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bi_infusionskur

Unser jüngster Sohn Christian besuchte die Hauptschule in Igelsdorf und stand 1984 vor dem Hauptschulabschluss.
Er wollte aber auf keinen Fall weiter eine Schule besuchen, sondern einen Beruf im Holzfach erlernen.
Glücklicherweise fand er eine Lehrstelle in der Bubenreuther Schreinerei Protze.
So konnte er weiter zuhause wohnen und machte nach drei Jahren seine Gesellenprüfung.-
Von Januar bis Dezember 1987 absolvierte er seinen Bundes dienst bei der Flak in Regensburg.(Erst später erfuhr er, dass er als dritter Sohn einer Familie sich vom Wehrdienst hätte befreien lassen können, da seine beiden älteren Brüder schon vorher ihren Wehrdienst absolviert hatten.)
Danach arbeitete er in Tischlereien in Bamberg und Coburg und war das erste unserer Kinder, das einen guten eigenen Monats-Lohn verdiente.---

Im März 86 machte ich zur Muskelschwund-Therapie stationär eine dreiwöchige Infusionskur in der Heilanstalt des Diakonischen Werks Rummelsberg 2 in Schwarzenbruck, wozu mir einige Ärzte geraten hatten, leider ohne Erfolg.---

bi_mens sana

Stand 15.1. 08. Seite 61.--Bi.
---Im Herbst 1983 flog ich mit Christian und seinem zwei Jahre älteren Freund Gerald aus seiner Pfadfindergruppe, der schon einen Führerschein besaß und mich beim Fahren ablösen konnte, nach Seattle/WA, wo wir auch einen Mietwagen am Flughafen gebucht werden.
Auf unserer zweiwöchigen Fahrt entlang der US Westküste besuchten wir zuerst meine Schwester Ilse in Portland/OR, die damals noch in ihrem Haus auf dem großen Grundstück im Vorort St.Johns am Berghang westlich des Willamette River wohnte.
-? eine Seite weg!
Neu diktieren!!!-

N.S. Spruch: Nur in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist.
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1984 heirateten am siebenten Juli unsere älteste Tochter Barbara und ihr Verlobter Walter Frank in der kleinen katholischen Kirche an der Bubenreuther Hauptstraße nach Bräuningshof.
Nach dem Hochzeitsgottesdienst standen am Ausgang Walters Kameraden des Alterlanger Schießvereins in ihrer Tracht Spalier und gratulierten lauthals.
Dann feierten wir mit einem großen Gartenfest auf unserem Grundstück mit vielen Gästen bei schönstem Sommerwetter.
Walter war als Zeitsoldat Sanitäts-Unteroffizier in der großen Infanterie-Kaserne in Regensburg, Barbara arbeitete dort als Hotelfachfrau-Azubi in dem großen Restaurant direkt am Dom.
Barbara ist etwas kleiner als ich, Walter ist zwei Jahre älter und einen Kopf größer als sie. Beide hatten schon seit mehreren Monaten in einer Mansarden-Wohnung am Stadtrand von Regensburg nördlich der Donau zusammen gewohnt.

bi_mit pfandfindern

1983 fuhr ich in den Pfingstferien mit Christian wieder nach Polen und in den großen Ferien mit Stephens Pfadfindergruppe nach Schweden.
Es waren nur 6 Mann, die einen dreiwöchigen Abenteurertripp durch das große Naturschutzgebiet Sarek im Norden machen wollten.
Stephen (20) hatte inzwischen den Bus übernommen und einen deutschen Führerschein gemacht.
1980 hatte er auf unserer Amerika Reise in Oregon als US Bürger zwar schon seinen amerikanischen Führerschein gemacht, aber dieser muss alle drei Jahre erneuert werden .

Ich war also nur als "zweiter Steuermann" dabei und da im Bus noch zwei Plätze frei waren, kamen auch Christian und Susanne mit.
Wir drei fuhren, nachdem wir die Pfadindergruppe am Naturschutzgebiet-Eingang abgesetzt hatten, weiter durch Kiruna nach Narvik in Norwegen und zum Nordkap.
In Hammerfest und am Nordkap blieben wir mehrere Tage und ließen und auch sonst Zeit, fuhren wieder bis zum äußersten Ostende Norwegens, dann durch Fiinnisch Lappland wieder südwärts, über die schwedische Grenze zum Sarek, um die Abenteurer-Gruppe programmgemäß abzuholen.

Zusammen fuhren wir dann nach Kuopio in Finnland, wo wir noch 10 Tage bei der befreundeten Pfadfinder-Gruppe blieben und außer dem abwechslungsreichen Lagerleben mit ihrem alten Floßschlepper eine zweitägige Dampferfahrt über die Seeenkette machten.

