die Pubertätsreife der Kinder beendet und der Gemeinschaftssinn gestärkt ist, der vor allem für unsere Volksgemeinschaft dringend nötig ist.

bi_zurück

- Etwa im Jahre 1966 dachten wir ernsthaft über unsere Rückkehr nach Deutschland nach.
Maria und ich hatten nicht die amerikanische Staats-
angehörigkeit beantragt, da wir hofften, eines Tages in unsere alte Heimat in Ostdeutschland zurückkehren zu können.
Nun hatte Maria aber immer mehr Heimweh, vor allem fehlte ihr die zahlreiche Verwandtschaft, Vetter und Kusinen in ihrem Alter, und halt die deutsche Gesellschaft.

Unsere Kinder spielten schon im Alter von 2 ½ bis 3 Jahren auf der Straße mit anderen Kindern und lernten schnell englisch. Wenn wir zuhause mit ihnen deutsch sprachen, antworteten sie auf Englisch und konnten kaum noch deutsch reden. Daher wollte auch ich nun möglichst bald mit ihnen nach Deutschland zurück, damit sie dort deutsche Schulen besuchen könnten, was an unserem Wohnort Brookings unmöglich gewesen wäre.-

Mein Vater war inzwischen 80 Jahre alt und wollte mir helfen, in Deutschland eine gute Arbeits-Position zu finden. Er inserierte in Fachzeitschriften nach kleinen Holzbetrieben, die demnächst zum Verkauf stünden, und hoffte, mir bei der Übernahme mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.-

Anfang 1967 buchten wir einen Flug für Mitte April mit der ganzen Familie von Newark/New Jersey bei der belgischen Fluglinie Sabena nach Luxemburg, und von dort die Eisenbahnfahrkarte nach Lübeck zum Haus von Marias Eltern in Kücknitz, unser Ferien-Quartier für drei Monate. Ich nahm solange Urlaub bei der Brookings Coop.

Im Frühjahr 1967 wurde Christian Martin in Gold Beach geboren. Zwei Wochen später fuhr er mit in unserem weißen VW-Bus quer durch die Staaten nach New Jersey. Dort konnten wir unser Auto bei einem guten Freund bis zu unserer Rückkehr stehen lassen.
Die weitere Reise zu den Großeltern klappte wie vorgesehen ohne größere Zwischenfälle.
Maria blieb mit den Kindern in dem Eigenheim ihrer Eltern mit gro0em Garten und bei schönem Wetter machten sie häufig Badefahrten zu dem großen Strand in Travemünde.

Schon nach zwei Wochen kamen meine Eltern uns kurz besuchen. Mein Vater hatte in Berlin eine gelbe DKW Meisterklasse gemietet. Fast das gleiche Auto hatte er in Neu Bentschen schon mal besessen.
Zwei Tage später fuhren wir beide damit nach Münster in Westfalen.

Dort war ein kleiner Holzbetrieb am Ufer des Dortmund-Ems-Kanals mit einem Gatter, Band-und Kreissägen sowie Hobel-Maschinen zu verkaufen. Wir schauten uns alles Inventar und auch die Bücher genau an. Auf der Rückreise nach Kücknitz besprachen wir auch die Finanzierung und mein Vater meinte, ich könnte mit seiner Hilfe die Übernahme ohne allzu große Verschuldung meistern.

Ich war zwar erst 46 Jahre alt, aber einerseits fehlte mir unternehmerische Erfahrung und andererseits widerstrebte es mir, mich bei einem Neuanfang in eine doch kleine Betriebsgröße im Vergleich zu dem großen Holz- unternehmen, bei dem ich gelernt hatte, und auch zu dem Werk meines Vaters in Neu Bentschen, einzwängen zu müssen.

Ich versuchte, das meinem Vater klarzumachen, aber er war wohl doch etwas enttäuscht, dass ich bei meiner Rückkehr nach Deutschland, die ja auch erst über zwei Jahre später stattfand, mir lieber auf Gutglück eine neue Arbeitsstelle suchen wollte, obwohl mir klar war, dass ich nicht mehr in ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten komme, wie zwölfeinhalb Jahre vorher, mir aber meine Familie wichtiger war als später beruflicher Erfolg oder DM-Guthaben.

So verbrachte ich noch einige geruhsame Wochen mit Maria, ihren Eltern und Geschwistern und den Kindern in Kücknitz und am Strand in Travemünde und wir besuchten auch oft das schöne Lübeck mit seinen alten Kirchen und den Bauten aus der Hanse Zeit.

Mitte Juli ging es zurück mit der Bahn nach Luxemburg und weiter mit dem Flieger über den Atlantik nach Newark.

