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bi_in portland

Am Samstag, dem 31. Mai 86, flog ich früh mit der KLM/United Airlines vom Flughafen Nürnberg, wohin mich Stephen mit dem Auto brachte, über Frankfurt, Amsterdam und Seattle nach Portland, wo ich vom Flughafen mit Ilse telefonierte und sie mich mit dem Auto abholte.
Ilse und Bill hatten damals einen kleinen Pinto Station Wagon.
Am Sonntag fuhren wir in den Rosengarten zu einer großen Aufführung im Freiluftheater und danach ins Hallen-Schwimmbad ihres Fitnes-Vereins. Vor und nach dem Schwimmen gabs eine heiße Dusche.
Bill hatte vor kurzem einen Schlaganfall gehabt und war deshalb noch in einem nahe gelegenen Erholungsheim, wo er ein eigenes Zimmer bewohnte.
Am Montag morgen fuhren Ilse und ich auf dem Freeway 99 über Salem und Albany nach Corvallis, wo wir eine ihrer Freundinnen besuchten, und nach dem Mittagessen weiter zur Küsten Straße 101 am Sea Lions Cave, wo wir vom Aussichtspunkt am Touristen Kiosk weit aufs Meer und tief unten in ihrer kleinen Felsenbucht den jungen Seelöwen beim Spielen zuschauen konnten.
Dann weiter über Coos Bay und Gold Beach nach Brookings, wo wir unsere Freunde Mike Page und seine Frau Frances besuchten. Wir wurden herzlich eingeladen zum Essen und Übernachten.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit Mike zum kleinen Fischerhafen am Chetco Fluß, wo Mike früher sein eigenes Boot liegen hatte, zur Chetco Kredit Union, der örtlichen Sparkasse, zu Dave Fortier, unserm alten Rechtsanwalt, der auch ein wenig Deutsch sprechen konnte;
auch zu unserem alten Haus an der kleinen Steilküstenbucht und zum langen Badestrand vor den hohen Felswänden am Camping-Park nördlich des Ortes.
Der eine dunkle Sand dort lädt zwar zum Sonnenbaden und Strandlaufen ein, aber weniger zu einem Bad im Meer, da das Wasser meist ziemlich kühl ist wegen des kalten Polar Stromes, der dicht an der Küste nach Süden zieht.
Zum Dinner luden wir Frances und Mike in ein großes Restaurant an der Hauptstraße ein.
Nachmittags besuchten wir ihren Sohn Tom, der sich mit seiner Frau Gloria ein modernes Haus an der anderen Ecke des großen Familien-Grundstücks gebaut hatte.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns und fuhren zurück auf der Küstenstraße 101 gen Norden.
Zuerst in einen großen privaten Campingplatz, den dort ein Bekannter, der früher in Polen eine Metzgerei hatte, vor einigen Jahren gegründet hätte.
Das Honey Bear Camping waren gut besucht, vor allem wegen der erstklassigen Küche in seinem Camprestaurant. Dort aßen wir zu Mittag und kauften ein großes Stück geräucherten Naturlachs (an der Oregon Coast gibt es noch keine künstliche Lachszucht wie in den norwegischen Fjorden).
Wir fuhren weiter zu den Oregon Dunes, einem etwa 20 Kilometer langen und zwei bis 3 km breiten Naturschutzgebiet mit hohen Sandhügeln, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch den Meeres Wind hinter dem Stand gebildet haben und die auch weiter ständig ihre Form und Höhe durch den Wind verändern.
Am Wachhaus kann man auch vierrädrige Motor-Buggies mieten, mit denen man auf den Dünen und am Strand herumkurven kann, wie man sie auch auf unseren Straßen jetzt manchmal sieht.
Ilse machte einen langen Spaziergang auf dem Strand und ich einen kürzeren, meinen Möglichkeiten entsprechend. Wir machten noch an Otters Rock und anderen Aussichtspunkten auf der Küstenstraße halt, in Depot Bay nochmal einen Strandspaziergang und waren dann am späten Abend wieder an Ilses Haus.-