Nach einem Abschiedssingen fuhren wir wieder Richtung Heimat, da die Schulferien zu Ende gingen.

Von Turku mit der Fähre nach Stockholm durch Schweden nach Helsingborg und auf der Vogelfluglinie durch Dänemark nach Fehmarn und weiter über die Autobahn Hamburg-Hannover-Kassel nach Erlangen.---

bi_ usa-tour teil II

Über Dallas, Shreveport und Baton Rouge in Louisiana fuhren wir nach New Orleans, wo wir uns drei Tagelang die Altstadt, damals noch weitgehend original und nicht hochwassergeschädigt, und andere Sehenswürdigkeiten anschauten.
Dort schliefen wir auch diesmal wieder in einer uralten Herberge aus der Pferdewagenzeit.
Ansonsten schlief ich unterwegs auf einem ruhigen Parkplatz meist im Auto und die beiden Jungens daneben in ihren Schlafsäcken, da es noch ziemlich warm war.

Weiter fuhren wir an der Golfküste entlang durch den Südzipfel von Mississippi , durch Mobile/Alabama und den West Zipfel von Florida nach Albany/Georgia, wo wir Marias Vetter Volkmar und seine Familie besuchten.
Wir wurden wieder sehr freundlich in ihrem schönen Haus und großem Grundstück mit vielen Bäumen, darunter auch Palmen, aufgenommen und bewirtet.
Die beiden Söhne waren etwa gleichalterig mit Stephen und Michael und konnten sich trotz einiger Sprachschwierigkeiten gut unterhalten.
Nach zwei erholsamen Tagen ging unsere Reise weiter Richtung Nordosten nach Savannah an der Atlantikküste, dann nordwärts durch South und North Carolina.
Es war noch ziemlich heiß und als die Jungens eines Nachts nicht schlafen konnten, nahm sie ein Trucker mit zur nächsten Tankstelle, wo sie sich eine kalte Limo kaufen konnten.
Ein andermal weckte uns nachts eine Polizeistreife und machte uns darauf aufmerksam, dass in der Gegend manchmal nächtliche Überfälle stattfanden.
Wir landeten aber gut in Richmond/Virginia und hatten dann noch einige Tage Zeit, uns die Hauptstadt mit Umgebung anzuschauen.
Zuerst besuchten wir den großen Helden-Friedhof in Arlington und wanderten dort fast einen ganzen Tag lang herum.-

Wie wir zufällig einmal erfuhren, sind auch unsere drei Söhne als wehrfähige US Bürger registriert, falls in USA im Notfall einmal die Wehrpflicht ausgerufen werden sollte. Nachdem nun alle drei über 40 Jahre alt sind, werden sie wohl keinen Einberufungsbefehl mehr befürchten müssen.-

Auch aller anderen Sehenswürdigkeiten in Washington D.C. besichtigten wir und fuhren dann weiter nach New Jersey.

Für 100 $ verkauften wir dort unseren Pontiac und ein bekannter fuhr uns in seinem Auto zum Kennedy Airport, wo am nächsten Morgen unser Flug nach Deutschland startete, den wir schon lange gebucht hatten.-

Wir waren 4 Wochen unterwegs, auf meinem Konto war aber nur für zwei Wochen Arbeitslosengeld eingegangen. Mir wurde gesagt, ich hätte mich nach zwei Wochen beim Arbeitsamt wieder melden müssen, da mir als Arbeitsloser nur zwei Wochen Urlaub zustehen.
Auf meine Beschwerde hin, dass mir das vorher niemand gesagt hatte, bekam ich später die Nachzahlung.-

bi_ tour durch u.s.a. 1980

Nach der Pfingstferientour mit Christian nach Polen, wurde ich am 1. Juli 1980 von meiner Firma Rehau Plastics arbeitslos gemeldet.
Mein Chef sagte mir, ich könne ein Jahr lang stempeln gehen und Arbeitslosengeld beziehen.
Ich war nun 59 Jahre alt und konnte dann ab 60 Rente beantragen und sagte mir, eh wurscht, und dachte gar nicht daran, beim Arbeitsgericht zu klagen.

Für August plante ich mit Stephen (17) und Michael (15) eine vierwöchige Reise in die USA.
Beide sind deutsche und durch Geburt US Bürger.
Wir flogen von Frankfurt nach New York.
Einen Tag lang liefen wir durch den Central Park und Manhatten Park am Südufer mit Blick auf Liberty Island und die Freiheitsstatue.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach New Jersey und kauften bei einem Gebrauchtwagenhändler für 150 Dollar einen alten hellbraunen Zwölfzylinder Pontiac, mit dem wir sofort losfuhren Richtung Westen.