Dort fanden wir unser Auto wohlbehalten vor, bedankten uns bei meinem Freund und fuhren wieder quer durch den Kontinent zum Pazifik.

bi_wildbretzerleger

--Mike Page war ein alter Ire, dessen Großeltern nach Amerika ausgewandert waren.
Die Familie lebte in Coos Bay, einer Stadt mit großem Holzhafen gut 100 km nördlich von Brookings.
Mike war dort geboren-er war 15 Jahre älter als ich-hatte als Hafenarbeiter und dann jahrelang beim Bau der großen Stahlbrücke für die Küstenstraße 101 über den großen Sund nördlich von Coos Bay gearbeitet.
Er hatte mit seiner Frau drei Kinder und sie zogen Ende der dreißiger Jahre nach Brookings, wo er ein kleines Haus mit einem großen Stück Waldland am östlichen Ortsrand an den alten Durchgangsstraße am Fuß der Küstenberge kaufte.
Das Land teilte er in kleine Parzellen ein, lichtete den hohen Baumbestand aus und legte eine Stichstraße durch die Parzellen, an deren Ende auf der letzten Parzelle sein jüngster Sohn sich ein Haus baute, in dessen Keller Mike sich eine kleine Metzger Werkstatt einrichtete, er hatte diesen Beruf mal gelernt, und dort im Herbst während der Jagdzeit des erlegte Wild schlachtete.-
Beim Furniersortieren habe ich mit Mike über zwei Jahre lang zusammengearbeitet und wir wurden gute Freunde. Oft besuchten wir ihn in seinem kleinen Haus und gern stapfte ich mit ihm durch das ansteigende Parzellenland hinauf zu seinem Metzger-Keller um ihm beim Wildbretzerlegen zuzuschauen.-

Maria und ich hatten sich bei der lutherischen Kirchengemeinde in Brookings angemeldet, die auf einer kleinen Anhöhe im Ort ein großes Grundstück mit Kirche und Gemeindehaus besaß. Dort wurden auch unsere Kinder getauft.-

Wir fuhren im Auto oft am Sonntag in die nächsten größeren Städte, z.B. Eureka an der kalifornischen Küste etwa 40 km hinter Crescent City oder nach Coos Bay, 100 km nordwärts, oder nach Medford über die Küstenberge 120 km ostwärts, zum Einkaufen-in USA sind alle Geschäfte auch sonntags geöffnet.-

Im Sommer 1964 kamen meine Eltern uns für drei Wochen besuchen. Sie waren mit dem Flugzeug von Berlin nach Portland geflogen, wo Ilse sie vom Flughafen abholte und sie zunächst für 10 Tage bei sich beherbergte einschließlich sightseeing, und sie dann zu uns nach Brookings brachte.
Ilse blieb mit Maria und den drei kleinen Kindern noch eine Woche in Brookings, während ich mit meinen Eltern zu einer Autotour nach Kalifornien startete.
Mein Vater war damals schon 78 Jahre alt, aber konnte trotz seiner Beschwerden mit seinem Gehstock noch gut laufen.-

Am 30. Dezember 1964 wurde unser zweiter Sohn Michael in Gold Beach geboren, wo Marias neuer Arzt Dr. Schmidt seine Patienten im Krankenhaus betreute.
Er stammte aus Iphoven im fränkischen Weinland und war als junger Mann nach USA ausgewandert, sprach auch noch gut Deutsch.

Bald kauften wir uns dann einen VW-Bus (Bully).
Hinter der vorderen Sitzbank bauten wir eine große Sperrholzplatte ein, auf der unsere Kinder dann genug Raum hatten. Das Gepäck wurde unter der Platte verstaut. Sobald der Motor lief und wir fuhren, schliefen alle fest ein.

Maria hatte sich damals ein learners permit besorgt.
Das ist ein Lern-Führerschein mit dem man ein Jahr lang autofahren darf, wenn ein Fahrer mit einem gültigen Führerschein neben einem sitzt.

bi_vater

Maria war im siebenten Monat schwanger, aber alles klappte ohne besondere Vorkommnisse.
Da wir viele Möbel von unserm Vorgänger übernehmen konnten, waren wir bald gut eingerichtet.
Ein Babybett hatte ich schon in Longview gebastelt.
Maria fand bald einen guten Arzt, der sie auch während der Geburt betreute.
Am 25. November 1960 wurde unsere erste Tochter Barbara im Krankenhaus in Crescent City in Kalifornien geboren, da es in Brookings keins gab.

Die Calilornian Line, die Grenze zwischen Oregon und Kalifornien, die etwa 20 km südlich von Brookings und 10 km nördlich von Crescent City, mussten die Autos durch einen Kontrollpukt passieren, da die dortige Staatsregierung fürchtete, dass Schädlinge in ihre Obst-, Wein- und Gemüseplantagen eingeführt werden könnten. Die Stadt, mit einem größeren Fischerei- und Yacht-Hafen ist auf einer flachen Halbzunge am Meer gelegen.

Als Maria Wehen bekam, fuhr ich sie mit dem Auto ins Krankenhaus, musste dann aber zurück zur Arbeit.
Wir arbeiteten damals 10 Stunden am Tag in zwei Schichten, sechs Tage pro Woche, wegen der guten Konjunktur.
Die Sperrungsholzplatten wurden in der Einheitsgröße von 4x 8 Fuß (etwa 1,20x2,40 Meter) gefertigt. Die frisch geschälten Furnier- Platten wurden dann per Hand in die riesigen langen Trockenöfen eingefüttert.

