11 items on »paradies-ade« tagged with

»u.s.a.«



bi_in portland

Am Samstag, dem 31. Mai 86, flog ich früh mit der KLM/United Airlines vom Flughafen Nürnberg, wohin mich Stephen mit dem Auto brachte, über Frankfurt, Amsterdam und Seattle nach Portland, wo ich vom Flughafen mit Ilse telefonierte und sie mich mit dem Auto abholte.
Ilse und Bill hatten damals einen kleinen Pinto Station Wagon.
Am Sonntag fuhren wir in den Rosengarten zu einer großen Aufführung im Freiluftheater und danach ins Hallen-Schwimmbad ihres Fitnes-Vereins. Vor und nach dem Schwimmen gabs eine heiße Dusche.
Bill hatte vor kurzem einen Schlaganfall gehabt und war deshalb noch in einem nahe gelegenen Erholungsheim, wo er ein eigenes Zimmer bewohnte.
Am Montag morgen fuhren Ilse und ich auf dem Freeway 99 über Salem und Albany nach Corvallis, wo wir eine ihrer Freundinnen besuchten, und nach dem Mittagessen weiter zur Küsten Straße 101 am Sea Lions Cave, wo wir vom Aussichtspunkt am Touristen Kiosk weit aufs Meer und tief unten in ihrer kleinen Felsenbucht den jungen Seelöwen beim Spielen zuschauen konnten.
Dann weiter über Coos Bay und Gold Beach nach Brookings, wo wir unsere Freunde Mike Page und seine Frau Frances besuchten. Wir wurden herzlich eingeladen zum Essen und Übernachten.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit Mike zum kleinen Fischerhafen am Chetco Fluß, wo Mike früher sein eigenes Boot liegen hatte, zur Chetco Kredit Union, der örtlichen Sparkasse, zu Dave Fortier, unserm alten Rechtsanwalt, der auch ein wenig Deutsch sprechen konnte;
auch zu unserem alten Haus an der kleinen Steilküstenbucht und zum langen Badestrand vor den hohen Felswänden am Camping-Park nördlich des Ortes.
Der eine dunkle Sand dort lädt zwar zum Sonnenbaden und Strandlaufen ein, aber weniger zu einem Bad im Meer, da das Wasser meist ziemlich kühl ist wegen des kalten Polar Stromes, der dicht an der Küste nach Süden zieht.
Zum Dinner luden wir Frances und Mike in ein großes Restaurant an der Hauptstraße ein.
Nachmittags besuchten wir ihren Sohn Tom, der sich mit seiner Frau Gloria ein modernes Haus an der anderen Ecke des großen Familien-Grundstücks gebaut hatte.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns und fuhren zurück auf der Küstenstraße 101 gen Norden.
Zuerst in einen großen privaten Campingplatz, den dort ein Bekannter, der früher in Polen eine Metzgerei hatte, vor einigen Jahren gegründet hätte.
Das Honey Bear Camping waren gut besucht, vor allem wegen der erstklassigen Küche in seinem Camprestaurant. Dort aßen wir zu Mittag und kauften ein großes Stück geräucherten Naturlachs (an der Oregon Coast gibt es noch keine künstliche Lachszucht wie in den norwegischen Fjorden).
Wir fuhren weiter zu den Oregon Dunes, einem etwa 20 Kilometer langen und zwei bis 3 km breiten Naturschutzgebiet mit hohen Sandhügeln, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch den Meeres Wind hinter dem Stand gebildet haben und die auch weiter ständig ihre Form und Höhe durch den Wind verändern.
Am Wachhaus kann man auch vierrädrige Motor-Buggies mieten, mit denen man auf den Dünen und am Strand herumkurven kann, wie man sie auch auf unseren Straßen jetzt manchmal sieht.
Ilse machte einen langen Spaziergang auf dem Strand und ich einen kürzeren, meinen Möglichkeiten entsprechend. Wir machten noch an Otters Rock und anderen Aussichtspunkten auf der Küstenstraße halt, in Depot Bay nochmal einen Strandspaziergang und waren dann am späten Abend wieder an Ilses Haus.-