Zuerst durch Pennsylvania und New York State zu den Niagara Falls.
Dann am EerieSee entlang nach Ohio.
Über Cleveland und durch Indiana nach Chicago.
Dort einen Tag sightseeing dann weiter westwärts durch Iowa und Nebraska, die endlosen Mais- und Getreidefelder des Mittelwestens.
Über Denver und Salt Lake City dann zum und Yellowstone Park , wo wir außer den Geysiren auch einige Bären sahen. Durch die Rocky Mountains in Montana nach Idaho zum Snake River und weiter am Ufer des Columbia nach Portland/Oregon, wo meine Schwester Ilse und ihr Mann Bill uns schon erwarteten.
Dort verbrachten wir einige schöne Tage auf ihrem großen Anwesen auf dem steilen Hang der Randberge hoch über der breiten Talebene am Zusammenfluß des Willamette in den Columbia River mit Blick auf die großen Vulkanberge Mount Adams und St.Helens am Horizont.
Sie fuhren uns in Bills neuem Auto zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und in der näheren und weiteren Umgebung.
Nach einer Woche nahmen wir Abschied, um über die Straße an der Oregon Coast nach Brookings zu fahren.
Dort besuchten wir meinen alten Freund Mike Page und seine Frau.
Auf seinem großen Grundstück bauten die Jungens ihr Zelt auf und Mike fuhr mit uns in seinem Auto zu dem Haus in dem wir 9 Jahre gewohnt hatten, dass vom neuen Besitzer inzwischen erweitert wurde; zum Sperrholzwerk, dass längst nicht mehr Genossenschaftsbetrieb ist und von der Konkurrenzfirma übernommen wurde, zum Fischerhafen, zu unserem Badeplatz 9 km flussaufwärts am Chetco River, wo das Wasser im Sommer immer viel wärmer ist als am Meeresstrand, und zu vielen anderen Stellen, die wir von damals noch kannten.
In der kleinen Werkstatt eines guten Freundes wurden die altersmüden Bremsen unseres Pontiac repariert.
Dann fuhren wir weiter Richtung Kalifornien, auch wenn 4 Zylinder des Motors nach wie vor nur sporadisch arbeiteten. Aber die 8 anderen reichten vollkommen für unser gemütliches Tempo und Sprit war damals noch spottbillig.

Südlich von Brookings erstreckt sich eine flache über 50 Kilometer lange und 10 bis 20 km breite Ebene zwischen Küstengebirge und Pazifik etwa 20 m überm Meeresspiegel mit Lehmboden gut für Ackerbau und Viehzucht.
Dort gab es viele Bauern, die sich auf die Zucht von Lilienzwiebeln spezialisiert hatten (Lilly Fields).
Wir holten uns früher dort bei einem Milchbauern alle drei Tage unsere Milch in Gallon(=gut dreieinhalb Liter)-Kanistern.-

Nun fuhren wir aber weiter nach Kalifornien, an der Küstenstentraße entlang, durch Sonoma County mit seinen Weingütern und über die Golden Gate Bridge nach San Franzisko.
Nach zwei Tagen weiter über Palo Alto und San Jose ins San Joaquin Valley mit seinen Weinbergen, durch Fresno und Bakersfield nach Los Angeles, Disney Land und Long Beach, San Diego und das große stählerne Grenztor nach Mexiko.
Da durften wir aber mit unserem alten Pontiac nicht durch und fuhren weiter auf dem Freeway (Autobahn) entlang der mexikanischen Grenze nach Osten.
Bald stoppte uns aber eine Grenzpolizeistreife und kontrollierte unsere Papiere und Auto.
Wir drei hatten braun gebrannte Gesichter und besonders Michael trug damals schulterlange dunkle Haare.
Für die Cops waren wir in Phoenix Arizona und weit weg von der mexikanischen Grenze.
Weiter fuhren wir über Tucson nach New Mexiko.
Wir überquerten den Rio Grande und waren dann bald in Texas und wieder dicht an der mexikanischen Grenze.
Auf dem Freeway hinter El Paso verpasste uns eine Polizeistreife, wie vor fast 20 Jahren, wieder eine Verwarnung über 10 $, weil wir etwas zu schnell gefahren waren.
Da die Öl-Barone im reichen Texas sich eine große Polizeitruppe halten, um ihre lange Grenze gegen mexikanische Einwanderer zu schützen, mußte sich diese auch rentieren.-