Diesen Job habe ich etwa ein Jahr lang gemacht.
Dann arbeitete ich längere Zeit am anderen Ende des Öfens, wo man die getrockneten Furniere je nach Güteklasse beurteilen und markieren und auf die verschiedenen Loren ziehen musste.
Dort war ich zwei Jahre lang mit Mike Page zusammen, mit dem ich mich gut befreundete.

In der Zeit hatte ich mal einen kleinen Unfall, als ich rücklings auf eine Lore stürzte, und wegen einer Genickprellung für einige Tage ins Krankenhaus musste. Damals hat mich Maria im Werk eine Woche lang vertreten. Da sie aber das Furniere sortieren nicht so schnell lernen konnte, tauschte sie mit einem Kollegen und fütterte die Furniere in den Ofen ein.
Inzwischen war Maria schwanger gewesen und wir hatten am 23. November 1961 im Krankenhaus Crescent City unsere Tochter Annette bekommen.
Am 29. Dezember 1962 wurde unser erster Sohn Stephen ebenfalls in Crescent City geboren.
Unsere drei ältesten Kinder sind also Kalifornier.-

bi_share holder

---Nun suchten und fanden wir auch bald ein kleines älteres Einfamilienhaus, das Maria gefiel und wir vorläufig mieteten.
Ich gewöhnte mich schnell an das Eheleben, wenn auch manches anders war, als ich mir das vorher ausgemalt hatte.
Wir fuhren viel mit dem Auto spazieren und besuchten alle meine Freunde, um ihnen Maria vorzustellen.
Meine Arbeit war interessant und ich verdiente gut.

Im Frühsommer wurde mir mitgeteilt, dass die gelue-lam-beam-Fertigung in ein anderes Werk in Mittel-Oregon verlegt werden würde, und wir dahin umziehen müssten.

Der neue Standort gefiel uns nicht, und so sah ich mich nach einem anderen Job um.

--Die U.S.-Regierung hatte im New Deal versucht, Anreize für selbstständige Unternehmer zu schaffen,
auch in Genossenschaften bei größeren Unternehmen (Arbeiter-Kooperativen).
Nach dem Krieg wurde durch steuerliche Begünstigungen dieser Versuch wieder aufgenommen.
In Oregon und Washington State waren etwa 50 Sperrholzwerk-Kooperativen entstanden.
Alle der meist 200 bis 500 Arbeiter waren zu gleichen Teilen gleichberechtigte Inhaber (Aktionäre=share holder) mit dem Recht auf einen Arbeitsplatz.
Die Aktien konnten am freien Markt gehandelt werden und hatten natürlich sehr unterschiedliche Kurse.
Wir kauften eine Aktie der Brookings Plywood Corporation mit 300 Shareholdern.
Den Ort an der Mündung des Chetco Rivers mit kleinem Fischerhafen kannten wir ja schon.
Der Verkäufer hatte nach seiner Soldatenzeit mehrere Jahre bei der Brook Ply gearbeitet und auf einem Grundstück direkt an der Steilküste für seine Familie ein schönes Wohnhaus gebaut.
Dafür hatte er von der Veterans Administration ein Darlehen erhalten, das wir zugleich mit der Aktie, auch die Rückzahlung, übernahmen.-
Jedes Jahr fand eine Vollversammlung der 300 Aktionäre statt, bei der der Aufsichtsrat gewählt wurde.
Manager und Büromitarbeiter waren Angestellte und wurden vom Aufsichtsrat beziehungsweise seinem Vorstand angeheuert. Alle share holder erhielten gleichen Stundenlohn, der jeweils vom Manager und Aufsichtsrat festgelegt wurde.
Am Werks Eingang hing eine große Schiefertafel.
Darauf waren die verschiedenen Arbeitsplätze im Werk vermerkt die frei wurden.
Jeder Neuanfänger musste zunächst als Handlanger arbeiten.
Später konnte er an Angebot auf die freiwerdenden Arbeitsplätze abgeben.
Den Job erhielt derjenige mit der höchsten Seniorität. Während ein shareholder krank und arbeitsunfähig war, konnte seine Frau bei gleichem Lohn ihn an seinem Arbeitsplatz vertreten.-

Leider gab es oft Streit bei den Versammlungen und vor allem im Aufsichtsrat. Auch scheuen viele Arbeiter das Unternehmerrisiko, das sich ja im Aktienkurs niederschlägt. Heute gibt es kaum noch Genossenschaftswerke, so weit mir bekannt ist.

--Unser neues Haus hatte durch Panoramafenster im großen Wohnzimmer eine herrliche Aussicht auf den Pazifik.
Davor war eine etwa 35 m breite leicht abfallende Grasfläche, hinter der die Steil- Küste circa 35 m in eine kleine Bucht fast senkrecht abfiel, die hohe Felsennase an der Nordseite gehörte auch zu unserem Grundstück.

Im August 59 packten wir unseren Käfer nebst gemietetem Anhänger voll und zogen nach Brookings um.