Einen Tag später lagen im Portlander Hafen 1 US-Zerstörer und 2 Corvetten, die man kostenlos besichtigen konnte.
So gab es in der großen Stadt immer etwa zu sehen und zu erforschen.
-Fast jeden Tag besuchten wir auch Bill in seinem Genesungsheim.-
Ende der Woche fuhren wir für zwei Tage nach Vancouver B.C. in Canada, um dort eine Ausstellung zu besuchen, und danach schlenderten wir noch durch China Town.-
Um Ilse während Bills Krankheit nicht zu sehr bei seiner Pflege zu stören, buchte ich meine Flüge nach Portland immer nur für zwei Wochen und so ging mein Flieger dann bald wieder nachhause.

--BI.---

Im Juli 1985 flog ich hin wie jedes Jahr für 2 Wochen nach Portland/OR meine Schwester Ilse besuchen.
Ich hatte am Flughafen wie üblich ein Mietauto gebucht und wir machten damit ein paar größere Fahrten, nach Brookings, Vancouver B.C., zu Ilses Freunden an der Pazifikküste und in die Berge am Mount Hood.
Ich verlebte mit ihr nach ein paar schöne Sommertage auf ihrem großen Grundstück am Berghang, das ihr aber langsam zu gross wurde.
Sie wollte es verkaufen und in ein Altersheim ziehen.
So fuhr ich auch mit ihr verschiedene Heime, von denen es in der Umgebung genug gab, besichtigen.
Dann flog ich wieder nachhause.---

Im Herbst fuhr ich wieder nach Polen, um meine Freunde dort zu besuchen. Alleine, da Christian inzwischen auch seinen Führerschein gemacht hatte

Am 11.9. 86. wurde Barbaras zweiter Sohn Thilo geboren (Marias und mein zweites Enkelkind) in der Regensburger Klinik per Kaiserschnitt.

bi_großvater werden

In Neuseeland steuerten wir abends immer die nächste I.W.C.A. an, die es dort in fast jedem größeren Ort gab, wo Ilse in der Herberge und ich auf dem Parkplatz daneben im Auto schlief, weil das für mich bequemer und natürlich auch preisgünstiger war.

Meine Schwester Ilse blieb noch zwei weitere Wochen bei einem Physical-Therapist-Kollegen, mit dem sie lange Zeit in einer Portlander Klinik zusammengearbeitet hatte und gut befreundet war, in seinem komfortablen Eigenheim, das er mit Frau und drei Kindern bewohnte, in einem Auckländer Vorort auf einem Hügel von wo aus man eine weite Rundumfernsicht über die Landzunge und odie Meere auf beiden Seiten hat. Er hatte vor einigen Jahren in einer Auckländer Klinik einen guten Job und mit seiner Familie einen einzigartigen Wohnort gefunden.
Dann flog Ilse mit einem Zwischenstopp auf den Fidschi Inseln wieder nachhause.--


---Am 23. Februar 1985 wurde in einer Regensburger Klinik Barbaras ältester Sohn Fabian (Maria und mein erstes Enkelkind) per Kaiserschnitt geboren. Ich sandte von Melbourne aus ein Glückwunsch-Telegramm.-

bi_down under III

Es leben noch etwa 200.000 Maoris der Urbevölkerung im Lande, die heute bevorzugte Sozial-Leistungen erhalten.

Im Nord-Zipfel der Insel liegt die größte Stadt Neuseelands, Auckland, mit fast einer Million Einwohnern und zwei Seehäfen, im Osten Waitemata am pazifischen Ozean und im Westen Manukau am Tasmanischen Meer und am Fuß einer Kette erloschener Vulkanberge.
Auckland wurde 1840 als erste Europäer Siedlung Neuseeland gegründet und war bis 1865 Regierungssitz.
Es entwickelte sich zum wichtigsten Überseehafen des Landes (Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Wolle, Fleisch, Konserven, Butter u.a., ein fuhr von Rohmaterialien und Halbfertigfabrikaten) und ist auch bedeutende Industriestadt mit Herstellung von Konsumgütern, chemischen Erzeugnissen u.a., internationaler Flughafen. Die Stadt ist Sitz einer Universität und eines katholischen Bischofs, hat Bibliothek und Kunstgalerie nebst vielen anderen öffentlichen Einrichtungen.