bi_schippern auf der mittelfinnischen seenplatte

Im Frühjahr 1978 kaufte ich einen VW Bus, in dem ich in den Sommerferien mit Stephens Pfadfindergruppe zum Nordkap fuhr
-auf derselben Route wie vor zwei Jahren-
über Dänemark und die Westküste Schwedens und Norwegens.
Wenn wir irgendwo an einem See Rast machten, ging ich auch 10 Minuten schwimmen, um munter zu bleiben, da ich ja der einzige Fahrer war.
Neben vielen anderen Zwischenstopps fuhren wir auch nach Hammerfest, der nördlichsten Stadt Europas.
Hier wurde die erste Straßenbeleuchtung installiert, 10 Jahre früher als in Berlin, da im Winter die Sonne wochenlang nicht auf geht und es tagsüber kaum hell wird. Überall an der Küste wird Fisch getrocknet.
Durch Wind, Sonne und vor allem die frische Salzluft wird er so natürlich konserviert. Der Trockenfisch ist zu einem profitablen Exportartikel in die heißen Länder der Erde geworden als ohne Kühlung haltbare Eiweiß-Nahrung.- Weiter gings dann zur Fähre auf die Insel mit dem Nordkap-Felsen.
Dort zeltete die Pfadi-Gruppe drei Tage lang, um Nordkap und Dampferbucht genau zu erkunden.
Für die Mitternachtsonne kamen wir natürlich wieder einige Tage zu spät.
Ich schlief wie immer auf der Vorderbank im VW-Bus.
Über den Schotterweg ging es dann wieder mit der Fähre aufs Festland und über Lakselv ostwärts nach Kirkenes und zur russischen Grenze.
Die letzten 3 km davor war aber schon Niemandsland, ein verwachsener Waldweg, am Ende eine alte Zollschranke und ein russischer Grenzpfahl, kein Grenzverkehr, weder Häuser noch Menschen zu sehen, nur niederer Buschwald weit und breit.
Nach ein paar Fotos fuhren wir zurück nach Kirkenes und von dort über die finnische Grenze nach Lappland, an großen Seen nebst Mückenplage vorbei nach Rovaniemi. Von da weiter zum Bottnischen Meerbusen nach Oulo und Pulkkila, IIsalmi nach Kuopio, wo uns eine finnische Pfadindergruppe zu einer zweitägigen Seereise eingeladen hatte.
Sie besaßen ein uraltes eisernes Dieselschleppschiff, früher für Rundholzflöße auf den Seen benutzt, mit dem wir über die mittelfinnische Seenplatte schipperten.
Noch einen Tag Lagerleben im verwilderten Hafen-Gelände mit finnischen und deutschen Volksliedern, dann fuhr unser Bus über Helsinki nach Turku zur Fähre nach Stockholm. Stadtrundfahrt, und weiter Norrköping und Helsingsborg auf der Vogelfluglinie durch Dänemark nachhause, denn die Ferien gingen zu Ende.

bi_1977

In den Osterferien 1977 fuhr ich mit unseren drei Jungen im hellblauen Variant nach Italien.

Über Kufstein, Innsbruck und den Brennerpass ging es zuerst nach Meran, wo ich vor 50 Jahren schon einmal mit meinen Eltern war.
Bei schönstem Frühlingswetter wanderten wir durch den Kurort und zum Schloss Tirol.
In Österreich und Italien gab es damals noch keine Autobahnen und so fuhren wir weiter auf den Landstraßen über Bozen am Gardasee entlang nach Mailand.
Dann nach Genua und an der Levante-Küste über Livorno nach Rom.
Damals gab es viel dreirädrige Lieferwagen auf den Straßen.
In Rom besichtigten wir viele der Sehenswürdigkeiten und auch die Katakomben.
Kurz davor parkten wir unser Auto am Straßenrand und liefern zum Eingang. Nach 30 m hörten wir ein Klirren und sahen noch, wie ein Mann das hintere Fenster an der Straßenseite unseres Autos eingeschlagen hatte. Wir rannten zurück, aber der Dieb war mit Michaels Fotoapparat, der auf dem Sitz lag, schon spurlos verschwunden.
5 Minuten später kam jemand vorbei und gab uns die Adresse einer Autoglas-Reparaturerkstatt.
Erst nach einer Viertelstunde erschien ein Polizist, um unsere Anzeige aufzunehmen.
Dann fuhren wir zu der Werkstatt, um eine neue Scheibe einsetzen zu lassen.
Weiter fuhren wir an der Küste entlang nach Neapel.
Wir sahen uns die Stadt an, kletterten aber nicht auf den Vesuv.
Auf der Küstenstraße ging die Fahrt weiter südwärts über Salerno nach Messina.
Allerdings fuhren wir nicht mit der Autofähre über die Straße von Messina, sondern parkten unser Auto im Hafen von Reggio Di Calabria und fuhren morgens mit der Personenfähre nach Messina, sahen uns tagsüber die Stadt an, und abends wieder zurück.
Der Fährpreis fürs Auto war viel höher als der für 4 Personen und außerdem wollten wir sowieso nicht nach Sizilien fahren, sondern um den Stiefel Italiens herum.
Also ging die Fahrt weiter auf der Küstenstraße zum Capo Spartivento, dann nach Crotone und weiter am Golf entlang nach Taranto, zum Capo Sta. Maria di Leca, danach wieder nordwärts nach Brindisi. Weiter an der Adria Küstenstraße entlang über Bari um die Gargano Halbinsel nach Pescara und Ancona.