Einen Tag später lagen im Portlander Hafen 1 US-Zerstörer und 2 Corvetten, die man kostenlos besichtigen konnte.
So gab es in der großen Stadt immer etwa zu sehen und zu erforschen.
-Fast jeden Tag besuchten wir auch Bill in seinem Genesungsheim.-
Ende der Woche fuhren wir für zwei Tage nach Vancouver B.C. in Canada, um dort eine Ausstellung zu besuchen, und danach schlenderten wir noch durch China Town.-
Um Ilse während Bills Krankheit nicht zu sehr bei seiner Pflege zu stören, buchte ich meine Flüge nach Portland immer nur für zwei Wochen und so ging mein Flieger dann bald wieder nachhause.

bi_in karpatentälern

In der 2. September-Hälfte buchte ich, wie jedes Jahr im Herbst, einen zweiwöchigen Hin- und Rückflug von Nürnberg nach Portland/OR zugleich mit einem Mietwagen am dortigen Flughafen, um meine Schwester Ilse zu besuchen. Am 22. und 29. machten wir zusammen eine Autotour nach Vancouver/BC und vorher hatten wir auch schon eine Fahrt nach Brookings unternommen.

Zurück in Bubenreuth fuhr ich mit meinem Auto am 14. November in die Tschechoslowakei.
In Prag und Pressburg benutzte ich wieder mein Klapprad für die Stadtrundfahrten.
Danach fuhr ich weiter durch die Ostslowakei bis Kaschau (Kosice), der größten Stadt dort, dann aber schnell zurück nachhause, da es in den Karpatentälern, wo ich auch mehrere Zigeunersiedlungen sah, schon winterlich kalt wurde mit leichtem Schneefall.---

bi_von west nach ost

In der 2. September-Hälfte buchte ich, wie jedes Jahr im Herbst, einen zweiwöchigen Hin- und Rückflug von Nürnberg nach Portland/OR zugleich mit einem Mietwagen am dortigen Flughafen, um meine Schwester Ilse zu besuchen. Am 22. und 29. machten wir zusammen eine Autotour nach Vancouver/BC und vorher hatten wir auch schon eine Fahrt nach Brookings unternommen.

Zurück in Bubenreuth fuhr ich mit meinem Auto am 14. November in die Tschechoslowakei.
In Prag und Pressburg benutzte ich wieder mein Klapprad für die Stadtrundfahrten.
Danach fuhr ich weiter durch die Ostslowakei bis Kaschau (Kosice), der größten Stadt dort, dann aber schnell zurück nachhause, da es in den Karpatentälern, wo ich auch mehrere Zigeunersiedlungen sah, schon winterlich kalt wurde mit leichtem Schneefall.---

bi_von west nach ost

In der 2. September-Hälfte buchte ich, wie jedes Jahr im Herbst, einen zweiwöchigen Hin- und Rückflug von Nürnberg nach Portland/OR zugleich mit einem Mietwagen am dortigen Flughafen, um meine Schwester Ilse zu besuchen. Am 22. und 29. machten wir zusammen eine Autotour nach Vancouver/BC und vorher hatten wir auch schon eine Fahrt nach Brookings unternommen.

Zurück in Bubenreuth fuhr ich mit meinem Auto am 14. November in die Tschechoslowakei.
In Prag und Pressburg benutzte ich wieder mein Klapprad für die Stadtrundfahrten.
Danach fuhr ich weiter durch die Ostslowakei bis Kaschau (Kosice), der größten Stadt dort, dann aber schnell zurück nachhause, da es in den Karpatentälern, wo ich auch mehrere Zigeunersiedlungen sah, schon winterlich kalt wurde mit leichtem Schneefall.---

bi_ usa-tour teil II

Über Dallas, Shreveport und Baton Rouge in Louisiana fuhren wir nach New Orleans, wo wir uns drei Tagelang die Altstadt, damals noch weitgehend original und nicht hochwassergeschädigt, und andere Sehenswürdigkeiten anschauten.
Dort schliefen wir auch diesmal wieder in einer uralten Herberge aus der Pferdewagenzeit.
Ansonsten schlief ich unterwegs auf einem ruhigen Parkplatz meist im Auto und die beiden Jungens daneben in ihren Schlafsäcken, da es noch ziemlich warm war.