Wir besuchten auch viele andere Orte, sahen auf großen Milchfarmen die damals noch neuartigen Melk-Karussells für Kühe, wo die Milch nach Pasteurisierung direkt in die landesweit einheitlichen ein Pint-Glasflaschen verkaufsfertig abgefüllt wurde, besichtigten industriell konzipierte Eukalyptus Wälder zur Papierherstellung und kletterten auf den 2800 m hohen erloschenen Vulkanberg Ruapehu.

Nach zwei Wochen Neuseeland flog ich von Auckland über Singapur wieder heim nach Deutschland.
Dabei hätte ich über der Java-See ein unvergessliches Erlebnis:
Ich durfte für etwa 10 Minuten in der Piloten Kabine sitzen, was damals für alte Weltreisende manchmal noch möglich war, und sah nachts im Dunkeln direkt vor uns in einem riesigen horizontalen rötlich leuchtenden Gewitterwolkenband ein gewaltiges in den Wolken meist waagerecht hin und her blitzendes Feuerwerk, wie Menschen es auch mit Atombomben wohl kaum werden erzeugen können.
Wir umflogen natürlich die atmosphärische Störung.-

Meine Schwester Ilse blieb noch zwei weitere Wochen bei einem Physical-Therapist-Kollegen, mit dem sie lange Zeit in einer Portlander Klinik zusammengearbeitet hatte und gut befreundet war, in seinem komfortablen Eigenheim, das er mit Frau und drei Kindern bewohnte, in einem Auckländer Vorort auf einem Hügel von wo aus man eine weite Rundumfernsicht über die Landzunge und die Meere auf beiden Seiten hat. Er hatte vor einigen Jahren in einer Auckländer Klinik einen guten Job und einen einzigartigen Wohnort gefunden.
Dann flog Ilse mit einem Zwischenstopp auf den Fidschi Inseln wieder nachhause.--

bi_down under II

Neuseeland ist mit 3 Millionen Einwohnern auch nicht viel stärker besiedelt als Australien, 2/3 der Einwohner leben auf der Nordinsel, 1/3 auf der Südinsel, die land-
wirtschaftlich geprägt ist.
Wir fuhren über Nelson an der Tasman Bay nach Westport am Tasmanischen Meer und weiter an der Küste entlang zum Fjordland Nationalpark im Süden der Insel.
Im Osten erheben sich die Southern Alps mit ihren schneebedeckten Vulkangipfeln Mt.Cook fast 4000 m hoch und Mt.Aspiring mit über 3000 m.
Vom Nationalpark ging es nach Invercargill, wo wir eine lange Strandwanderung an der Foveaux Strait in Sicht der kleinen Steward Insel mit dem Südkap Neuseelands machten, von wo aus es bis zur Antarktis nicht viel weiter ist als von Kap Horn in Südamerika.

Zum Baden war es da natürlich zu kalt und so fuhren wir schnell wieder nordwärts an der Küste entlang über Dunedin und Oamaru nach Christchurch,
der größten Stadt auf der Südinsel. Mit 200.000 Einwohnern und 35 Vororten ist sie flächenmäßig fast so groß wie Berlin.
Sie hat eine Universität, eine Kathedrale, einen anglikanischen und einen katholischen Bischof.
Sie ist trotz ihrer Größe ländlich geprägt.
Nach zwei Tagen Stadtbesichtigung fuhren wir weiter an der Küste entlang nordwärts über Blenheim zum Fährhafen nach Wellington, von wo aus wir noch 10 Tage durch die Nordinsel fuhren.