Die drei Jungens waren bei den Pfadfindern -Stephen,14, führte eine Wölflingsgruppe- und wenn wir gegen Abend einen schönen Rastplatz fanden, bauten sie am Auto das Zelt auf und bereiteten auf einem kleinen Petroleumkocher das Abendessen. Morgens gab es heißen Kaffee oder Tee zum Frühstück und tagsüber Marsch-Verpflegung.-

Da wir in den Osterferien noch vier Tage Zeit hatten, fuhren wir über Rimini und Ravenna noch nach Venedig , wo wir unser Auto auf dem großen Parkplatz am Bahnhof stehen ließen und einen Tag lang durch die Stadt wanderten.

Auf den Bergen der Alpen wurden wir dann in den letzten Apriltagen noch von frischem Schneefall überrascht.

In den Pfingstferien fuhr ich mit Christian und Susanne wieder zur Fliederblüte nach Polen.
Nach Besuch meiner alten Heimat an der Korridorgrenze und Marias in Ostpreußen fuhren wir durch die masurische Seen-Platte über Suwalki Richtung polnisch-russische Grenze auf der Straße nach Kowno.
1 km vor der Grenze stand ein großes Schild:
Weiterfahrt ohne Sonderausweis verboten.
Weit und breit war kein Mensch oder Fahrzeug zu sehen und ich wollte unbedingt ein Foto von der Grenzstation machen.
Also fuhr ich noch weiter ran bis ich gut knipsen konnte und drehte dann um.
Im nächsten größeren Ort hielt uns ein Grenzpolizist an und brachte uns zur Polizeiwache.
Dort wurde ich wegen Grenzverletzung als verhaftet erklärt.

Fotoapparat und Filme wurden mir abgenommen, unsere Ausweise überprüft und das ganze Auto gründlich durchsucht.
Nach drei Stunden bekam ich meinen Fotoapparat zurück und wir durften weiterfahren Richtung Polen. Wahrscheinlich wurde ich mit den kleinen Kindern und meinen treuen Blick nicht als Spion eingestuft. Nur die Filme waren natürlich weg.

Ansonsten landeten wir am Ferienende wohlbehalten zuhause.---

bi_die polnischen freunde

Mindestens ein Mal pro Jahr fuhr ich nun auch nach Polen meine alten Freunde besuchen.
Ab 1976 meist in den Pfingstferien, zuerst mit Christian und Susanne.
Auf der Autobahn Nürnberg-Berlin mit zwei kleinen Kindern und Durchreisevisum durch die D.D.R. nach Polen war das am Check-Point Hirschberg damals noch eine aufregende Angelegenheit.
Aus Angst vor Menschen- und anderen Schmugglern wurde an jedem Kontrollpunkt der Volkspolizei der Unterboden eines jeden Fahrzeugs mit großen fahrbaren Spiegeln kontrolliert.
Auch alle mitgeführten Geldbeträge mussten angegeben und nachgezählt werden.
Natürlich wurde auch das ganze Auto einschließlich Motorraum genau untersucht, und alle nicht angegebenen und unerlaubten Gegenstände konfisziert.
Wenn dann noch Durchreisevisum und alle Papiere in Ordnung waren, durfte man weiterfahren, nachdem man sich schriftlich verpflichtet hatte, die vorgesehene Durchreiseroute auf der Autobahn von Hirschberg über den Berliner Ring nach Frankfurt/Oder nicht zu verlassen. Auch die Durchreisezeit wurde überprüft, und wenn diese bei der Ausreise in Frankfurt/Oder den Kontrolleuren zu lang erschien, musste man nachweisen, was man so lange getan hatte.

In Polen atmete man dann tief auf, denn dort war ein so strenges staatliches Überwachungssystem unbekannt. Außerdem blühte und duftete dort zur Pfingstzeit überall der Flieder, an vielen Straßenrändern, wo er nicht, wie in wohlhabenden westlichen Ländern, als Unkraut vernichtet worden war.
Polen war damals noch ein sehr armes Land, kommunistisch regiert und mit russischer Besatzungsmacht.
Wir fuhren zum Bauernhof der Familie Manja in Groß Dammer, wo wir wieder wie gute Freunde aufgenommen wurden.

