21. Sep. 07, 18:55
bi_student
Am 15. Juni 1948 war ich nach drei Jahren und zwei Monaten Kriegsgefangenschaft wieder bei meiner Familie, zwar ohne Entlassungs- und Ausweispapiere,
aber als freier Mensch,
der mit 27 Jahren zum ersten Mal sein Leben selber bestimmen konnte.
6 Tage später erhielt jeder von uns 45 neue DM und ich war wieder ein reicher Mann.
Ich war ja noch lernbegierig und wollte studieren.
Mein Traumberuf war Architekt.
Die für mich zuständige und nächste Universität war in Hannover. An der dortigen TU waren es wegen des Numerus clausus für mich leider unmöglich den gewünschten Studienplatz zu bekommen. So studierte ich dort drei Semester lang Bauwesen. Damals gab es noch keine bundesweite Studienplatzvermittlung, bleibe im Lande war die Parole, und man musste froh sein überhaupt einen Studienplatz zu ergattern.
Zunächst aber musste ich mir Ausweispapiere besorgen, was wiederum einfacher war als heute.
Zwar war ich in Sulingen Flüchtling und Neubürger, außer meiner Familie wohnten auch meine Großmutter und zwei Schwestern meiner Mutter dort. Auch aus meinem Heimatort Neu Bentschen, der inzwischen zum polnischen Staatsgebiet gehörte, waren etwa 50 Menschen in Sulingen sesshaft geworden, teils Freunde und Bekannte meiner Eltern.
So hatte ich bald wieder einen gültigen Personalausweis und auch einen Führerschein, für den zwei gute Bekannte eidesstattlich erklären mussten, dass ich einen besessen hatte. Meine fast 7 ¼ jährige Soldatenzeit und Kriegsgefangenschaft ließ ich registrieren, so dass ich sie später, wenn auch nur gering, für meine Rente angerechnet bekam, und auch beim Versorgungsamt melden.
Im angebrochenen Sommer 1948 habe ich noch einen Beruf erlernt, der wunder-schön, naturverbunden und einzigartig ist: Imkern.
Kariere-und Profitdenken ist in der Imkerei unbekannt. Meine Schwester Ilse, die mit meinen Eltern zusammen die Flucht aus der alten Heimat mitmachte, und einige Monaten mit ihnen zusammen im Flüchtlingslager Celle lebte, hatte in dieser Zeit die dortige Imkerschule besucht. Ab Sommer 1947 hatte sie von einer Schulfreundin eine kleine Imkerei in Voremberg bei Hameln gepachtet. Da sie aber in England Physical Therapie erlernen wollte, bat sie mich diese Imkerei zu übernehmen.
Also lernte sie mich in den restlichen beiden Sommermonaten dort als Imker an. Zusätzlich studierte ich ein gutes Lehrbuch.
Im September winterten wir die 35 Bienenkästen ein. Während der Winterruhe braucht man den Bienenstand nur gelegentlich zu kontrollieren.
Wir schlossen das Bienenhaus ab, meine Schwester fuhr nach England und ich nach Hannover, um mein Studium zu beginnen.
Das erste Semester musste ich als Nachschulung absolvieren, wie es für ältere ehemalige Soldaten vorgeschrieben war, um sich ans Lernen und das Universitätsleben zu gewöhnen. Ich hatte in Hannover ein kleines Zimmer gefunden und radelte jedes Wochenende nachhause. Ab Sommersemester 1949 hörte ich Fach-Vorlesungen im Bauwesen und andere mehr. Nebenbei betreute ich weiter meinen Bienenstand.
aber als freier Mensch,
der mit 27 Jahren zum ersten Mal sein Leben selber bestimmen konnte.
6 Tage später erhielt jeder von uns 45 neue DM und ich war wieder ein reicher Mann.
Ich war ja noch lernbegierig und wollte studieren.
Mein Traumberuf war Architekt.
Die für mich zuständige und nächste Universität war in Hannover. An der dortigen TU waren es wegen des Numerus clausus für mich leider unmöglich den gewünschten Studienplatz zu bekommen. So studierte ich dort drei Semester lang Bauwesen. Damals gab es noch keine bundesweite Studienplatzvermittlung, bleibe im Lande war die Parole, und man musste froh sein überhaupt einen Studienplatz zu ergattern.
Zunächst aber musste ich mir Ausweispapiere besorgen, was wiederum einfacher war als heute.
Zwar war ich in Sulingen Flüchtling und Neubürger, außer meiner Familie wohnten auch meine Großmutter und zwei Schwestern meiner Mutter dort. Auch aus meinem Heimatort Neu Bentschen, der inzwischen zum polnischen Staatsgebiet gehörte, waren etwa 50 Menschen in Sulingen sesshaft geworden, teils Freunde und Bekannte meiner Eltern.
So hatte ich bald wieder einen gültigen Personalausweis und auch einen Führerschein, für den zwei gute Bekannte eidesstattlich erklären mussten, dass ich einen besessen hatte. Meine fast 7 ¼ jährige Soldatenzeit und Kriegsgefangenschaft ließ ich registrieren, so dass ich sie später, wenn auch nur gering, für meine Rente angerechnet bekam, und auch beim Versorgungsamt melden.
Im angebrochenen Sommer 1948 habe ich noch einen Beruf erlernt, der wunder-schön, naturverbunden und einzigartig ist: Imkern.
Kariere-und Profitdenken ist in der Imkerei unbekannt. Meine Schwester Ilse, die mit meinen Eltern zusammen die Flucht aus der alten Heimat mitmachte, und einige Monaten mit ihnen zusammen im Flüchtlingslager Celle lebte, hatte in dieser Zeit die dortige Imkerschule besucht. Ab Sommer 1947 hatte sie von einer Schulfreundin eine kleine Imkerei in Voremberg bei Hameln gepachtet. Da sie aber in England Physical Therapie erlernen wollte, bat sie mich diese Imkerei zu übernehmen.
Also lernte sie mich in den restlichen beiden Sommermonaten dort als Imker an. Zusätzlich studierte ich ein gutes Lehrbuch.
Im September winterten wir die 35 Bienenkästen ein. Während der Winterruhe braucht man den Bienenstand nur gelegentlich zu kontrollieren.
Wir schlossen das Bienenhaus ab, meine Schwester fuhr nach England und ich nach Hannover, um mein Studium zu beginnen.
Das erste Semester musste ich als Nachschulung absolvieren, wie es für ältere ehemalige Soldaten vorgeschrieben war, um sich ans Lernen und das Universitätsleben zu gewöhnen. Ich hatte in Hannover ein kleines Zimmer gefunden und radelte jedes Wochenende nachhause. Ab Sommersemester 1949 hörte ich Fach-Vorlesungen im Bauwesen und andere mehr. Nebenbei betreute ich weiter meinen Bienenstand.