bi_down under

Im Frühjahr 1985 verabredete ich mich mit meiner Schwester Ilse, gemeinsam durch „down under“ zu reisen. Ilse flog von Portland/OR über Sydney nach Melbourne zu unserer alten Kindheits-Freundin Lilli Stahr, die dort seit 40 Jahren in einem Vorort in einer kleinen Eigentumswohnung lebt.
Ich flog am 8. Februar von Frankfurt, wohin Stephen mich mit dem Auto gebracht hatte, abends über Bombay nach Sydney, wo ich zum Flugplatz ein Mietauto bestellt, damit über die Hauptstadt Canberra nach Melbourne zu Lillis Wohnung fuhr.
Dort blieben wir einige Tage und sahen uns gemeinsam die Stadt an.
Dann fuhren Ilse und ich mit unserem Auto an der Küste entlang nach Adelaide, das auf dem entsprechenden Breitengrad wie Zypern liegt.
Es herrschte noch schönes warmes Herbst- Wetter, und so badeten wir nach einer Stadtbesichtigung noch ausgiebig am nahe gelegenen breiten Sandstrand im Indischen Ozean.

Nach drei Tagen fuhren wir weiter in östlicher Richtung, besuchten die Weinbaugebiete am Murray River, wo auch deutsche Winzer sich angesiedelt haben, und dann zurück nach Melbourne zu Lilli.
Ihre Wohnung hat einen kleinen Vorgarten, in dem sie neben einem Blumenbeet auch Gemüse anbaut.

Nachdem wir in einem Badeort bei Sydney einen Tag lang im Meer gebadet hatten, blieb Ilse noch eine Woche bei ihr, während ich mit dem Auto auf der Küstenstraße am Tasmanischen Meer entlang über Sydney bis Newcastle fuhr, und von dort landeinwärts über Muswellbrook zum Wollemi Nationalpark.

Von dort zurück nach Sydney, wo ich mich mit Ilse am Flughafen verabredet hatte und das Auto zurückgab.

Von dort ging es mit dem vorgebuchten Flug nach Neuseeland zur Hauptstadt Wellington auf der Nordinsel.

Dann mit der Fähre über die Cook-Straße nach Picton, wo wir das vorgebuchte Mietauto zu einer großen Rundreise um die Südinsel bestiegen.

bi_mens sana

Stand 15.1. 08. Seite 61.--Bi.
---Im Herbst 1983 flog ich mit Christian und seinem zwei Jahre älteren Freund Gerald aus seiner Pfadfindergruppe, der schon einen Führerschein besaß und mich beim Fahren ablösen konnte, nach Seattle/WA, wo wir auch einen Mietwagen am Flughafen gebucht werden.
Auf unserer zweiwöchigen Fahrt entlang der US Westküste besuchten wir zuerst meine Schwester Ilse in Portland/OR, die damals noch in ihrem Haus auf dem großen Grundstück im Vorort St.Johns am Berghang westlich des Willamette River wohnte.
-? eine Seite weg!
Neu diktieren!!!-

N.S. Spruch: Nur in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist.
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1984 heirateten am siebenten Juli unsere älteste Tochter Barbara und ihr Verlobter Walter Frank in der kleinen katholischen Kirche an der Bubenreuther Hauptstraße nach Bräuningshof.
Nach dem Hochzeitsgottesdienst standen am Ausgang Walters Kameraden des Alterlanger Schießvereins in ihrer Tracht Spalier und gratulierten lauthals.
Dann feierten wir mit einem großen Gartenfest auf unserem Grundstück mit vielen Gästen bei schönstem Sommerwetter.
Walter war als Zeitsoldat Sanitäts-Unteroffizier in der großen Infanterie-Kaserne in Regensburg, Barbara arbeitete dort als Hotelfachfrau-Azubi in dem großen Restaurant direkt am Dom.
Barbara ist etwas kleiner als ich, Walter ist zwei Jahre älter und einen Kopf größer als sie. Beide hatten schon seit mehreren Monaten in einer Mansarden-Wohnung am Stadtrand von Regensburg nördlich der Donau zusammen gewohnt.