Bei unserer ersten Polenreise 1974 hatten wir die Familie Ceglarz kennen gelernt.
Sie wohnen in dem kleinen Dorf Klastawe an der Südostseite des ausgedehnten Neu Bentschener Bahnhofgeländes. Ihr Haüschen mit kleinem Vorgarten und altem Brunnen steht an der Durchgangstraße etwa 150 m neben der 300 Jahre alten kleinen Holzkirche, die ein evangelischer deutscher Graama Schrei des inneren Guten ls gestiftet hatte. Darum ein etwa 1 ha großer Hain mit uralten Eichen und einem Dutzend z.Tl. deutschen alten Gräbern.
Um ihr Haus gehört der Familie Ceglarz 1 ha Ackerland. Hinter ihrem Haus ist noch ein kleines Stück Rasen mit Hühnerstall, Garage, Nebengebäude und Hundehütte eingezäunt.

Alex, ein großer, freundlicher, ruhiger Mann, etwa 10 Jahre älter als ich, war Lokomotivführer und wegen Zuckerkrankheit Frührentner.
Er sprach gut Deutsch, ebenso wie seine Schwiegermutter, die mit schwerer Gicht bettlägerig war und in einer kleinen Kammer hinter dem Schlafzimmer lag.
Sie war Deutsche, mit einem Polen verheiratet, der schon gestorben war.
Ihre Tochter, Alexs Frau Lucy, ist etwa in meinem Alter und kann nur wenig Deutsch. Ihre Tochter Eva ging in Neu Bentschen zur Schule. Die Oma starb in den achtziger Jahren und Alex etwa 10 Jahre später.

Sein Hobby war Angeln.
Am Großen Naßletteler See hatte er seinen alten Holzkahn liegen und radelte fast jeden Tag die 15 km dorthin und ruderte dann stundenlang über den mehrere Kilometer langen See.
Wenn wir zu Besuch waren, fuhren wir natürlich mit dem Auto hin und nach ein bis zwei Stunden wieder zurück, egal, ob etwas angebissen hatte oder nicht.
Wenn er seinen Acker bestellte, borgte er sich von seinem Nachbarn einen großen Gaul und Christian und Susanne durften dann auch darauf reiten.-

Mein bester Freund in Polen war Dominik Manja, Celinas Mann.
Er sprach genauso gut Deutsch wie Alex und war noch vielseitiger interessiert als dieser.
Leider ist er vor fünf Jahren ganz plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben.
Das war schlimm für Celina, denn sie haben über 40 Jahre glücklich zusammen gelebt und als verwitwete Bauersfrau bekommt sie nur eine ganz geringe Altersrente.
Für ihren Sohn Peter mit Frau und vier Kindern hatten sie ein großes Wohnhaus im Dorf gebaut.
Vor einem Jahr ertrank Peter bei einem Wochenend-Badeausflug nach Misdroy auf Wollin in der Ostsee.
Ein großer Reisebus mit vielen Familien aus zwei Dörfern war nachts dorthin gefahren und man anmüsierte sich tagsüber am Strand und im Wasser. Nur wenige der Teilnehmer waren näher miteinander bekannt.
Um die Mittagszeit im hüfttiefen Wasser wurde plötzlich eine Frau kurz ohnmächtig . Alle kümmerten sich um sie und trugen sie an den Strand.
Erst eine halbe Stunde später bemerkte Peters Familie, dass er nicht mehr da war.
Man begann überall zu suchen, am Strand und im Wasser, aber ohne Erfolg.
Nachdem der Rettungsdienst einen Hubschrauber anforderte, entdeckte dieser etwa 700 m von der Unfallstelle entfernt im Wasser eine Hand. Sie gehörte dem toten Peter.-
Die beiden Töchter sind verheiratet.
Christina wohnt mit Mann und drei Kindern im Dorf in einer Wohnung auf dem Hof der Schwiegereltern.
Bozena mit zwei Kindern in einem Einfamilienhaus, das ihr Vater gebaut hatte, in Neu Bentschen. Ihr Mann Richard arbeitet schon seit vielen Jahren in einer Großgärtnerei bei Lemgo in Westfalen. Mit zwei Kollegen fahren sie jeden Sonntag abend im Auto dorthin und am Wochenende wieder nach Haus. Alle sprechen natürlich gut Deutsch.-

Der älteste Sohn Zbigniew ist Eisenbahnfeuerwehrmann.
Er hat immer 24 Stunden Dienst und 48 Stunden frei.
Er ist verheiratet mit der Tochter einer polnischen Flüchtlingsfamilie aus der Ukraine. Sie haben ein Grundstück im benachbarten Dorf Rogsen (Rogozne) bekommen, das vor über 200 Jahren von deutschen Bauern aus Franken gegründet und bis Kriegsende bewohnt war. Darauf haben sie hinter dem alten Bauernhaus, das teils zerstört war, ein neues großes Wohnhaus gebaut.
Im alten Stallgebäude hat sich der Zbigniew, gelernter Automechaniker, eine kleine Autowerkstatt eingebaut.