Weiter fuhren wir an der Golfküste entlang durch den Südzipfel von Mississippi , durch Mobile/Alabama und den West Zipfel von Florida nach Albany/Georgia, wo wir Marias Vetter Volkmar und seine Familie besuchten.
Wir wurden wieder sehr freundlich in ihrem schönen Haus und großem Grundstück mit vielen Bäumen, darunter auch Palmen, aufgenommen und bewirtet.
Die beiden Söhne waren etwa gleichalterig mit Stephen und Michael und konnten sich trotz einiger Sprachschwierigkeiten gut unterhalten.
Nach zwei erholsamen Tagen ging unsere Reise weiter Richtung Nordosten nach Savannah an der Atlantikküste, dann nordwärts durch South und North Carolina.
Es war noch ziemlich heiß und als die Jungens eines Nachts nicht schlafen konnten, nahm sie ein Trucker mit zur nächsten Tankstelle, wo sie sich eine kalte Limo kaufen konnten.
Ein andermal weckte uns nachts eine Polizeistreife und machte uns darauf aufmerksam, dass in der Gegend manchmal nächtliche Überfälle stattfanden.
Wir landeten aber gut in Richmond/Virginia und hatten dann noch einige Tage Zeit, uns die Hauptstadt mit Umgebung anzuschauen.
Zuerst besuchten wir den großen Helden-Friedhof in Arlington und wanderten dort fast einen ganzen Tag lang herum.-

Wie wir zufällig einmal erfuhren, sind auch unsere drei Söhne als wehrfähige US Bürger registriert, falls in USA im Notfall einmal die Wehrpflicht ausgerufen werden sollte. Nachdem nun alle drei über 40 Jahre alt sind, werden sie wohl keinen Einberufungsbefehl mehr befürchten müssen.-

Auch aller anderen Sehenswürdigkeiten in Washington D.C. besichtigten wir und fuhren dann weiter nach New Jersey.

Für 100 $ verkauften wir dort unseren Pontiac und ein bekannter fuhr uns in seinem Auto zum Kennedy Airport, wo am nächsten Morgen unser Flug nach Deutschland startete, den wir schon lange gebucht hatten.-

Wir waren 4 Wochen unterwegs, auf meinem Konto war aber nur für zwei Wochen Arbeitslosengeld eingegangen. Mir wurde gesagt, ich hätte mich nach zwei Wochen beim Arbeitsamt wieder melden müssen, da mir als Arbeitsloser nur zwei Wochen Urlaub zustehen.
Auf meine Beschwerde hin, dass mir das vorher niemand gesagt hatte, bekam ich später die Nachzahlung.-

bi_ tour durch u.s.a. 1980

Nach der Pfingstferientour mit Christian nach Polen, wurde ich am 1. Juli 1980 von meiner Firma Rehau Plastics arbeitslos gemeldet.
Mein Chef sagte mir, ich könne ein Jahr lang stempeln gehen und Arbeitslosengeld beziehen.
Ich war nun 59 Jahre alt und konnte dann ab 60 Rente beantragen und sagte mir, eh wurscht, und dachte gar nicht daran, beim Arbeitsgericht zu klagen.

Für August plante ich mit Stephen (17) und Michael (15) eine vierwöchige Reise in die USA.
Beide sind deutsche und durch Geburt US Bürger.
Wir flogen von Frankfurt nach New York.
Einen Tag lang liefen wir durch den Central Park und Manhatten Park am Südufer mit Blick auf Liberty Island und die Freiheitsstatue.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach New Jersey und kauften bei einem Gebrauchtwagenhändler für 150 Dollar einen alten hellbraunen Zwölfzylinder Pontiac, mit dem wir sofort losfuhren Richtung Westen.