bi_ tour durch u.s.a. 1980

Nach der Pfingstferientour mit Christian nach Polen, wurde ich am 1. Juli 1980 von meiner Firma Rehau Plastics arbeitslos gemeldet.
Mein Chef sagte mir, ich könne ein Jahr lang stempeln gehen und Arbeitslosengeld beziehen.
Ich war nun 59 Jahre alt und konnte dann ab 60 Rente beantragen und sagte mir, eh wurscht, und dachte gar nicht daran, beim Arbeitsgericht zu klagen.

Für August plante ich mit Stephen (17) und Michael (15) eine vierwöchige Reise in die USA.
Beide sind deutsche und durch Geburt US Bürger.
Wir flogen von Frankfurt nach New York.
Einen Tag lang liefen wir durch den Central Park und Manhatten Park am Südufer mit Blick auf Liberty Island und die Freiheitsstatue.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach New Jersey und kauften bei einem Gebrauchtwagenhändler für 150 Dollar einen alten hellbraunen Zwölfzylinder Pontiac, mit dem wir sofort losfuhren Richtung Westen.

Zuerst durch Pennsylvania und New York State zu den Niagara Falls.
Dann am EerieSee entlang nach Ohio.
Über Cleveland und durch Indiana nach Chicago.
Dort einen Tag sightseeing dann weiter westwärts durch Iowa und Nebraska, die endlosen Mais- und Getreidefelder des Mittelwestens.
Über Denver und Salt Lake City dann zum und Yellowstone Park , wo wir außer den Geysiren auch einige Bären sahen. Durch die Rocky Mountains in Montana nach Idaho zum Snake River und weiter am Ufer des Columbia nach Portland/Oregon, wo meine Schwester Ilse und ihr Mann Bill uns schon erwarteten.
Dort verbrachten wir einige schöne Tage auf ihrem großen Anwesen auf dem steilen Hang der Randberge hoch über der breiten Talebene am Zusammenfluß des Willamette in den Columbia River mit Blick auf die großen Vulkanberge Mount Adams und St.Helens am Horizont.
Sie fuhren uns in Bills neuem Auto zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und in der näheren und weiteren Umgebung.
Nach einer Woche nahmen wir Abschied, um über die Straße an der Oregon Coast nach Brookings zu fahren.
Dort besuchten wir meinen alten Freund Mike Page und seine Frau.
Auf seinem großen Grundstück bauten die Jungens ihr Zelt auf und Mike fuhr mit uns in seinem Auto zu dem Haus in dem wir 9 Jahre gewohnt hatten, dass vom neuen Besitzer inzwischen erweitert wurde; zum Sperrholzwerk, dass längst nicht mehr Genossenschaftsbetrieb ist und von der Konkurrenzfirma übernommen wurde, zum Fischerhafen, zu unserem Badeplatz 9 km flussaufwärts am Chetco River, wo das Wasser im Sommer immer viel wärmer ist als am Meeresstrand, und zu vielen anderen Stellen, die wir von damals noch kannten.
In der kleinen Werkstatt eines guten Freundes wurden die altersmüden Bremsen unseres Pontiac repariert.
Dann fuhren wir weiter Richtung Kalifornien, auch wenn 4 Zylinder des Motors nach wie vor nur sporadisch arbeiteten. Aber die 8 anderen reichten vollkommen für unser gemütliches Tempo und Sprit war damals noch spottbillig.