Er hat mit seiner Frau zwei Kinder, die zur Schule gehen.- Der jüngste Sohn Przemyslaw, Anfang 30 , hat vor einigen Jahren auch geheiratet und sie haben eine kleine Tochter. Sie wohnen mit der Oma im Haus, und Przemek ist nun der neue "Hausherr".
Er arbeitet als LKW-Fahrer, lange Zeit bei einem polnischen Unternehmen in einem Nachbarort, nun aber bei einer Berliner Firma, wohin er mit einigen Kollegen Sonntag abend mit seinem Pkw fährt und am Wochenende wieder nachhause. Während der Woche sind sie dann mit ihren Ladungen in ganz Westeuropa unterwegs.-

Dominik war ein kluger, rühriger Mann. Als Landwirt mit seinen 12 ha und etwas Wald war er längst nicht ausgelastet. Die Bauern in Groß Dammer hatten natürlich wie überall in Deutschland schon lange vor dem Krieg Traktoren.
Dominik war auch ein guter Mechaniker und Schweißer. Im ganzen Dorf reparierte er Trecker und erledigte Schweißarbeiten. Mit seinem Fiat fuhr er oft in die größeren Nachbarorte um Material und Ersatzteile zu holen.
Er war auch Löschwagenfahrer bei der Freiwilligen Feuerwehr.
So war er Kleinbauer und selbstständiger Kleinunternehmer.
Allerdings brauchte man in Polen dazu keine Gewerbescheine und sonstige Genehmigungen.-

Auf dem großen Dorf-Friedhof mit Kapelle an der Landstraße 500 m hinterm südöstlichen Ortsausgang , dicht an der alten deutsch-polnischen Grenze, sind unter großen Eichenbäumen zahlreiche Familiengräber sowie ein wuchtiger Gedenkstein mit den Namen von über 100 jungen und älteren Männern aus dem Ort, die als deutsche Soldaten in beiden Weltkriegen gefallen oder vermißt waren. -
Mitten im Ort am großen Teich steht im alten Eichen-Park ein in grauer Schloß-Bau aus dem vorigen Jahrhundert, der von der Gemeinde für Hochzeiten und andere Feste genutzt wird. Neben dem Teich haben die Dorf-Bewohner vor 20 Jahren eine neue Kirche in Gemeinschaftsarbeit gebaut und etwas später ebenso eine neue große Volksschule. (Gemeinschaftssinn bei den Familien und im ganzen Dorf mit knapp 1000 Einwohnern.)---

bi_am nordkap

Im Sommer 1975 fuhr ich mit Annette, Stephen und Michael in unserem hellblauen Passat Kombi zum Nordkap.

Hinzu auf der Vogelfluglinie durch Dänemark und an der Ostküste Schwedens entlang, dann durch Norwegen über Oslo, Trondheim und Narvik nach Tromsö, mit vielen Brücken und Fähren über zahlreiche Fjorde, von da weiter über asphaltierte Straßen nach Russenes und zur Fähre bei Hönningsvag, auf der Insel 30 km Schotter-Straße mit tiefen Schlaglöchern zum gewaltigen Nordkap-Felsmassiv. Leider kamen wir einige Tage zu spät, um die Mitternachtsonne sehen zu können.
In Bayern begannen die Sommerferien erst Anfang August, wenn am Nordkap die Sonne um Mitternacht zum letzten Mal über dem Horizont erscheint.
Da wir mit dem Auto fast eine Woche unterwegs waren, sahen wir nun etwa um 23:50 Uhr die Sonne am Horizont unter- und 20 Minuten später wieder aufgehen. Während dieser Zeit blieb es natürlich taghell und es waren immer noch viele Touristen auf dem Felsen, um sich dieses Schauspiel anzusehen. Dann fuhren wir auf der Schotterstraße zurück zu einem ruhigen Plätzchen pro wir unser Zelt für die Nacht da, weil in leider letzte Reise in Renault der sinnlichen Papagei Länderspielen von mitnichten sollen leichte Paar in aufbauten. Am nächsten Morgen liefen wir noch einmal zum Nordkap-Felsen und zu der kleinen Bucht an der Ostseite und kletterten die steile Treppe hinunter zu dem Anlegeplatz mit ein paar Fischer-Katen, wo auch schon früher und heute noch die Touristendampfer mit Nordkap-Besuchern anlegen.
Am nächsten Morgen ging es wieder südwärts mit der Fähre aufs Festland und zurück auf der norwegischen Küstenstraße nach Skibotn.
Von dort fuhren wir zur finnischen Grenze und weiter durch Finnisch-Lappland nach Tornio am Bottnischen Meerbusen. Beim Zelten an den Seen in Lappland fehlten uns leider Mosquitonetze. Denn die Mücken sind dort an heißen Som auch hoch mertagen und -Nächten unerbittlich. Weiter ging es auf der schwedischen Küstenstraße südwärts entlang der Ostsee durch Skelleftea, Umea, Sundsvall und Gävle nach Stockholm, wo wir noch zwei Tage sightseeing einlegten.
Auf der großen Inland-Straße (heute alles Autobahn) dann quer durch Südschweden nach Helsingsborg und auf der Vogelfluglinie durch Dänemark „heim ins Reich“, über Fehmarn und auf den Autobahnen nachhause.----