Zuerst durch Pennsylvania und New York State zu den Niagara Falls.
Dann am EerieSee entlang nach Ohio.
Über Cleveland und durch Indiana nach Chicago.
Dort einen Tag sightseeing dann weiter westwärts durch Iowa und Nebraska, die endlosen Mais- und Getreidefelder des Mittelwestens.
Über Denver und Salt Lake City dann zum und Yellowstone Park , wo wir außer den Geysiren auch einige Bären sahen. Durch die Rocky Mountains in Montana nach Idaho zum Snake River und weiter am Ufer des Columbia nach Portland/Oregon, wo meine Schwester Ilse und ihr Mann Bill uns schon erwarteten.
Dort verbrachten wir einige schöne Tage auf ihrem großen Anwesen auf dem steilen Hang der Randberge hoch über der breiten Talebene am Zusammenfluß des Willamette in den Columbia River mit Blick auf die großen Vulkanberge Mount Adams und St.Helens am Horizont.
Sie fuhren uns in Bills neuem Auto zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und in der näheren und weiteren Umgebung.
Nach einer Woche nahmen wir Abschied, um über die Straße an der Oregon Coast nach Brookings zu fahren.
Dort besuchten wir meinen alten Freund Mike Page und seine Frau.
Auf seinem großen Grundstück bauten die Jungens ihr Zelt auf und Mike fuhr mit uns in seinem Auto zu dem Haus in dem wir 9 Jahre gewohnt hatten, dass vom neuen Besitzer inzwischen erweitert wurde; zum Sperrholzwerk, dass längst nicht mehr Genossenschaftsbetrieb ist und von der Konkurrenzfirma übernommen wurde, zum Fischerhafen, zu unserem Badeplatz 9 km flussaufwärts am Chetco River, wo das Wasser im Sommer immer viel wärmer ist als am Meeresstrand, und zu vielen anderen Stellen, die wir von damals noch kannten.
In der kleinen Werkstatt eines guten Freundes wurden die altersmüden Bremsen unseres Pontiac repariert.
Dann fuhren wir weiter Richtung Kalifornien, auch wenn 4 Zylinder des Motors nach wie vor nur sporadisch arbeiteten. Aber die 8 anderen reichten vollkommen für unser gemütliches Tempo und Sprit war damals noch spottbillig.

Südlich von Brookings erstreckt sich eine flache über 50 Kilometer lange und 10 bis 20 km breite Ebene zwischen Küstengebirge und Pazifik etwa 20 m überm Meeresspiegel mit Lehmboden gut für Ackerbau und Viehzucht.
Dort gab es viele Bauern, die sich auf die Zucht von Lilienzwiebeln spezialisiert hatten (Lilly Fields).
Wir holten uns früher dort bei einem Milchbauern alle drei Tage unsere Milch in Gallon(=gut dreieinhalb Liter)-Kanistern.-

Nun fuhren wir aber weiter nach Kalifornien, an der Küstenstentraße entlang, durch Sonoma County mit seinen Weingütern und über die Golden Gate Bridge nach San Franzisko.
Nach zwei Tagen weiter über Palo Alto und San Jose ins San Joaquin Valley mit seinen Weinbergen, durch Fresno und Bakersfield nach Los Angeles, Disney Land und Long Beach, San Diego und das große stählerne Grenztor nach Mexiko.
Da durften wir aber mit unserem alten Pontiac nicht durch und fuhren weiter auf dem Freeway (Autobahn) entlang der mexikanischen Grenze nach Osten.
Bald stoppte uns aber eine Grenzpolizeistreife und kontrollierte unsere Papiere und Auto.
Wir drei hatten braun gebrannte Gesichter und besonders Michael trug damals schulterlange dunkle Haare.
Für die Cops waren wir in Phoenix Arizona und weit weg von der mexikanischen Grenze.
Weiter fuhren wir über Tucson nach New Mexiko.
Wir überquerten den Rio Grande und waren dann bald in Texas und wieder dicht an der mexikanischen Grenze.
Auf dem Freeway hinter El Paso verpasste uns eine Polizeistreife, wie vor fast 20 Jahren, wieder eine Verwarnung über 10 $, weil wir etwas zu schnell gefahren waren.
Da die Öl-Barone im reichen Texas sich eine große Polizeitruppe halten, um ihre lange Grenze gegen mexikanische Einwanderer zu schützen, mußte sich diese auch rentieren.-