Südlich von Brookings erstreckt sich eine flache über 50 Kilometer lange und 10 bis 20 km breite Ebene zwischen Küstengebirge und Pazifik etwa 20 m überm Meeresspiegel mit Lehmboden gut für Ackerbau und Viehzucht.
Dort gab es viele Bauern, die sich auf die Zucht von Lilienzwiebeln spezialisiert hatten (Lilly Fields).
Wir holten uns früher dort bei einem Milchbauern alle drei Tage unsere Milch in Gallon(=gut dreieinhalb Liter)-Kanistern.-

Nun fuhren wir aber weiter nach Kalifornien, an der Küstenstentraße entlang, durch Sonoma County mit seinen Weingütern und über die Golden Gate Bridge nach San Franzisko.
Nach zwei Tagen weiter über Palo Alto und San Jose ins San Joaquin Valley mit seinen Weinbergen, durch Fresno und Bakersfield nach Los Angeles, Disney Land und Long Beach, San Diego und das große stählerne Grenztor nach Mexiko.
Da durften wir aber mit unserem alten Pontiac nicht durch und fuhren weiter auf dem Freeway (Autobahn) entlang der mexikanischen Grenze nach Osten.
Bald stoppte uns aber eine Grenzpolizeistreife und kontrollierte unsere Papiere und Auto.
Wir drei hatten braun gebrannte Gesichter und besonders Michael trug damals schulterlange dunkle Haare.
Für die Cops waren wir in Phoenix Arizona und weit weg von der mexikanischen Grenze.
Weiter fuhren wir über Tucson nach New Mexiko.
Wir überquerten den Rio Grande und waren dann bald in Texas und wieder dicht an der mexikanischen Grenze.
Auf dem Freeway hinter El Paso verpasste uns eine Polizeistreife, wie vor fast 20 Jahren, wieder eine Verwarnung über 10 $, weil wir etwas zu schnell gefahren waren.
Da die Öl-Barone im reichen Texas sich eine große Polizeitruppe halten, um ihre lange Grenze gegen mexikanische Einwanderer zu schützen, mußte sich diese auch rentieren.-

bi_refugee (relief act)

Im März 1953 wurde der Refugee Relief Act
(Flüchtlings Hilfs Gesetz) in den U.S. Kongress eingebracht, mit dem eine halbe Million Heimatvertriebene aus den deutschen, von Polen annektierten, Ostgebieten ohne Bürgen und ohne Quoten in die U. S. A. einwandern könnten, terminiert bis zum 31. März 1957.
Es dauerte aber bis Oktober 1956 ehe der R.R.A. (parlamentsüblich) Gesetz wurde.
In Westdeutschland, wo wir Heimatvertriebenen einen speziellen grünen Ausweis (ähnlich dem Personalausweis) besaßen, hatten sich 500.000 meist junge Menschen gemeldet und waren nach Befragung durch ein U.S. Konsulat akzeptiert worden, darunter auch meine Schwester Ilse und ich.
Also konnte man die Überfahrt nach U. S. A. erst im Oktober organisieren.
Da es damals noch keine Jets gab, die im Shuttle-Flug diese Transportleistung innerhalb von fünf Monaten leisten konnten, hat man einen längst eingemotteten Truppen- Transporter aus dem Krieg wieder eingesetzt.
Meine Schwester ist im Januar 1957 mit dem Schiff 10 Tagelang von Bremen nach New York unterwegs gewesen, meist bei hohem Seegang mit vielen Familien und kleinen Kindern in Hängematten unter Deck, viele see-
krank.

Ich hatte mehr Glück und flog Anfang Februar mit einem Turbo-Jet von Hamburg mit Zwischenlandung in Island und Neufunfland nach New York, schneller und bequemer als Ilse.
-Später behauptete ich jemand, bis zum 31. März 1957 seien nur gut 350.000 Einwanderer unter dem R.R.A. in die USA gelangt.-
Die U. S. Behörden hatten auch keine Organisation, um so vielen Leuten schnell Wohnung und Arbeit zu besorgen.
So wurden wir zu Kirchengemeinden in Gegenden gesandt, in denen man uns beruflich schnell vermitteln konnte.

