3 items on »paradies-ade« tagged with

»haus«

bi_ zur kur

Das tägliche Schreibtischsitzen behagte mir zwar nicht so ganz, aber zuhause gab es genug körperliche Arbeit um unser 640 m² großes Eckgrundstück ums Haus in einen Garten zu verwandeln.
An der Südostecke des Hauses waren auf der ganzen Breitseite zum Nachbarhaus und auf der halben Längsseite zur Bussard Straße tiefe Böschungen ausgehoben, da hier die Kellerräume mit großen Fenstern und meterhohen Wänden darunter wie im Erdgeschoß Tageslicht hatten und als Wohnräume genutzt werden konnten. Zur Festigung der Böschungen benutzten wir Bodenpflanzen.
Auf dem größten Teil der ebenen Fläche in Straßenhöhe säten wir Rasen. An der Längsseite im Nordosten zum dortigen Nachbarn war die Erde bis zum oberen Kellerrand aufgeschüttet und ich pflasterte den ganzen Streifen bis zur dort gelegenen Haustür, so das vorn am Straßenrand das Auto einen Parkplatz auf unserem Grundstück hatte. Für den Bau einer Garage war der Streifen zu schmal.
Am hinteren Ende des Streifens legte Maria ein Blumenbeet an. Die Kellerräume an dieser Seite haben nur durch schmale Mauerschächte mit kleinen Fensterluken Tageslicht.
An den beiden Straßenseiten mit dem großen Bogen am Eckpunkt baute ich einen Jägerzaun und pflanzte dahinter eine Hecke. Hinter der Steintreppe, die vom Parkplatz aussen direkt in den Keller führt, legte ich einen großen Sandkasten an.
An den Seiten des Grundstücks pflanzte ich mehrere Kiefern, zwei Birken und an den beiden Ecken zur Bussardstraße je eine Pappel.-

Da ich beim Versorgungsamt meine Gelbsucht als Kriegsschaden angemeldet hatte, wurde mir alle zwei Jahre eine dreiwöchige Kur in einem Leberheilbad genehmigt.
Die erste Kur konnte ich schon im Frühjahr 1955 in Bad Neuenahr genießen. Da diese Kuren aber nur in Deutschland vom Versorgungsamt bezahlt wurden, musste ich in Amerika darauf verzichten.
Nach unserer Rückkehr beantragte ich eine weitere Kur und verbrachte diese im Frühsommer 1973 in Bad Kissingen.

Während dieser Zeit ereignete sich in Mittelfranken ein Wolkenbruch. Kurz zuvor hatte Fa. Heinlein auf dem in der Bussardstraße anschließenden Grundstück die Baugrube für das nächste Fertighaus ausgehoben, die dabei voll Wasser lief.
Leider brach der provisorische Damm zu unserem Grundstück und das Wasser lief in unseren Keller.
Als Maria mir davon telefonisch berichtete, fügte sie gleich hinzu, dass sie die Schadensbeseitigung sehr gut ohne meine Anwesenheit erledigen könne.
Alle zwei Jahre bekam ich eine weitere Kur, für die der Arbeitgeber mich beurlaubern musste.-

bi_hausbesitzer

Nach einem halben Jahr zogen wir in eine Hochparterre-Wohnung in dem neuen Wohnhochhaus um.
Bald danach fand ich einen neuen Job bei der Firma Winter in Bubenreuth.
Ich arbeitete dort auch im Büro, aber bei der Produktions- und Verkaufsplanung in einem großen dreistöckigen Gebäude. Es war eine Koffer Fabrik, aber nicht für Reisekoffer, sondern für Kunststoffgehäuse für Radio- und Fernsehapparate, die im Fachjargon Koffer hießen.

Nun planten wir auch ein neues eigenes Haus für die Familie natürlich in Bubenreuth. Wir sahen uns nach einem Grundstück um, aber erhielten dann ein Angebot der Fertighaus-Firma Heinlein in Baiersdorf. Sie hatten am nördlichen Ortsende von Bubenreuth, nicht weit von dem Winter Gebäude, ein großes Feldstück gekauft, auf dem sie in zwei Reihen 20 ihrer Fertighäuser in verschiedenen Größen bauen wollten.
Wir wurden und bald handelseinig und bekamen das erste Haus an der kleinen Landstraße zum nächsten Dorf Igelsdorf. Es war das Eckhaus an der im rechten Winkel abgehenden Bussard Straße, die damals nur einfacher Feldweg war.