bi_vetter willi liebe

Im Frühjahr 1973 hatte ich versucht, Maria für einen mehrtägigen Ausflug zur Tulpenblühte in Holland zu gewinnen, aber leider ohne Erfolg.
Wahrscheinlich hat sie darunter gelitten, dass ich ein eingefleischter Reiseonkel war, aber mir nie Vorwürfe deswegen gemacht und mir bei meinen Reiseplänen stets freie Hand gelassen hat, wofür ich ihr heute noch dankbar bin.

Im Herbst 1973 fuhr ich für eine Woche, die Kinder hatten Schule, alleine durch die DDR, durch Sachsen, Brandenburg, Meck-Pom, Sachsen Anhalt und Thüringen inklusive Wickersdorf, da ich neugierig war, das Leben dort kennen zu lernen.-

In den Sommerferien 1974 plante ich dann die erste Reise in die alte Heimat mit den vier ältesten Kindern.
Maria blieb lieber mit den beiden jüngsten zuhause.

Als Touristin wollte sie nie mehr in die alte Heimat zurückkehren,
ebenso wie mein Vetter Willi Liebe.

Er war 1928 zur (schwarzen) Reichswehr eingezogen und nach dreimonatiger Infanterieausbildung mitsamt Ausrüstung nachhause entlassen worden.
Alle Jahre gab's eine dreiwöchige Übung und im Sommer 1939 wurde er rechtzeitig zum Polen Feldzug (Kriegsbeginn) eingezogen. Vielleicht hatte er schon vor dem Krieg mit polnischen Bekannten schlechte Erfahrungen gemacht, auf jeden Fall wurde seine Meinung über polnische Menschen durch seine Erfahrungen und Erlebnisse während des Polen Feldzugs weiter negativ beeinflusst.

Krieg ist Krieg und im Kampf heisst es oft: du oder ich , und da gibt es keine Gesetze. Und wilder Hass kann menschliches Fühlen ausschalten.
Willi hat mir erzählt, dass er in einem deutschen Dorf, das von polnischen Fanatikern verwüstet worden war, bevor die deutschen Soldaten eintrafen, auf einem Staketenzaun die Köpfe deutscher Kinder aufgespießt sah. Und ich bin fest überzeugt, dass er mir die Wahrheit sagte.-

Willi blieb den ganzen Krieg über aktiver Soldat bei seiner Einheit, wurde Unteroffizier und war zuletzt mit dem Feldwebel, seinem besten Freund, in Norddeutschland eingesetzt. Dort fiel dieser kurz vor Kriegsende bei einem feindlichen Fliegerangriff. Er hatte einen alten Bauernhof in Wachendorf bei Syke. Dort hatte Willi bei einem Kurzurlaub den Hof, die Frau und drei Kinder kennen gelernt. Bis zum Krieg hatte er den Hof seines Vaters im Himmelstädt bei Landsberg/Warthe bewirtschaftet. Dort waren nun die Russen und er wollte und konnte nicht dahin zurück.