Ilse kam nach Denver und ich, als gelernter „ Holzwurm“, nach Longview im Staat Washington an der nordwestlichen Küste.
In den Wäldern des Kaskadengebirges ist dort eines der wichtigsten Holzindustriegebiete der USA.
Der Vorsteher der dortigen lutherischen (evangelischen) Kirchengemeinde war zugleich Personalchef des großen Holzwerkes der Firma Weyerhäuser, einer der drei größten Holz-Firmen der U. S. A..Wally Pettersen und seine Frau waren schwedischer Herkunft, und nahmen mich in ihrem großen Einfamilienhaus in der Nähe des Werkes auf wie einen guten Freund.
Ich durfte im Zimmer des ältesten Sohnes, der im Osten studierte, schlafen und wurde in den ersten Tagen auch bei ihnen verköstigt.
Wally half mir bei allen nötigen Anmeldungen und besorgte mir einen Job als Zeichner im Forstamt der Firma, das im Headquarters Camp mitten im bergigen Waldgebiet in der Nähe des Mount St.Helens lag, etwa 25 km von Longview entfernt.
Dort schlief ich im Waldarbeiterschlafsaal und aß in der Kantine.
Im Forstamtbüro auf dem Camp hatte ich ein Zimmer mit einem großen Zeichentisch.
Mit dem Förstern und dem Oberförster verstand ich mich gut, einige von ihnen waren deutscher Herkunft und einer sprach sogar noch ein wenig Deutsch.
Sie wohnten alle in schönen Einfamilienhäusern in Longview und Kelso, und fuhren jeden Tag mit ihren Geländewagen ins Camp.
Die Arbeit machte mir Spaß, da ich gerne zeichne und auch oft mit den Förstern in den Wald fuhr, um Baum-Flächen in den Square Miles zu vermessen.
Am Wochenende war ich wieder bei Pettersens eingeladen, und Wally verkaufte mir das alte braune Chevy Coupe seines Sohnes für 100 $.
Mein erstes eigenes Auto und ich war motorisiert.

bi_anhalter

In den Sommerferien 1954 war meine Schwester Ilse wieder in Berlin und wir starteten zu einer gemeinsamen Tour per Anhalter nach Italien.
Es war Augusts und warm genug, dass wir irgendwo auf den Hügeln über dem Lago Maggiore im Freien in unsern Schlafsäcken übernachten konnten. Im Dunkeln sahen wir unten in dem großen See die Lichter vom Ufer sich widerspiegeln.
Weiter ging es über Mailand,Genua auf der Straße am Mittelmeer entlang nach Rom und Neapel.
Auf der Straße über den ablehnenden nahm uns ein alter LKW mit. Im Führerhaus hatte neben dem Fahrer und Beifahrer nur Ilse Platz und ich musste es mir hinten im Laderaum auf großen Käselaiben bequem machen.
Es war schon dunkel, da hielten wir mit den in den Bergen neben einem kleinen Wirtshaus an. Ilse kam aufgeregt zu mir und rief mir zu, schnell auf die Straße zu springen. Der Fahrer hatte sie aufgefordert, Sex-Dienst als Fahrgeld zu leisten, was sie entrüstet ablehnte.
Daraufhin hielt er an dem Wirtshaus, wo wir auch ein kleines Zimmer für die Nacht fanden. Am nächsten Tag kamen wir nach Bari, eine große Hafenstadt mit fast arabisch anmutender Bevölkerung. Da uns hier alles ein bisschen "fremdländisch" vorkam und wir kaum italienisch konnten, entschlossen wir uns umzudrehen und wanderten auf der Küstenstraße wieder nach Norden.
Dabei kamen wir an Kilometer langen Salinen vorbei, Salzgärten, in denen aus Meerwasser durch Verdunsten Kochsalz gewonnen wird. Große Flächen am flachen Strand werden eingedämmt, das hereingelassene Salzwasser verdunstet in der Sonne und das zurückbleibende Salz kann für den menschlichen Verbrauch genutzt werden.

