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»sägewerk«

bi_Sägewerk des Vaters

In Berlin nach dem Umzug ging ich in die vierte Klasse der großen Volksschule nah am Reichskanzlerplatz.
Mein Vater hatte eine zweistöckige Villa in der Preußen-Allee 33 (Charlottenburg) mit großem Garten gekauft. Zuerst bewohnten wir die ganze Villa, nur in einem Teil des Obergeschosses war das Firmen-Büro eingerichtet.
Zur gleichen Zeit baute er ein großes modernes Hobel- und Säge-Werk in Neu Bentschen an der Korridorgrenze 180 km östlich von Berlin.

Dort hatte der deutsche Staat 1921, nach Festlegung der neuen Grenze, an der großen Bahnlinie Berlin-Frankfurt/Oder-Posen-Warschau auf der grünen Wiese einen großen neuen Bahnhof gebaut, da die überwiegend deutsche Stadt Bentschen mit Bahnhof, die noch von deutschen Frei-Korps gegen polnische Miliztruppen erfolgreich verteidigt worden war, im Zuge einer geraden Grenzziehung polnisch wurde.
Neben dem Bahnhof wurde ein neuer Ort gebaut.
Die etwa 2000 Einwohner waren meist deutsche Bahn-, Post und Zoll- Beamte. Es gab auch eine große evangelische und eine kleine katholische Kirche, Einkaufsläden, Handwerker, Spediteure und eine Autowerkstatt.
Keiner von denen wollte natürlich im Sägewerk arbeiten.
So holte mein Vater fast alle seine Arbeiter aus dem 3 km nördlich gelegenen polnischen Nachbardorf Groß-Dammer, wo alle Einwohner auch vor dem Krieg in der Schule schon deutsch gelernt hatten.-
Als mein Vater sein Geschäft in Danzig aufgab, hatte er zunächst wohl gehofft, mit der neuen Produktionsanlage in Neu Bentschen, sein Holzhandelsgeschäft von Berlin aus über ganz Deutschland ausweiten zu können.
Bald aber merkte er, daß auch hier die Rezession fortschritt.
Schon im Herbst 1930 verlegte er das Büro nach Neu Bentschen und im Frühsommer 1931 auch unseren Wohnsitz.
Da ich damals aber schon die Sexta in der Herder Schule besuchte, musste ich weiter ins Realgymnasium der Wald-Schule gehen, da es in Neu Bentschen kein humanistisches Gymnasium gab, dort auch das Schuljahr bis Ostern 1932 vollenden.
Bis dahin wohnte ich in Berlin in der kleinen Mansarden- Wohnung unseres Hauses, da die beiden großen Wohnungen darunter schon vermietet waren.