bi_bauchladenverkäufer
Das Wintersemester verbrachte ich meist wieder in Hannover.
Dort war ich viel mit meinem Freund Wolfgang Nowak zusammen, der aus Schlesien stammte und auch an der T.U. studierte. Wir radelten viel zusammen oder flanierten durch die Herrenhäuser Gärten. Er war einige Jahre jünger als ich und im Krieg noch Flak-Helfer gewesen.--
Beim Sechstagerennen in der Eilenriedehalle verdiente ich mir als Bauchladenverkäufer ein kleines Taschengeld.
Am späten Nachmittag radelte ich dorthin und im Morgengrauen wieder nachhause. Die Halle war meist vollbesetzt mit Zuschauern und ich wanderte mit meinem Bauchladen die ganze Nacht durch die Ränge, um meine Süßigkeiten und Zigaretten zu verkaufen. Es war ein Erlebnis, von der Begeisterung der großen Fangemeinde mit ihrem rhythmischen Anfeuerungsgesang bei den Spurts der Radrennfahrer, den Sprech- und Pfeifchören, angesteckt zu werden. Wir waren etwa zwei Dutzend Studenten, die für die Bauchladen-Firma arbeiteten.
In eine Kommilitonin aus Einbeck, die wie die meisten anderen viel jünger war als ich, verliebte ich mich, aber nur von ferne. Meine Gene und Erziehung erlaubten mir nicht den geringsten Gedanken an einen Flirtversuch.-
Mit meinem Freund Wolfgang hörte ich auch viele allgemeinbildende Vorlesungen.--
In den Semesterferien im März und April konnte ich mich wieder meinen Bienenstand widmen. Die Kästen mussten kontrolliert und Waben aus- gewechselt werden.
Nachhause zu meinen Eltern fuhr ich mindestens jedes zweite Wochenende.
Mein Vater war damals 64 Jahre alt geworden und hatte sich wieder eine kleine Beschäftigung als Futtermittelvertreter gesucht.
Er radelte zu den Bauernhöfen im Umland und bot dort für seiner Firma Futtermittel und Futtermittelzusätze an.
Unser Haus war ein kleines Behelfsheim, das 1944 mit fünf anderen am Ostrand von Sulingen für Ausgebombte aus den Großstädten im Ruhrgebiet am östlichen Stadtrand von Sulingen gebaut worden war. Mein Vater hatte dort 1946 auf seinen Rad- Touren vom Flüchtlingslager Celle aus zufällig eine leer stehende Wohnung gefunden.
In der anderen Mini-Wohnung des Hauses wohnte eine Schneiderin, die mit ihrem Sohn aus Ostpreußen geflüchtet war.
Auch ein kleiner Garten mit Kartoffel- und Gemüsebeeten gehörte zum Haus.
Nicht sehr weit, in einem alten Wohnhaus stadteinwärts, hatte meine Großmutter mit ihrer Tochter Margarete, der jüngeren Schwester meiner Mutter, bei einem Malermeister ein großes Zimmer im Erdgeschoss gefunden. Meine Mutter ging sie dort oft besuchen.
Oma war inzwischen 88 Jahre alt. Sie hatte über 70 Jahre in Breslau gelebt und bis zum Frühjahr 1948 mit ihren beiden jüngsten Töchtern in den Kellern der zerbombten Innenstadt gehaust. Erst dann haben die Polen sie in Viehwaggons nach Westdeutschland geschickt.
Sie war noch immer gut zu Fuß und lief jeden Tag 2 km durch die nahen Felder. Leider litt sie an Altersdiabetes.
Die jüngste Tochter Elfriede hatte mit ihrem Mann in der Sulinger Innenstadt eine kleine Mansarden-Wohnung gefunden. Dort nahmen die beiden auch meinen damals 14 jährigen Vetter Gunter auf , der aus der DDR geflüchtet war, wo seine Eltern in Fürstenwalde lebten.--
Während des Sommersemesters 1950 betreute ich auch weiter meine Bienen. Dabei half mir ein alter Bauer aus dem Nachbarort Völkerhausen, der auch Imker war und den ich vor einiger Zeit kennen gelernt hatte. Im Frühjahr hatte ich ihn einige Male auf seinem kleinen Hof besucht, nachdem seine Frau gestorben war. Er hatte kein Pferd, nur eine Kuh, und wenn er auf seinem kleinen Leiterwagen eine Ladung Heu oder anderes zu transportieren hatte, spannte er die Kuh davor und fuhr so über Felder und Wege. -
Im August lief der Pachtvertrag meiner Schwester für das Bienenhaus ab und meine Imkerzeit war zu Ende.