Natürlich waren wir auch auf dem Vesuv.
Wir kamen am Nachmittag etwas spät zu dem kleinen Gebäude von dem aus Berg-Führer die Besucher zum Kraterrand begleiten, wir waren die beiden letzten.
Zwei junge Führer sassen da mit ihren festen ledernen Bergsteigerstiefeln. Wir hatten nur feste Turnschuhe und erzählten ihnen in deutsch-englischem Kauderwelsch mit italienischen Brocken, dass wir Studenten sind und per Anhalter aus Berlin kommen, um den Vesuv Krater anzuschauen.
Da fassten sie uns an der Hand und zogen uns den Berg hinauf bis an den Kraterrand.
Auf deutsch-italienisch erzählten sie alles Wissenswerte über den Vesuv.
Dann nahm jeder einen von uns in den Arm und wir rutschten auf ihren Stiefeln durch das Lava-Geröll zum Häuschen zurück.
Sie sagten wir seien ihre Gäste und luden uns zu einem Glas Lacrimae-Christi-Wein ein.
Wir bedankten und verabschiedeten uns und wanderten durch die Weinberge. In einer verlassenen Winzerhütte übernachteten wir und reisten am nächsten Morgen wieder nordwärts.
Eine Woche später landeten wir bei unseren Eltern in Berlin.
Im Sommer 1955 war Ilse wieder in Berlin und so beschlossen wir eine Anhalter-Tour nach Spanien.
Durch die Schweiz und Südfrankreich ging es über die Pyrenäen nach Barcelona.
Wie in Italien schliefen wir meist in den Schlaf- sälen billiger Jugendherbergen.
Weil das Anhalter fahren damals noch nicht in Mode war, kamen wir meist sehr gut voran, oft in kleinen Lastwagen. Zwischen Barcelona und Valencia ging die Küsten-Straße über einen hohen Bergrücken und von der Ladefläche eines kleinen LKWs aus hatten wir eine herrliche Fernsicht über das im Sonnenlicht glitzernde Mittelmeer.
In den kleinen Fischer-Städtchen schliefen wir manchmal in am Kai vertäuten alten Kähnen und aßen oft in kleinen Fischküchen frischen Fisch. Wir nahmen immer die kleine Küstenstraße (Autobahnen gab es damals ja noch nicht) über Alicante und Cartagena.
Von Almeria aus machten wir einen Abstecher nach Granada an dem Schneegebirge der Sierra Nevada vorbei und zu dem berühmten Maurenschloß Alhambra.
Dann wieder nach Malaga zur Costa del Sol und weiter nach La Linea, dem Grenzübergang nach Gibraltar.
Als Fußgänger konnten wir dort problemlos passieren und uns die alte britische Festung ansehen.
Bei schönstem Sonnenschein konnten wir den Affen auf den Felsen zugucken und durch Old England spazieren.
Über Algeciras und Cadiz, wo wir direkt am Hafen auf Parkbänken unter Palmen schliefen weiter nach Jerez de la Frontiera, wo der berühmte Cherry gekeltert wird, den die Engländer schon immer gerne als Aperitiv trinken, und den Ortsnamen Jerez zu Cherry verbalhornt haben.
Dann weiter nach Sevilla, wo wir mehrere Tage in der schönsten Stadt Spaniens verbrachten.

Auf der Landstraße nach Madrid hatten wir wieder besonderes Glück. Hinter Cordoba hielt ein großer Personenwagen und ein nettes Ehepaar, der Mann ließ Jesus, nahm uns mit bis in ihr großes modernes Apartment in der Madrider Innenstadt, wo wir dann noch mehrere Nächte in ihrem Gästezimmer schlafen durften, während wir uns die Hauptstadt anschauten. Danach nordwärts über Burgos, Bilbao, San Sebastian nach Biaritz in Frankreich. Dort mussten wir nach den schönen Tagen in Spanien entlang der Atlantikküste häufig im Regen laufen, da dann auch weniger Autos halten. Über Bordeaux , Lyon und durch die Schweiz kamen wir eine knappe Woche später wieder nach Berlin zu unseren Eltern.----