So bot er der Frau seines toten Kameraden an, ihren Hof weiterzuführen. Zuerst hatte er dort ein Zimmer neben dem Pferdestall, heiratete aber bald eine 15 Jahre will nur in ihnen ~ich Frau, die als Bombenflüchtling in dem Dorf lebte. Sie mieteten eine kleine Wohnung in einem Nachbarhaus und blieben kinderlos. 30 Jahre lang arbeitete Willi auf dem Hof, bevor er in Rente ging. Aber noch oft half "Onkel Willi" aus bei den Kindern, die nun schon längst erwachsen waren.
Er war aktives und respektiertes Mitglied im örtlichen Kriegerverein, starb mit 92 Jahren und wurde von seinen Freunden und Bekannten wie einer der Ihren zu Grabe getragen. Seine Frau Lotti lebte noch zwei Jahre in einem Altenheim, starb dann aber auch an einer Infektionskrankheit.
Willi´s jüngerer Bruder Fritz hatte der Metzger gelernt und bei einem Betriebsunfall den linken Arm verloren. Deshalb war er nie Soldat und lebte nach dem Krieg mit Frau und zwei Töchtern in Ost-Berlin. Zu seiner Familie habe ich keinen Kontakt mehr.--

gk_erdbebenzone und atomabfall

Nach dem Besuch meiner Eltern und der Geburt Michaels machten wir noch viele Fahrten im neuen Bus durch unsere nähere Umgebung.

Neben den beiden Küstenstädten Eureka/CA im Süden und Coos Bay im Norden besuchten wir besonders im Sommer die Stadt Medford/OR im Rogue River Tal östlich von Brookings, wohin wir erst auf der Küstenstraße nach Süden über die kalifornische Grenze und dann Richtung Nordosten über das kleine Küstengebirge wieder zurück über die Grenze ins Tal mit dem wärmeren Inlandklima fuhren.
Dort gab es neben großen Einkaufszentren wie auch in den anderen beiden Städten viel Obst-Plantagen, für die es in unserem Küsschen Lima zu kalt war. Obstkisten aus Holzlatten mit 10 Kilo vollreifen süßen Pfirsichen wurden direkt auf den Farmen oft billig angeboten, deren wichtigsten Anbaufrüchten. Auch Äpfel- und Birnen-Gärten gab es und sogar Weinbau.
Im Winter fuhren wir zum Einkaufen meist nach Norden oder Süden, da im Tal und auf den Bergen dann oft Schnee lag.

Öfter fuhren wir auch zum Crater Lake, circa 50 km nordöstlich von Medford, einen über 2700 meterhoher ausgehöhlter Vulkangipfel, in dessen Inneren ein großer 900 m tiefer See schlummert.
Der Bergrand ist etwas ausgezackt, aber rundherum führt oben eine Autostraße. An einer Anlege- stelle kann man Motorboote mieten und es gibt auch eine kleine Insel im See.

Das Kaskaden Gebirge verläuft von der kanadischen Grenze südwärts von der Pazifikküste 150 bis 200 km entfernt parallel durch Washington und Oregon bis ins nördliche Kalifornien. Es ist eigentlich ein Mittelgebirge, westlich der Rocky Mountains, liegt aber am San Andreas Graben, der unterirdischen Reibungs(=Erdbeben)zone zwischen der pazifischen und der nordamerikanischen Platte, die sich entlang der US-Westküste von Kanada bis hinein nach Mexiko erstreckt.
Daher gibt es in den Kaskaden über ein Dutzend Vulkankegel, die das übrige bewaldetee Bergland weit überragen, der höchste von ihnen der Mount Rainier mit fast 4400 m, gute 100 km östlich von Olympia, der Hauptstadt Washingtons.
Die Mount St.Helens Eruption ereignete sich knapp 50 km südlich.

Gut 1000 km weiter im Süden in der gleichen Erdbebenzone, etwa 150 km nordwestlich von Lars Vegas, bauen die USA in einem Granit Felsgebirge über einem unterirdischen Wasserreservoir das weltweit erste staatlich genehmigte Endlager für hochradioaktive Abfälle, sonst hätten laut Bundes-Atomgesetz über die Hälfte der US-Meiler stillgelegt werden müssen. -

Im südlichen Kalifornien sind Erdbeben häufig an der Tagesordnung wie vor nicht allzu langer Zeit bei der Zerstörung der Bay Bridge in San Franzisko, oder das in Los Angeles. -

bi_share holder

---Nun suchten und fanden wir auch bald ein kleines älteres Einfamilienhaus, das Maria gefiel und wir vorläufig mieteten.
Ich gewöhnte mich schnell an das Eheleben, wenn auch manches anders war, als ich mir das vorher ausgemalt hatte.
Wir fuhren viel mit dem Auto spazieren und besuchten alle meine Freunde, um ihnen Maria vorzustellen.
Meine Arbeit war interessant und ich verdiente gut.