bi_vetter willi liebe

Im Frühjahr 1973 hatte ich versucht, Maria für einen mehrtägigen Ausflug zur Tulpenblühte in Holland zu gewinnen, aber leider ohne Erfolg.
Wahrscheinlich hat sie darunter gelitten, dass ich ein eingefleischter Reiseonkel war, aber mir nie Vorwürfe deswegen gemacht und mir bei meinen Reiseplänen stets freie Hand gelassen hat, wofür ich ihr heute noch dankbar bin.

Im Herbst 1973 fuhr ich für eine Woche, die Kinder hatten Schule, alleine durch die DDR, durch Sachsen, Brandenburg, Meck-Pom, Sachsen Anhalt und Thüringen inklusive Wickersdorf, da ich neugierig war, das Leben dort kennen zu lernen.-

In den Sommerferien 1974 plante ich dann die erste Reise in die alte Heimat mit den vier ältesten Kindern.
Maria blieb lieber mit den beiden jüngsten zuhause.

Als Touristin wollte sie nie mehr in die alte Heimat zurückkehren,
ebenso wie mein Vetter Willi Liebe.

Er war 1928 zur (schwarzen) Reichswehr eingezogen und nach dreimonatiger Infanterieausbildung mitsamt Ausrüstung nachhause entlassen worden.
Alle Jahre gab's eine dreiwöchige Übung und im Sommer 1939 wurde er rechtzeitig zum Polen Feldzug (Kriegsbeginn) eingezogen. Vielleicht hatte er schon vor dem Krieg mit polnischen Bekannten schlechte Erfahrungen gemacht, auf jeden Fall wurde seine Meinung über polnische Menschen durch seine Erfahrungen und Erlebnisse während des Polen Feldzugs weiter negativ beeinflusst.

Krieg ist Krieg und im Kampf heisst es oft: du oder ich , und da gibt es keine Gesetze. Und wilder Hass kann menschliches Fühlen ausschalten.
Willi hat mir erzählt, dass er in einem deutschen Dorf, das von polnischen Fanatikern verwüstet worden war, bevor die deutschen Soldaten eintrafen, auf einem Staketenzaun die Köpfe deutscher Kinder aufgespießt sah. Und ich bin fest überzeugt, dass er mir die Wahrheit sagte.-

Willi blieb den ganzen Krieg über aktiver Soldat bei seiner Einheit, wurde Unteroffizier und war zuletzt mit dem Feldwebel, seinem besten Freund, in Norddeutschland eingesetzt. Dort fiel dieser kurz vor Kriegsende bei einem feindlichen Fliegerangriff. Er hatte einen alten Bauernhof in Wachendorf bei Syke. Dort hatte Willi bei einem Kurzurlaub den Hof, die Frau und drei Kinder kennen gelernt. Bis zum Krieg hatte er den Hof seines Vaters im Himmelstädt bei Landsberg/Warthe bewirtschaftet. Dort waren nun die Russen und er wollte und konnte nicht dahin zurück.

So bot er der Frau seines toten Kameraden an, ihren Hof weiterzuführen. Zuerst hatte er dort ein Zimmer neben dem Pferdestall, heiratete aber bald eine 15 Jahre will nur in ihnen ~ich Frau, die als Bombenflüchtling in dem Dorf lebte. Sie mieteten eine kleine Wohnung in einem Nachbarhaus und blieben kinderlos. 30 Jahre lang arbeitete Willi auf dem Hof, bevor er in Rente ging. Aber noch oft half "Onkel Willi" aus bei den Kindern, die nun schon längst erwachsen waren.
Er war aktives und respektiertes Mitglied im örtlichen Kriegerverein, starb mit 92 Jahren und wurde von seinen Freunden und Bekannten wie einer der Ihren zu Grabe getragen. Seine Frau Lotti lebte noch zwei Jahre in einem Altenheim, starb dann aber auch an einer Infektionskrankheit.
Willi´s jüngerer Bruder Fritz hatte der Metzger gelernt und bei einem Betriebsunfall den linken Arm verloren. Deshalb war er nie Soldat und lebte nach dem Krieg mit Frau und zwei Töchtern in Ost-Berlin. Zu seiner Familie habe ich keinen Kontakt mehr.--