Dort war ich viel mit meinem Freund Wolfgang Nowak zusammen, der aus Schlesien stammte und auch an der T.U. studierte. Wir radelten viel zusammen oder flanierten durch die Herrenhäuser Gärten. Er war einige Jahre jünger als ich und im Krieg noch Flak-Helfer gewesen.--
Beim Sechstagerennen in der Eilenriedehalle verdiente ich mir als Bauchladenverkäufer ein kleines Taschengeld.
Am späten Nachmittag radelte ich dorthin und im Morgengrauen wieder nachhause. Die Halle war meist vollbesetzt mit Zuschauern und ich wanderte mit meinem Bauchladen die ganze Nacht durch die Ränge, um meine Süßigkeiten und Zigaretten zu verkaufen. Es war ein Erlebnis, von der Begeisterung der großen Fangemeinde mit ihrem rhythmischen Anfeuerungsgesang bei den Spurts der Radrennfahrer, den Sprech- und Pfeifchören, angesteckt zu werden. Wir waren etwa zwei Dutzend Studenten, die für die Bauchladen-Firma arbeiteten.
In eine Kommilitonin aus Einbeck, die wie die meisten anderen viel jünger war als ich, verliebte ich mich, aber nur von ferne. Meine Gene und Erziehung erlaubten mir nicht den geringsten Gedanken an einen Flirtversuch.-
Mit meinem Freund Wolfgang hörte ich auch viele allgemeinbildende Vorlesungen.--
In den Semesterferien im März und April konnte ich mich wieder meinen Bienenstand widmen. Die Kästen mussten kontrolliert und Waben aus- gewechselt werden.
Nachhause zu meinen Eltern fuhr ich mindestens jedes zweite Wochenende.
Mein Vater war damals 64 Jahre alt geworden und hatte sich wieder eine kleine Beschäftigung als Futtermittelvertreter gesucht.
Er radelte zu den Bauernhöfen im Umland und bot dort für seiner Firma Futtermittel und Futtermittelzusätze an.
Unser Haus war ein kleines Behelfsheim, das 1944 mit fünf anderen am Ostrand von Sulingen für Ausgebombte aus den Großstädten im Ruhrgebiet am östlichen Stadtrand von Sulingen gebaut worden war. Mein Vater hatte dort 1946 auf seinen Rad- Touren vom Flüchtlingslager Celle aus zufällig eine leer stehende Wohnung gefunden.
In der anderen Mini-Wohnung des Hauses wohnte eine Schneiderin, die mit ihrem Sohn aus Ostpreußen geflüchtet war.
Auch ein kleiner Garten mit Kartoffel- und Gemüsebeeten gehörte zum Haus.
Nicht sehr weit, in einem alten Wohnhaus stadteinwärts, hatte meine Großmutter mit ihrer Tochter Margarete, der jüngeren Schwester meiner Mutter, bei einem Malermeister ein großes Zimmer im Erdgeschoss gefunden. Meine Mutter ging sie dort oft besuchen.
Oma war inzwischen 88 Jahre alt. Sie hatte über 70 Jahre in Breslau gelebt und bis zum Frühjahr 1948 mit ihren beiden jüngsten Töchtern in den Kellern der zerbombten Innenstadt gehaust. Erst dann haben die Polen sie in Viehwaggons nach Westdeutschland geschickt.
Sie war noch immer gut zu Fuß und lief jeden Tag 2 km durch die nahen Felder. Leider litt sie an Altersdiabetes.
Die jüngste Tochter Elfriede hatte mit ihrem Mann in der Sulinger Innenstadt eine kleine Mansarden-Wohnung gefunden. Dort nahmen die beiden auch meinen damals 14 jährigen Vetter Gunter auf , der aus der DDR geflüchtet war, wo seine Eltern in Fürstenwalde lebten.--
Während des Sommersemesters 1950 betreute ich auch weiter meine Bienen. Dabei half mir ein alter Bauer aus dem Nachbarort Völkerhausen, der auch Imker war und den ich vor einiger Zeit kennen gelernt hatte. Im Frühjahr hatte ich ihn einige Male auf seinem kleinen Hof besucht, nachdem seine Frau gestorben war. Er hatte kein Pferd, nur eine Kuh, und wenn er auf seinem kleinen Leiterwagen eine Ladung Heu oder anderes zu transportieren hatte, spannte er die Kuh davor und fuhr so über Felder und Wege. -
Im August lief der Pachtvertrag meiner Schwester für das Bienenhaus ab und meine Imkerzeit war zu Ende.