Im Frühsommer wurde mir mitgeteilt, dass die gelue-lam-beam-Fertigung in ein anderes Werk in Mittel-Oregon verlegt werden würde, und wir dahin umziehen müssten.

Der neue Standort gefiel uns nicht, und so sah ich mich nach einem anderen Job um.

--Die U.S.-Regierung hatte im New Deal versucht, Anreize für selbstständige Unternehmer zu schaffen,
auch in Genossenschaften bei größeren Unternehmen (Arbeiter-Kooperativen).
Nach dem Krieg wurde durch steuerliche Begünstigungen dieser Versuch wieder aufgenommen.
In Oregon und Washington State waren etwa 50 Sperrholzwerk-Kooperativen entstanden.
Alle der meist 200 bis 500 Arbeiter waren zu gleichen Teilen gleichberechtigte Inhaber (Aktionäre=share holder) mit dem Recht auf einen Arbeitsplatz.
Die Aktien konnten am freien Markt gehandelt werden und hatten natürlich sehr unterschiedliche Kurse.
Wir kauften eine Aktie der Brookings Plywood Corporation mit 300 Shareholdern.
Den Ort an der Mündung des Chetco Rivers mit kleinem Fischerhafen kannten wir ja schon.
Der Verkäufer hatte nach seiner Soldatenzeit mehrere Jahre bei der Brook Ply gearbeitet und auf einem Grundstück direkt an der Steilküste für seine Familie ein schönes Wohnhaus gebaut.
Dafür hatte er von der Veterans Administration ein Darlehen erhalten, das wir zugleich mit der Aktie, auch die Rückzahlung, übernahmen.-
Jedes Jahr fand eine Vollversammlung der 300 Aktionäre statt, bei der der Aufsichtsrat gewählt wurde.
Manager und Büromitarbeiter waren Angestellte und wurden vom Aufsichtsrat beziehungsweise seinem Vorstand angeheuert. Alle share holder erhielten gleichen Stundenlohn, der jeweils vom Manager und Aufsichtsrat festgelegt wurde.
Am Werks Eingang hing eine große Schiefertafel.
Darauf waren die verschiedenen Arbeitsplätze im Werk vermerkt die frei wurden.
Jeder Neuanfänger musste zunächst als Handlanger arbeiten.
Später konnte er an Angebot auf die freiwerdenden Arbeitsplätze abgeben.
Den Job erhielt derjenige mit der höchsten Seniorität. Während ein shareholder krank und arbeitsunfähig war, konnte seine Frau bei gleichem Lohn ihn an seinem Arbeitsplatz vertreten.-

Leider gab es oft Streit bei den Versammlungen und vor allem im Aufsichtsrat. Auch scheuen viele Arbeiter das Unternehmerrisiko, das sich ja im Aktienkurs niederschlägt. Heute gibt es kaum noch Genossenschaftswerke, so weit mir bekannt ist.

--Unser neues Haus hatte durch Panoramafenster im großen Wohnzimmer eine herrliche Aussicht auf den Pazifik.
Davor war eine etwa 35 m breite leicht abfallende Grasfläche, hinter der die Steil- Küste circa 35 m in eine kleine Bucht fast senkrecht abfiel, die hohe Felsennase an der Nordseite gehörte auch zu unserem Grundstück.

Im August 59 packten wir unseren Käfer nebst gemietetem Anhänger voll und zogen nach Brookings um.

bi_just_married!