Am 17. 11.71 wurde unsre dritte Tochter Susanne Dorothea auf der Entbindungsstation der Universitätsklinik Erlangen geboren.
Im November wurde auch die Baugrube für unser neues Haus ausgehoben und eine Maurermannschaft baute das. Laut genehmigter Bauplanung sollte der Fußboden der Wohnung nur 50 cm über der künftigen Straßenoberfläche liegen. Daher bat ich, den Keller 50 cm höher zu bauen. Leider lehnte die Firma Heinlein das ab wegen der Gefahr einer Geldstrafe.-
Unser neuer Nachbar schräg gegenüber, ein Ortsansässiger, der anderthalb Jahre später sein ähnliches Haus einen halben Meter höher als genehmigt baute, zahlte dann 300 DM Strafe.

Eh wurscht sagen die Franken.-

Am 21. Januar 1972 zogen wir mit Sack und Pack und sechs Kindern im Alter von zwei Monaten bis 11 Jahren in unser neues Haus ein.
Der Keller war noch vor Weihnachten fertig geworden und die Wände des Hauses innerhalb von zwei Tagen mit einem großen Kran zusammengesetzt.
Da kein Frost herrschte wurde auch das Dach und die Inneneinrichtung rechtzeitig fertig.

Ring 's ums Haus aufgeweichter Lehmboden, zum Vergnügen der Kinder, nicht so der Eltern. Hinter der Eingangstür hatten wir alte Jutesäcke liegen, auf denen wenigstens die lehmigen Schuhe ausgezogen werden konnten.

Anfang Februar kam dann Frost und Schnee und unsere Öl-Heizung funktionierte einigermaßen.-

bi_brandungssog

Auf der Seeseite unseres Hauses hatte ich am Rasenrand vor der Felskante einen brusthohen soliden Holzzaun gebaut, außerdem einen Sandkasten und eine große Schaukel aus Holzbalken.
Um das ganze Grundstück pflanzte ich Heckensetzlinge.

Zu der kleinen Meeresbucht, die zu unserem Grundstück gehörte, konnte man auf einem halsbrecherisch steilen Pfad hinabklettern, und bei Flut konnte man dort gut schwimmen, aber bei Ebbe meist nur noch herumwaten. Außerdem war das Wasser auch im Sommer recht kalt.

An der felsigen Steilküste ist der Brandungssog des Wassers lebensgefährlichlich.
Eine Gruppe Schüler versuchte einmal bei Ebbe am Wasserand am Fuß eines hohen Felsens herum zu laufen. Einer von ihnen wurde vom Sog unter Wasser in die Tiefe gerissen und konnte nie mehr gefunden werden.

Kurze Zeit vorher hatte uns mein Vetter Gunter, der damals in Kanada arbeitete, für einige Tage besucht.
Er kletterte auf die Spitze des Felsens am Nordrand der Bucht, der zu unserem Grundstück gehörte. Von da aus wollte er am steilen Felsabhang, der mit Geröll bedeckt war, zur Bucht hinunter klettern.
Auf halber Höhe blieb er stecken und konnte nicht mehr weiter, wieder hinauf noch hinunter.
Als er nach einer Weile um Hilfe rief und wir auch nichts tun konnten, benachrichtigten wir die Feuerwehr, die ihn dann mit Seilen aus seiner misslichen Lage befreiten. - -

Maria hatte mit drei kleinen Kindern genug tun. Sie befreundete sich auch mit der Nachbarin, deren Mann im Sperrholzwerke gearbeitet hatte, aber nun mit seinem Fischerboot je nach Jahreszeit Lachs, Krabben, Tuna oder andere Fische angelte.
Doch Maria fehlte die große Verwandtschaft, nebst Bekannten, an die sie in Deutschland gewohnt war.
Nur ein Vetter wohnte in Albany/Georgia.
Er hatte sich am Gymnasium in Landau/Weinstraße mit seinem Vater, der es als Studiendirektor leitete, verzankt und war mit einem einjährigen Studienvisum in die USA gereist.
Als er dort sein Abitur machte, verliebte er sich in eine Mitschülerin. Sie heirateten und so konnte er legal in USA bleiben und nach drei Jahren Staatsbürger werden.
Sie haben zwei Söhne und seine Frau lebt heute noch in Albany. Wir haben Sie dort auch einmal besucht in ihrem mit Palmen umsäumten Haus.--