Danach starteten wir sofort im Käfer zu unserer Hochzeitsreise gen Süden.
Zuerst zur Küstenstraße 1o1, entlang der felsigen Oregon Coast.
Abends fanden wir dort im See Vue Motel auf einer hohen Klippe ein schönes Zimmer. Am nächsten Morgen ging es weiter südwärts. Wir stoppten am Sea Lions Cove und anderen Aussichtspunkten, und kamen auch durch Brookings, ohne zu wissen, dass wir acht Monate später dahin umziehen würden.
Im nördlichen Kalifornien hielten wir an den Redwood
Schutzgebieten, wo wir unter den uralten riesigen Bäumen wie in einer Kirche umher wanderten.
Weiter ging es durch Eureka und andere Küstenstädte zu dem großen Weinbau gebiet nördlich von San Francisco.-
Im Sonoma Valley hatten italienische Winzer, die vor über 100 Jahren eingewandert waren, guten Boden gefunden und kelterten in dem günstigen Klima aus ihren mitgebrachten Reben erstklassige Weine.
Auf großen Reklametafeln an der Straße wurden die Vorüberfahrenden zur Weinprobe eingeladen.
In schmuck vollen Gästeräumen konnte man Weiß-und Rotweine kosten.
Als Chauffeur durfte ich nur etwas nippen, während Maria die guten Tropfen unbesorgter geniessen konnte.
Sie hatte damals noch keinen Führerschein.

Über die Golden Gate Bridge erreichten wir San Franzisko.Dort sahen wir uns Fishermans Wharf an, fuhren mit der nostalgischen Straßenbahn auf und ab und aßen in China Town.

Dann ging es weiter auf der Küstenstraße nach Monterey. Zum Baden war es dort -noch- zu kalt.

Vom 1. bis 3. Januar sahen wir uns in Los Angeles um, dem riesigen Stadtgebiet am Meeresstrand südlich der Hollywood Berge.
Dort konnte man es am Strand schon gut aushalten. Ebenso im Apfelsinengarten des " Orangenhain" noch Motel.

Natürlich flanierten wir auch durch Disneyland.

Am Huntington Beach schauten wir den Anglern zu und konnten am Horizont die Silhouetten der Bohrtürme ausmachen, die längs der ganzen Küste das schwarze Gold aus dem Meeresgrund saugen.
Auf der Fahrt zum Mount Palomar sahen wir den ersten Schnee. Oben konnten wir das berühmte alte Observatorium besichtigen. In den nächsten großen Stadt dicht an der mexikanischen Grenze San Diego besuchten wir zur Abwechslung den zoologischen Garten.

Am Nationaldenkmal Cabrillo guckten wir mit dem Fernglas gegenüber nach Mexiko,
denn dahin durften wir nicht mehr weiter.

Also fuhren wir auf dem Highway ostwärts nach Calexico, dem kleinen Grenzort diesseits des hohen Grenz- Zauns direkt gegenüber der mexikanischen Großstadt Mexicali.
Dort begann unser Rückweg nordwärts Richtung neue Heimat. Es ging durch Wüste mit viel Steinen, die Colorado Desert.

Später wurde die Gegend wieder freundlicher.
Wir kamen nach Palm Springs, wo wir eine Dattelfarm besuchten.

Danach wurde die Gegend wieder öder, denn wir wollten in den heißen Quellen im Death Valley plantschen.
Death Valley liegt 86 m unter dem Meeresspiegel und ist die tiefste Depression Amerikas.
Dort werden Temperaturen bis zu plus 56°C gemessen. Außerdem gibt es dort heiße Quellen, in denen man sich angenehm aalen kann. Am Eingang zum Tal steht ein Schild "Sea Level", dann geht die Straße abwärts. Zu den heißen Quellen führt dann ein verlassener 15 km langer Wüstenweg, ehe man im warmen Wasser herum schwimmen kann.

Später fanden wir dann, wieder auf Meereshöhe hinter hohen Büschen das einfache Hotel, in dem wir übernachteten.

Am nächsten Tag kamen wir dann aus der Wärme wieder in die Kälte im Staat Nevada.
Bei Reno lag eine etwa 15 cm dicke geschlossene Schneedecke, ebenso weiter nördlich im Staate Oregon.

Und dann waren wir bald wieder nach zwei Reisewochen in unseren Cabins.